Daniel Binswanger: Jaeger des verlorenen Schatzes

Die Irrungen und Wirrungen des Franz Jaeger

17.04.2009 von Daniel Binswanger , 16 Kommentare

Es gibt viele Gründe, stolz zu sein auf unser Land. Im 19. Jahrhundert war die Schweiz die Fluchtburg der Demokraten, der Hort der Meinungs- und Forschungsfreiheit. Georg Büchner fand Unterschlupf an der Universität Zürich und schrieb an der Limmat eines der grössten Werke der Weltliteratur. Trotz allen Verfehlungen der Flüchtlingspolitik konnte die Tradition im 20. Jahrhundert fortgesetzt werden: Der Ökonom Wilhelm Röpke erarbeitete während der Nazi-Zeit in Genf seine ordoliberalen Grundlagenwerke.
Es gab sie lange Zeit, die Schweiz der Prinzipienfestigkeit, der Freiheit, der redlichen Debatte. Das war, bevor die Eliten unseres Landes in die Geiselhaft der Geschäftsinteressen von gut einem Dutzend Privatbanken genommen worden sind. Das war, bevor die Schweizer Regierung auf die internationale Finanzkrise mit kopfloser Überforderung und provinzieller Wagenburgmentalität reagierte. Das war, bevor einer wie Alt-Nationalrat und HSG-Professor Franz Jaeger zum Wortführer der neuhelvetischen Verlogenheit geworden ist.
Jaeger wirft dem Sankt Galler Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann vor, sein Auftritt in Berlin sei nicht wissenschaftlich, sondern «moralisierend» gewesen. Sein Kollege, so Jaeger, wäre zu einer «Güterabwägung» verpflichtet gewesen. Nach landläufiger Meinung befassen sich zwar Wissenschaftler mit der Wahrheit oder Falschheit ihrer Theorien und gerade nicht mit Güterabwägungen zur politischen Opportunität ihrer Aussagen. Es kann auch kaum erstaunen, wenn ein Wirtschaftsethiker, der seit Jahren das Bankgeheimnis kritisiert und dem selbst die NZZ eine saubere Methodik attestiert, mit moralischen und ethischen Grundsätzen operiert. Doch den Gesinnungspolizisten Jaeger ficht dies nicht an: Wer gegen das Bankgeheimnis ist, muss von der HSG entfernt werden.
Jaeger hat sich stets für das Bankgeheimnis stark gemacht — immer ganz wissenschaftlich. So trat er etwa im Februar 2008 nach den deutschen Attacken auf Liechtenstein in «10vor10» auf, um eine aggressive Schweizer Verteidigungsstrategie einzufordern. Angeschrieben hat er sich nicht als Alt-Nationalrat, sondern als «Professor für Wirtschaftspolitik».
Über dem akademischen Titel ging bedauerlicherweise vergessen, dass Franz Jaeger auch sonstige Berufserfahrung in die Debatte einbringen kann: Seit 1998 sitzt er im Verwaltungsrat der Liechtensteinischen Landesbank Schweiz AG. In einem Strafprozess wurde deren liechtensteinischem Mutterhaus nachgewiesen, dass es von 2005 bis 2007 neun Millionen Euro an einen Erpresser gezahlt hat, der drohte, dem deutschen Fiskus Kundendaten zuzuspielen. Da die deutschen Behörden jetzt in den Besitz der Daten gelangt sind, wurden gegen 996 Bankkunden Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet. Die betroffenen Vermögenswerte belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Doch Jaeger, dessen Interessenbindungen direkt ins Herz der Schwarzgeldindustrie führen, schwingt sich unverfroren zum Richter auf über objektive «Wissenschaftlichkeit». Das Mass der Peinlichkeit ist unfassbar.
Die Schweizer Medien haben sich eine flächendeckende Gaga-Diskussion geleistet über die Frage, ob ein Deutscher Dozent die Schweiz kritisieren darf. Über die Geschäftsbeziehungen von Grossinquisitor Jaeger war nicht eine Zeile zu lesen. Es macht inzwischen den Anschein, als wäre es den permanenten Pressionen des Finanzplatzlobbyismus gelungen, letzte Minimalstandards der Debatten-Hygiene definitiv zu zerstören.
Eine Nostalgie nach der untergegangenen, am straffen Zügel geführten FDP-Schweiz feiert Urstände. Nicht umsonst schloss sich Ueli Forster, der ehemalige Präsident von Economiesuisse, Jaegers Forderungen an. Noch vor einer Generation wäre es für den Direktor des Vorortes, wie der Wirtschaftsverband früher hiess, kein Problem gewesen, mit einem einzigen Telefonanruf die Karriere eines frech gewordenen Privatdozenten zu beenden. Wir haben geglaubt, die Cincera-Schweiz, die Fichen-Schweiz, die P 26-Schweiz seien Geschichte. Wir haben geglaubt, die Treibjagden gegen «Nestbeschmutzer» seien vorbei. Doch jetzt, da die Schweiz unter Druck steht, kommen Uraltreflexe aus denmodrigsten Klamottenkisten der geistigen Landesverteidigung wieder zum Tragen.
Dennoch: Die Welt ist eine andere geworden. Auch das schweizerische Establishment wird es noch zur Kenntnis nehmen. Allzu viel Zeit sollte es sich nicht lassen.

Bild Sébastien Agnetti
Bild Sébastien Agnetti

Die Diskussion

16 Reaktionen

  1. Walter Schmid

    ausgesprochen guter Beitrag!

  2. Marc Steinmann

    Chapeau, Herr Binswanger! Sie gehen endlich mit der geltungs- und geldsüchtigen Pseudo-Elite ins Gericht. Auch wenn diese Jaegers und Blochers es natürlich nicht zugeben – sie selbst wissen ganz genau, dass sie mit ihrem sogenannten ‘neoliberalen Gedankengut’ gescheitert sind und sich ihr Lebenswerk in nichts auflöst.
    DAS IST HART!!!
    Menschlich gesehen weniger Probleme hat in dieser Hinsicht der Genfer Jean Ziegler. Zwar auf viel Geld verklagt, kann er doch auf ein sinnvolles Leben für die Menschen zurückblicken. Und das ist ja das, was zählt!

  3. David Zehnder

    Herzlichen Dank! Woche für Woche gescheite und vorzügliche Beiträge von Daniel Binswanger. Die Hetze von Jaeger und und Co. gegen den Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann ist ein weiteres trübes Kapitel rund um die Schweizer Bankenwelt. Binswanger hat den Scheinwerfer auf den dunklen Hintergrund gerichtet und einiges ans Tageslicht gebracht. Machen Sie weiter so!

  4. Anita Mattes

    Besten Dank für den super guten Artikel. Die Schweiz braucht endlich ethisches und moralisches Wirtschaften und keine gierigen, geltungssüchtigen und alt- respektive ausgedienten “Führer”. Der Neoliberalismus sollte definitiv am Ende sein. Wann merkt dies die sogenannte Elite endlich?

  5. Heinz Bigler

    Ein enttäuschender Artikel. Der Hetzjagd gegen Thielemann folgt nun jene gegen Jaeger, mit kaum besseren Argumenten. Von Binswanger wäre eigentlich besseres und ausgewogeneres zu erwarten gewesen.

  6. Paul P. Herrmann

    Guter Beitrag, nur stört mich gleich im ersten Satz das auch im letzten Magazin etwas überstrapazierte „stolz sein“. Eigentlich ist dessen Kehrseite, die superbia, eines der sieben Hauptlaster und damit Ursache zu einer (Tod-)Sünde wie der falsche Stolz der dreibuchstabigen Parteigänger, deren falscher Stolz ihre falsche Schweiz zur Strafe auf das Totkrankenlager wirft.

    Ich gehöre zur Generation, die den „Woyzeck“ zu gymnasialen Zeiten aufgenommen und nicht vergessen hat. Insbesondere das Donnern der armen Leute im Himmel konnte ich mir lebhaft vorstellen, exakt wie den Theaterdonner in den Kulissen unserer Dorfbühne, durch kunstvolles Schütteln eines grossen Blechs. Was mich wieder zum Thema zurückbringt. Vieles am medial verstärkten Donnern von Exponenten „staatstragender“ Institutionen erinnert mich an besagten Theaterdonner. Als Aufsteller für’s tumbe Volk wird er zu Erweckungszwecken eingesetzt, werden verstaubte, ölfarbene Kulissen hehrer Berge mit Magnesium-Fackeln von blitzgescheiten Leuten grell beleuchtet. Derweil erweicht die grenzüberschreitende und EIGENE DUMMHEIT den Permafrost der realen Bergkulissen, die bedauerlicherweise nicht – wie im Theater – den Weg nach oben gehen werden. Ein uns womöglich überdauerlichweise ablaufender Vorgang.
    Wenn wir mit diesen blitzgescheiten Leute am Ende des Mesozoikums gelebt hätten, würden wir als Steuerzahler wohl Herden von Sauriern mit von uns vorfinanzierten Militärbiskuits („Bundesziegeln“) füttern. Etwa so, wie amerikanische Steuerzahler dem Käufer hiesiger vierrädriger „Dinosaurier“ die Motorfahrzeugsteuer auf verschlungenen Wegen vorfinanzieren, was fatal an komplexe Finanzmechanismen erinnert.
    Übrigens fressen die vorgängig erwähnten „SUV-Dinos“ sozusagen genetisch bedingt nur in Erdöl umgewandeltes übriggelassenes Futter ihrer Vorbilder und produzieren vorbildlich im wesentlichen auch nur Kohlensäure anstelle des tierisch stinkenden Methans, was den Sauriern schliesslich auch niemand übelnahm. Amerikanische Steuerzahler könnten dieses zugegeben etwas komplizierte, aber wissenschaftlich seriös tönende Rechtfertigungsargumentarium der Autoindustrie teuer verkaufen, damit ihr Steuergeld zurückorganisieren mit dem Motto „keine Skrupel mit Dino-Züchtern!“.
    Nicht zu vergessen, dass ein Zweig der Dinosaurier in der Luft als Vögel überlebt haben soll, vielleicht kann man Jumbos (gentechnisch?) auch dazu bringen auf freiem Feld Körner oder Rüben zu picken. Man nähert sich der Sache ja behutsam an, über Bioethanol aus den Vorstufen mexikanischer Tortillas oder (demnächst in diesem Theater!) über Biobenzin aus schweizerischen Zuckerrüben mit löblicher Nebenwirkung auf die grassierende Adipositas hiesiger, unterprivilegierter Volksschichten.

    Zum guten alten Begriff „Bankgeheimnis“ und der nebulösen Neukreation „Bankkundengeheimnis“ fällt mir kleinem Moritz (stark vereinfacht) nur folgendes ein: Gewisse Kunden verursachen wissentlich oder unwissentlich Schaden an der offenen Gesellschaft, was ihnen GELD einbringt. Die Bank nimmt ES ihnen ab und macht aus der initialen Geldgewinnung ein Geheimnis, damit andere Kunden ohne Gewissensbisse dieses GELD nehmen und vermehren können. Von dieser wundersamen Vermehrung und dem Wunder-Glauben daran profitieren alle, nur unterschiedlich. Offensichtlich am besten diejenigen, die am meisten wachsen (oder wuchern) bei dieser Prozedur. Die Antwort auf „cui bono?“ entlarvt den Hauptprofiteur des Begriffs „Bankgeheimnis“. Die gewissermassen religiöse Dimension des Bankgeheimnisses respektive dieses Wunder-Glaubens braucht dann nur noch eine „bankkirchenrechtliche“ Grundlage für den fundamentalistischen Eifer des Herrn Jaeger gegen die αποστασία des Herrn Thielemann. Wo ist nun die auctoritate, die das „ipsius te absolvo“ spricht, falls er widerruft?
    Mit dieser in leeren Kirchen hallenden Frage schliesse ich meinen irrlichternden Exkurs, ausgelöst durch ihrem Magazinbeitrag und wünsche trotz apokalyptischen Ausblicken ein schönes, frühlingshaftes Wochenende.

    Paul P. Herrmann

    PS: Aus Angst als nie gewesener Katholik exkommuniziert zu werden oder als Schweizerbürger für den demnächst biometrischen Passes unwürdig zu sein, empfehle ich meine Zeilen nur zu privatem Gebrauch. In früheren Zeiten wurde man schliesslich für ähnliches verbrannt, gepfählt, auf’s Rad geflochten und anderen deformativen Veredelungsprozessen unterworfen – oder man widerrief.

  7. Heinz Zuercher

    Die legitime Kritik der passiven und machtversessenen Schweizer Elite in Ehren, sollte man sich nicht zu sehr auf die einzelnen Schauspieler im Theater konzentrieren. Wichtiger sind die Argumentationen, und da geht es zum Beispiel darum, wieviel das Gebilde “Rechtsstaat” heute noch wert ist. Ich persönlich finde dessen zunehmende Aushebelung in letzter Zeit bedenklich – gerade in einer Krise wäre die Besinnung auf Rechtsstaatlichkeit am wichtigsten. Ohne garantierte Rechtsstaatlichkeit wird eine politische Diskussion schwierig bis unmöglich.

  8. Juerg Schmid

    Franz Jaeger war immer ein Showman. Wissenschaftlichkeit war nicht seine Stärke. Ohne mit der Wimper zu zucken hat er seinen Professorentitel dazu missbraucht Politik zu machen. Eines der jüngsten Beispiele war seine angebliche Studie derzufolge 6 Milliarden an Bauvolumen durch das Verbandesbeschwerderecht blockiert seien. Als er diese vorlegen sollte, schrumpfte sie zu einer “Schätzung”. Daniel Binswanger hat eine vortreffliche Charakterisierung geschrieben. Chapeau!

  9. Max Sutter

    Herrn Jaeger wird man wohl nicht mehr von seinem neoliberalen Ross herunterholen können, obwohl es gute Gründe gäbe. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich die Apokalypse der ungeregelten liberalen Marktwirtschaft konkret vorzustellen, wir sind schon tüchtig auf dem Weg dahin. Ein Finanzwesen ausser Rand und Band, das den Bezug zu seiner eigentlichen Aufgabe und zum realen Leben völlig losgelöst hat, das aus nichts “Produkte” und “Werte” hat schaffen können, hat uns ein erstes Mal so drastisch bewusst gemacht, in welche Gefahr die völlig ungeregelte liberale Welt geraten kann.

    Wenn durch Firmenfusionen immer grössere, effizientere Einheiten geschaffen werden, so senken sich die Kosten. Das ist eine feste Regel der Produktionsökonomie. Dank des funktionierenden Wettbewerbs bewegen sich dadurch die Preise nach unten. Das funktioniert so lange, als es einen aus mehreren unabhängigen Marktteilnehmern bestehenden Wettbewerb gibt. Bei Franz Jaeger und seinen Gesinnungsgenossen endet ihre Theorie an dieser Stelle. Sie setzen eine stete Zukunft ihres Wettbewerbsmodells als eine Art weltwirtschaftliches Perpetuum Mobile voraus. Das träfe aber nur zu, wenn die Weltwirtschaft unendlich wäre.

    Wenn aber einmal durch Megafusionen, Kartelle und/oder politische Aktionen allseits gebrauchte Produkte oder Dienstleistungen derart monopolisiert werden, dass sie in der alleinigen Verfügung einzener Personen oder Organisationen stehen, dann ist es vorbei mit den sinkenden Preisen, denn der Druck von aussen ist ja weg. Dann kann der Monopolist sich sein Geld buchstäblich selber drucken. Er braucht auch nicht nach dem Gemeinwohl zu fragen, solange es seiner Gewinnoptimierung nicht entgegensteht. Er kann auch andere, wirtschaftlich schwächere Einheiten aufkaufen und ihrerseits wieder monopolisieren, bis weltweit der ganze Besitz in einer einzigen Hand konzentriert ist. Die ganze Welt als ein einziger Hedge-Fund. Unreal? Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Einkommens- und Vermögenszuwächse zwischen unten und oben muss man nur einmal über einen längeren Zeitraum weiterrechnen. Da sieht man, was derzeit geschieht und wohin die Reise geht.

    Bei ein paar Dingen wird man den Monopoldruck schon bald richtig spüren, bei Energieträgern zum Beispiel, mit Erdöl an der Spitze. Selbst weltweit noch reichlich verfügbare Dinge, wie Wasser oder Luft, lassen sich (über sekundäre Kriterien, wie Verschmutzungs- oder CO²-Zertifikate) monopolisieren. Was, wenn alle unsere neuen Lebensmittel mit stetig steigender Gentech-Lizenz an eine einzige Biotech-Firma belastet würden, wäre dies so unvorstellbar? Dass wir nur noch die Wahl haben, zu zahlen oder zu verhungern? Virensoftwarehäuser werden manchmal verdächtigt, Viren selber zu designen und in die Computerwelt einzuschleusen, nur um bei Virenscannern ihren Umsatzanteil und unsere Abhängigkeit zu erhöhen. Seit der Gentechnik ginge so etwas auch mit lebendigen Viren. Beispiele dazu sind nur eine Frage der Zeit, bis auch sie greifen. Oder bis wir bei einzelnen der Entstehungsgeschichte einmal zufällig auf die Spur kommen.

    Ein Großteil der langfristigen strategischen Überlegungen läuft letztlich auf eine angedachte Monopolisierung hinaus. Der Kampf gegen diesen unheimlichen Moloch darf nicht solchen Theoretikern wie Franz Jaeger überlassen werden. Diese Marktradikalen haben die Gefahr noch gar nicht erkannt oder, schlimmer noch, schweigen sie im Sinne von Auftraggebern absichtlich tot.

  10. Thomas Gfeller

    Wie wahr und zutreffend: Das Mass der Peinlichkeit ist unfassbar.
    Danke für den Artikel!

  11. Stalder Hanspeter

    Jeden Samstag ist es für mich ein Vergnügen, die Kolumne von Daniel Binswanger zu lesen. Sie ist gut geschrieben, faktenreich, fundiert auf einem breiten Allgemeinwissen und alles in Klartext, ehrlich, frech, mutig und engagiert.
    Zudem ist die Kolumne für die Öffentlichkeit eine Not-Wendigkeit, sie wendet die Not ab, die angerichtet wird durch die Lügen, Mauscheleien, Verwedelungen und Feigheit vieler Politiker, Wissenschaftler, Meinungsmacher. Herzlichen Dank.

  12. Javirer Tobler

    Was wir im Artikel erfahren, ist ebenso richtig und unterhaltsam wie irrelevant. Die Ansichten des “Professors für Wirtschaftspolitik” wären nicht um ein Haar intelligenter, wenn sie jemand vertreten würde, der nichts mit der LLB zu tun hätte und auch sonst unbefangen wäre. Das gleiche gilt für die Gegenseite. Der “Wirtschaftsethiker”, dem die NZZ eine saubere Methodik attestiert, und der glaubt oder zu glauben vorgibt, irgendjemandem gehe es in diesem Konflikt um Ethik oder Moral, wäre allenfalls ein guter Stoff für ein Lustspiel, sicher jedoch nicht für eine ernsthafte oder gar redliche Debatte.

  13. Juerg Schwarz

    Leider ….haben sie völlig recht. Vielen Dank für ihren Beitrag ! Wenn Wohlstand auf so wenig Anstand begründet ist, dann muss die Leitung der HSG mit ihrer eigenen Ethik dringend über die Bücher. Wessen Brot Herr Jaeger isst, und wessen Lied er singt, ist im Artikel von Ihnen ja klar dargestellt.

  14. Hanspeter Bruhin

    Wann kriegt Miss Universum endlich den Platz des unsäglichen Binswangers.

  15. Charles

    Es ist hinfällig, irgendwelche Berufsgattungen, “Eliten” oder “Establishments” als Einheiten anzusprechen. Diese klassenkämpferische Einstellung steht im Gegensatz zur Realität, dass jeder Mensch individuell ist und individuelle Werte hat.

    Es ist wünschenswert, dass Universitäten die Studenten nicht nur mit Informationen überhäufen, sondern auch echte Werte vermitteln. Im Fall der HSG wären dies wohl freiheitliche Werte. Es wäre nur konsequent und logisch, staatsgläubige Interventionisten wie Thielemann aus einer solchen freiheitlichen Organisation zu verweisen.

    Es bleibt noch zu sagen, dass die aktuelle Ausweitung staatlicher Interventionen nur auf Kosten der ärmeren Leute gehen wird, und zwar in Form von allerheftigster Inflation. Aber die Wohlhabenden wissen ihr wohlverdientes Vermögen gut zu schützen und können nur hilflos zuschauen, wie die Politiker das Land in den Abgrund reiten.

  16. bbswiss

    Ich mag solche Artikel. Ich mag es aufgeklärt zu werden über den Filz in diesem Land und darüber, wer wessen Brot isst.
    Nach der Lektüre der nicht minder spannenden Kommentaren nehme ich leicht verwundert zur Kenntnis, dass es offenbar eine Art Sünde ist, Akteure im Umfeld der HSG zu kritisieren, ja gar zu entblössen. Nachdem sich nun der Alt-Blocher dafür einsetzt, Institutionen der HSG der Lächerlichkeit preis zu geben, müssen wir uns ja nun auch nicht mehr um den weiteren Ruf des Hochaltar St. Gallen sorgen. Blocher ist ja mittlerweile ein Altmeister der Demontage.

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