«Jump» von Van Halen lief, als der Seelöwe Elvis durch die Wasseroberfläche schoss, einen roten Ball mit der Nasenspitze berührte, um wieder mit nassem Klatschen ins Becken zurückzufallen. Dann hüpfte er an Land, watschelte auf eine Treppe zu, juckte acht Stufen hoch auf einen Turm. Das Publikum zählte auf «eins!zwei!drei!», dann stürzte sich der Seelöwe [...]
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Max Küng
Max Küng
«Nein», sagte die Frau, «tut mir leid.» Also versuchte ich es mit etwas anderem und säuselte: «Und für die ‹Ohrenkerzen-Behandlung?›, die dauert ja nur 25 Minuten.» «Nein», sagte sie, nun recht resolut, «wie gesagt: Wir sind restlos ausgebucht.» «Und für die Hamam-Seifenhandschuh-Massage? Die klingt so verlockend. Und sagen Sie, was ist eigentlich das ‹Cleopatra-Softpack in [...]
Eine kleine Bettgeschichte
22 Lebensjahre verbringen wir im Schnitt schlafend. Deshalb spielt es eine verdammt wichtige Rolle, worauf wir liegen.
Max Küng
Irgendwann kommt die Zeit für eine Entschuldigung und sollte einem diese noch so schwerfallen.
Vor einiger Zeit, es mag ein halbes Jahr her sein oder länger, da schrieb ich eine Kolumne über den nervigsten Zeitgenossen unseres Landes. Nein, es war nicht der Anbiederungs-Rapper namens Bligg (schon oft fragte ich mich ja, wer eigentlich diese Musik hört [...]
Jungmeister des Absurden
Ein Atelierbesuch bei Beni Bischof, einem erfolgreichen Künstler, den das System Kunst noch nicht verdorben hat.
Max Küng
Es gehört wohl mit zum Besten, was die Erfindung Mensch zu bieten hat: dass er die ausgeprägte Fähigkeit besitzt, zu vergessen. So vermag ich mich kaum mehr an einen meiner Kindergartentage zu erinnern. Nur noch an etwas, nämlich: dass mir die Kindergärtnerin verboten hat, Waffen zu basteln. Ich bastelte — einer damals in dem Dorf [...]
Gümmeli
Von Zeit zu Zeit erhalte ich Schreiben. Es sind meist elektronische Briefe, manchmal aber auch von Hand geschriebene Postkarten und Bögen. Oft sind die Seiten mit Handschriften vollgeschrieben, die einem ein bisschen Angst einjagen. Der Inhalt dieser Schreiben birgt nicht selten Kritik («Suchen Sie sich einen anderen Beruf oder/und einen Psychiater»). Häufig bergen die Schreiben [...]
Max Küng
«Mit Rahm und Zucker?» fragte der Minibar-Mann im Zug, und es sah aus, als tanzte er einen mittelschnellen mittelamerikanischen Tanz, einen Merengue oder einen Salsa verde, aber da war keine Musik, bloss das Rattern von eisernen Rädern auf Schienen, Weichen und dergleichen. Der Zug schaukelte, als wären wir unterwegs von Madras nach Bangalore. Ich wollte [...]
Max Küng
Nun, da der Sommer da ist, mehren sich in den Zeitungen und Zeitschriften die Hinweise für Ferienlektüre. Die Ferienlektüre ist eine Form der Literatur, die gerne etwas leichter sein darf. Auch ein Schwerstintellektueller nimmt gerne einen schwedischen Krimi mit an den Strand eines sonnenverwöhnten Schwellenlandes. Auch ich möchte Ihnen ein Buch für die anstehende Reisezeit [...]
Max Küng
Grundsätzlich kann ich sagen, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn man nicht lügen muss, niemals, auch nicht hie und da. Ein Leben ohne Lüge ist ein sauberes Gefühl. Ganz so, wie wenn man sich mit der Zunge über die frisch geputzten Zähne fährt. Oder nein: Wenn man aus der Türe der Dentalhygienikerin tritt und [...]