12.09.2008 von Rico Czerwinski , 13 Kommentare
Dämmerung in Tansania, Yussuf Malogo kommt den Pfad entlang, und alles an ihm ist wie immer. Er trägt ein weites Hemd, er trägt einen grossen Hut, er versucht, sich unter seiner Kleidung zu verstecken. Dann erreicht Yussuf das Dorf, und natürlich sieht er immer noch so aus wie früher – als sich jeder von ihm ferngehalten hat, weil sein Körper so anders ist als die der meisten. Als seinen papierweissen Leib jeder mied, niemand einem Mann zu nah kommen wollte, dessen Haut an Kopf und Armen ein Schuppenpanzer ist. Die Dorfbewohner haben ihn zurückgewiesen, abgelehnt, verhöhnt, verlacht, keine Sekunde wollte man mit ihm sein.
Nun ist alles anders, nun laufen sie zusammen, wenn er kommt. Bleiben stehen, wo er steht, umringen ihn, unterhalten sich mit ihm, starren ihn an. Denn die Abneigung der Menschen ist umgeschlagen. Seit etwa zwei Jahren versuchen sie, «weissen Schwarzen» wie ihm so nah wie möglich zu sein.
In den Dörfern im Norden Tansanias leben zehnmal so viele Albinos wie im weltweiten Durchschnitt, in vielen Dörfern sieht man mindestens einen Menschen mit dem Gendefekt. Über fünftausend Albinos gibt es dort in einer Region mit nicht einmal zehn Millionen Einwohnern, ihre hohe Zahl hier führt man auf Ehen unter Verwandten zurück.
Neuerdings sind alle diese Menschen Objekte der Begierde. Die nun nach ihnen verlangen, möchten am liebsten einen kleinen Teil von ihnen. Bewahren Albinohaare oder abgeschnittene Fingernägel wie Edelsteine auf. Und selbst das genügt ihnen nicht. Einige jagen Albinos wie Tiere. Auf dem Schwarzmarkt ist ein Knochen etwa 200 Dollar wert, vier Monatslöhne. Mindestens zwanzig Albinos wurden im letzten Jahr in Nordtansania getötet. Sechzehn bereits in den ersten sieben Monaten dieses Jahres. Die Polizei spricht von einer hohen Dunkelziffer, vor allem bei «kleineren Verstümmelungen ohne Todesfolge».
Die Welt von Menschen wie Yussuf steht nun Kopf. Der 26-Jährige krempelt sein Hemd hoch. Zwei Männer haben ihn mit einem Nagelbrett angegriffen. Er zeigt auf eine Narbe wie nach einem Hyänenangriff. Seine 12-jährige Schicksalsgefährtin Bibiana sitzt in der Frauenabteilung eines Hospitals in der Stadt Geita, sie zittert, ist durcheinander. Zum ersten Mal ist sie nicht mehr in Butundwe, ihrem Dreihundert-Einwohner-Dorf. Im Hospital sind alle freundlich zu ihr. Früher haben selbst Verwandte ihre Kinder nicht in einem Raum mit ihr schlafen lassen. Sah eine Schwangere Bibiana, spuckte sie dreimal auf ihren gewölbten Bauch. Die Frauen fürchteten, bei Berührung oder Blickkontakt selbst so ein Kind zu gebären.
Auch für gleichaltrige Jungen waren Mädchen wie Bibiana stets «verboten». Jetzt freunden sie sich mit ihnen an. In Kahangara liefen sie der 16-jährigen Vumilia Makoye hinterher. Sprachen sie an. Fragten nach ihrem Namen. Der überraschten Vumilia war das Interesse nicht nur unangenehm. Irgendwann verabschiedete sie sich, zwei Stunden später waren die beiden wieder da. Diesmal bei ihr daheim.
«So gut kennen wir uns doch nicht», rief Vumilia, fühlte sich belästigt. «Ihr könnt doch nicht einfach in meine Hütte kommen. Seht ihr nicht meine Mutter, meine kleinen Geschwister, seht ihr nicht, dass wir beim Essen sind?» Die Jungen öffneten die Hüttentür, kamen auf sie zu. «So gut kennst du uns noch nicht?» Sie drängten die Mutter in eine Ecke. Einer hatte hinter seinem Rücken eine Machete versteckt. «Dann lernst du uns jetzt kennen.» Sie schlugen ihr das rechte Bein ab. «Vumilia verblutete», sagt ihre Mutter.
Knochenjagd im Ferienland
Die Jäger kommen oft mitten in der Nacht in eine Hütte voller Menschen – kaum jemand wagt Gegenwehr. Mütter und Väter sind viel zu schockiert, um ihre Kinder verteidigen zu können. So war es auch bei Bibiana Mbushi. Sie mag nicht darüber sprechen, sie sitzt noch im Hospital in Geita. Ihre Schwester Tindi sagt: «Niemand von uns sagte etwas in jener Nacht. Wir lagen alle nur da. Wir schauten nur zu. Selbst Bibiana schrie oder wehrte sich nicht. Sie war tapfer. Sie lag da, während ihr die zwei Räuber das halbe Bein und zwei Finger abschnitten. Erst als sie fertig waren, kam unser Bewusstsein zurück, und wir begannen zu schreien.»
Kinder werden in der elterlichen Hütte heimgesucht, auf kilometerlangen Wegen zur Schule überfallen. Im Buschland stehen wenige hohe Bäume, dort verstecken sich die Jäger. Benutzen geölte Pangas, Macheten, schneiden Beine, Arme, Ohren ab. Lassen ihre Opfer liegen, denn sie sind zu Fuss. Selbst ein Kleinkind wäre zu schwer zum Transport. Meist verbluten die Opfer, wenn nicht eine Apotheke in der Nähe ist und wie bei Bibiana Mullbinden ihr Leben retten.
Das muss das Werk irrer Krimineller aus Nachbarländern sein. Von Tansania hätte man als letztem afrikanischen Land eine Knochenjagd erwartet. Also muss es so sein, wie der Gouverneur der Region Mwanza in seinem Büro mit der Geste eines beruhigenden Grossvaters sagt: «Ich glaube, die meisten Täter stammen aus dem Kongo, Uganda, Sambia.» So muss es sein, denn alles andere wäre vollkommen unmöglich in Tansania, diesem Ferienland, diesem friedlichem Vorbild für den Rest Afrikas. Doch so ist es nicht.
Philip Kalangi, Polizeichef der Region Magu, des Zentrums der Taten, sagt: «Ich habe mehr dieser Fälle untersucht als alle anderen Polizisten in Tansania. Und ich sage: Diese Jagden sind aus unserer Erde gewachsen. Ihr Ursprung liegt hier. Im Umkreis von hundert Kilometern um Magu hatten wir allein im letzten Jahr neun Morde. Und viele werden nie bekannt. Es gibt sicher viele hundert kleinerer Übergriffe, wenn Albinos Haare oder Fingernägel hergeben müssen. Viel zu viele Übergriffe, als dass sie von Ausländern begangen werden könnten. Und werden sie angezeigt, gibt es Zeugenaussagen. Diese Dörfer sind winzig. Bei allen aufgeklärten Fällen waren sich Opfer und Täter nah.»
Sogar oft aus demselben Dorf. Aus Dörfern, die unter dem Einfluss von Medizinmännern stehen, den mächtigsten Männern Tansanias. Den mächtigsten, wenn sie mehr behandeln als nur Malaria, als Wundbrand oder Wasserbein. Die einflussreich sind, wenn sie mit Hilfe der Geister noch weit grössere Leiden der Menschen kurieren. Wenn sie mit den Kräften dieser Geister fast alles kurieren. Einer einsamen Frau einen Ehemann verschaffen. In einem Grenzstreit den Rivalen ausschalten.
Sie erfüllen den Menschen die geheimsten Wünsche, behaupten sie. Und greifen dabei oft auf brutale Mittel zurück. Machen den einen Kunden froh, in dem sie den anderen verhexen. «Helfen», in dem sie schutzlose Greisinnen zur Hexe, erklären, zur Quelle aller Sorgen. Was dann zur Jagd auf sie führt, jedes Jahr werden Dutzende von ihnen getötet.
Im Dorf Ilungu ist es Nachmittag geworden. Ein chinesischer Kleinwagen fährt vorbei. Vor einem Dorfladen stehen Motorroller. Die Leute nehmen mehr als Reis, Maniokmehl und Bananen aus den Regalen. Sie kaufen Make-up. Telefonkarten, jede zweite Familie besitzt ein Handy in diesem Dorf. Denn dieses Dorf ist nicht im Mittelalter stehen geblieben, es prosperiert und verändert sich.
Die Sonne sinkt, Familien zünden erste Lagerfeuer an, Schatten bewegen sich. Yussuf, der junge Maisbauer, sitzt mit Njeme Makoye vor deren Hütte, der Mutter von Vumilia, die mit ihm zur Schule ging. Yussufs Augen zittern wie ein verrückter Geigerzähler, sie zeigen zuverlässig Gefahr in der Umgebung an. Das dunkle Farbpigment fehlt nicht nur in seiner Haut, sondern auch in Yussufs Augen, in seinem ganzen Körper. Daher sieht er schlecht, gleicht das zum Teil mit einem Zittern seiner Pupillen aus. Sie bewegen sich hin und her, immer auf der Suche nach Informationen. Besonders schnell bei Gefahr.
Blicke von der Hüttenwand nebenan treffen ihn. Drei junge Männer haben sich dort hingesetzt, fixieren ihn und Njeme. Auch sie hat das gemerkt, doch es irritiert sie nicht. Sie erzählt von der Familie nebenan.
Das Oberhaupt der Hütte hatte zwei Frauen, eine jung, eine alt, die Alte hatte Kinder, viele Kinder. Alle waren von ihm. Doch er gab jede Woche 10 000 tansanische Schilling an die jüngere der beiden, einen halben Wochenlohn. Es genügte ihr irgendwann nicht mehr. Ein Freund sagte ihm: Du kannst reich werden. Es gibt Leute, die zahlen für Kinder wie jenes deiner Nachbarin viel Geld.
Polizist Kalangi bestätigt: «Vumilias Nachbar Japhet hat gestanden, zwei Helfer mit dem Raubüberfall beauftragt zu haben. Nachdem sein Freund ihm sagte, er würde ihn mit einem Grosshändler dieser Knochen zusammenführen. Wir haben Japhet verhaftet. Wir vermuten, hinter den Taten steht ein Netzwerk aus Leuten im ganzen Norden von Tansania.»
Er wisse wenig über diese Täter. Auch Journalisten konnten diese Leute selten treffen. Nur die Reporterin Victoria Ntetema hat es geschafft. Sie seien mit menschlichem Verstand nicht zu erfassen, sagt sie. Und immer mehr unter Druck. Sie, Victoria, habe ihre Gesprächspartner sofort bei der Polizei angezeigt. Schuldigen drohe der Tod am Strick. Wenn man dennoch Leuten aus dem tansanischen Knochenhandelsmilieu begegne, müsse man wachsam sein. Es gebe neuerdings Razzien in diesem Milieu. Diese Leute seien gewalttätig – und nervös. Man solle bei Recherchen spätestens um vier Uhr nachmittags wieder wegfahren.
Also noch zwei Stunden Zeit, um mit den beiden zu reden, die in Kahangara an einem winzigen Kiosk stehen. Der Alte hat trotz der Hitze eine Wollmütze auf, der Jüngere immer beide Hände in seinen grossen Jackentaschen. Der Ältere sagt, sein Name sei Kulwa, er betritt das Lokalbüro der tansanischen Regierungspartei. Sein Leibwächter wartet draussen.
Kulwa ist der Grossvater der Freundin des Jugendparteichefs des Dorfes – und er hat sich vor Kurzem eine neue Existenz aufgebaut. Seit gut einem Jahr kauft und verkauft er menschliche Knochen. Der Glaube an die magischen Kräfte aus Knochen aller Wesen sei uralt.
Der Glaube, man könne die überirdischen Kräfte der Toten mit ihnen aktivieren. «In letzter Zeit hat sich das Geschäft vor allem auf Albinoknochen konzentriert.» Er kaufe sie von Jägern. «Die Knochen werden nicht selten unter Drogeneinfluss gejagt.» Kulwa Ngwanabudo spricht über Preise, Herkunft, Hierarchie seiner «Ware». Die Knochen werden in Autos transportiert, man erhalte sie von einem Zulieferer in einem schwarzen Nylonsack. Statt sie innerhalb seiner Hütte aufzubewahren, verstecke er sie in metertiefen Erdlöchern unter seinem Hof.
Knochengeräusche am Radio
In letzter Zeit hätten Polizeikontrollen zu Unruhe geführt. Kofferräume von Autos würden geöffnet, durchsucht. Doch sein Geschäft sei einträglicher als die Arbeit als Bauer. Die Nachfrage sei gross, die Preise gestiegen, es gebe die verschiedensten Preiskategorien. Da seien zuerst die vor kurzer Zeit gejagten, «frischen Knochen». Da seien die «alten Knochen», sie würden aus Gräbern toter Albinos exhumiert. Ein Beinknochen sei mehr wert als ein Fingerknochen, Knochen von Kindern mehr als die Erwachsener. «Die teuersten Knochen sind die aus Bariadi.» Auch die Herkunftsregion bestimmt mit über den Preis.
Ihre Echtheit beweise er mit einem Test. Man nimmt einen Albinoknochen und ein Radio. Führt den Knochen am Gerät vorbei. Sei der Knochen nicht von einem Albino, passiere nichts. Bei einem echten Knochen jedoch beginne ein Rauschen. Je stärker die Störgeräusche aus dem Lautsprecher, desto besser der Knochen. Warum sind Albinoknochen gefragter als alle anderen? Warum jagt man diese Menschen sogar dafür?
«Was seid ihr eigentlich für seltsame Knochenkäufer? Euch muss man viel zu viel erklären!»
Ein Besuch bei Simeon Mesaki, dem führenden Anthropologen Tansanias. Der emeritierte Professor der Universität Dar es Salaam hat die Albinojagden verfolgt. Er hält sie für eine neue Form eines uralten Problems. Ursache sei der Aberglaube, die Inhalte des Glaubens würden massgeblich von den Medizinmännern bestimmt. Der Ursprung der Jagden liege klar bei ihnen. Aber auch Medizinmänner müssten sich an die Zeit anpassen, an ihre Kunden. «Zauberer, mit denen ich gesprochen habe, sagten mir: Eines Tages kamen die Leute mit einem neuen Wunsch. Alle fragten nur noch nach einem.»
Auch der Medizinmann, der an einem Sonntagmorgen in einem Maisfeld am Viktoriasee praktiziert, kennt dieses Phänomen. Der Platz sei geheim, wie man uns bald sagt, er würde immer wieder verlagert. Denn auch bei verdächtigen Medizinmännern sei die Polizei schon aufgetaucht. Habe nach Haaren, Knochen, Köpfen von Albinos gesucht, die von Zaubermännern wie diesem zu «Medizin» verarbeitet werden.
Nie, sagt eine Frau, die erschreckt aus einer Hütte kommt, seien Weisse an diesem Ort gewesen. Selten seien Weisse überhaupt an einem Ort wie diesem gewesen, sagt ein Verwandter des Knochenhändlers, der uns führt. Wir sehen Menschen, die angeblich seit einem Jahr schweigend vor einer Hütte sitzen und mit niemandem kommunizieren. Ausser mit dem Medizinmann. «Sie sprechen durch ihn», sagt der Verwandte des Händlers. Wir sehen Menschen, die ein Jahr lang für den Zaubermann arbeiten, ihm Geld zahlen, um zu lernen und so mächtig zu werden wie er. Wir sehen kleine Seen von Tierblut. Muschelgürtel, Speere, die weiter hinten im Boden stecken. Ihn, der hinter Büschen auf einem Schemel sitzt. Und seine sicher zwanzig im Gras wartenden Kunden.
Zehn Assistenten laufen hin und her. Über allem liegt das Gegacker verängstigter Hühner. Alle Kunden haben eines zwischen ihre Knie geklemmt. Alle hier warten auf ein Ritual mit nur einem Zweck: ihnen Geld und Reichtum zu verschaffen. Über die Leute hier in der Region sagt man in Tansania, sie seien die Reichsten und Wohlhabendsten im Land. Aber man sagt auch, in Mwanza wohnen die neidischsten und gierigsten Tansanier.
Dabei haben sich die Chancen in der Region durch zunehmende Vernetzung mit den Weltmärkten erhöht. Die Fischer auf dem Viktoriasee fahren Motorboote. Die Fischer auf dem See fangen jetzt riesige Mengen Fisch mit hypermodernen Netzen. Die Kritik europäischer Pessimisten an der Zerstörung des Ökosystems und an der neuen Ausbeutung afrikanischer Ressourcen kümmert hier wirklich niemanden. Überall entstehen neue Verarbeitungsfabriken für Fisch. Diese würden jetzt sogar um Fischer konkurrieren, erzählt man hier auf dem Platz, und ständig freiwillig die Preise erhöhen. Für einige Fischer kämen jetzt neue Perspektiven in Sicht. Der Kauf eines Motorrads, eines festen Hüttendachs, eines Autos. Doch diese Chancen und Perspektiven, sagen die Leute hier, habe nicht jeder. Deshalb würden sie beim Zauberer nach einer «Abkürzung» zum Reichtum suchen.
Das Problem im Huhn
Ein Mann hält ein Huhn mit beiden Händen auf Kopfhöhe, schaut ihm in die Augen. Und flüstert seine Sorgen in den Schnabel des Huhns. «Das Geld bleibt nicht, es geht weg. Und ich weiss nicht, wohin.» Dann köpft ein Angestellter des Medizinmanns das Huhn. Er federt es, schneidet es sorgfältig auf. Dann bringt er es dem Zauberer, der hinter Büschen unter einem Baum sitzt. Der schaut seinem Kunden ins Geschicht, wechselt ein paar Worte mit ihm. Dann schaut er auf das Huhn, es liegt zu seinen Füssen.
«Hier», sagt er, zeigt auf eine Ader des Huhns. Er zeigt auf den Kopf, drückt mit dem Zeigefinger die Leber ein wenig zur Seite. Er analysiert die Sorgen des Mannes mit Hilfe des Vogels. Er verharrt bei einem winzigen Blutgefäss. «Und hier.» Das sei es. Er zeigt auf einen kaum sichtbaren Punkt auf dem Blutgefäss. Das sei das Problem des Mannes. «Die Leute in deiner Umgebung sind nicht dein Problem. Aber die Sterne, die Reichtumssterne. Dieses Zeichen hier sagt mir, ob sie offen sind – oder geschlossen. Und bei dir ist es so: Sie sind geschlossen.»
Professor Mesaki sagt, ein neuer Wunsch brauche ein neues, ein gutes Zaubermittel. Besonders, wenn es ein derart grosser Wunsch wie Reichtum sei. «Es muss ein grosses Schauspiel sein. Und ein grausames. Vor einigen Jahren haben die Medizinmänner die Schädelhäute glatzköpfiger Männer als Wundermittel angeboten. Diese Mittel müssen möglichst gefährlich sein. Gerade bei so etwas wie Reichtum genügen getrocknete Schlangen oder ein Katzenfell nicht. Es muss schon etwas sein, für das man ins Gefängnis kommen kann – wie eben der Besitz von Albinokörperteilen. Je schwerwiegender das Problem, desto grausamer, brutaler muss das Mittel sein. Sonst glauben die Leute es nicht.»
Doch irgendwann nutze sich jedes Zaubermittel ab. Irgendwann bemerke auch der Letzte, dass es nicht wirkt. «Sie erfinden immer wieder neue Mittel.» Bei der Erfindung der Medizin für Reichtum aus Albinoknochen hätten die Medizinmänner auch auf Mythen über Albinos zurückgreifen können. Zum Beispiel auf die Legende, Albinos hätten magische Unsterblichkeitskräfte. In den Dörfern haben nur wenige Menschen jemals einen toten Albino gesehen, nie die Beerdigung eines Albinos.
Weil man sie in aller Heimlichkeit in ihren Hütten sterben lässt. Die meisten Albinos in Tansania werden nicht alt, sterben meist an Hauttumoren, im Durchschnitt schon im Alter von 45. Schwarze benötigen keine Sonnencreme, deshalb ist sie hier unbekannt. Kaum eine Familie kann die Veränderungen durch den Tumor im Gesicht oder an den Armen deuten. Aus Scham versteckt man die Kranken im letzten Leidensstadium. Und vergräbt sie meist innerhalb der Hütte. Sie verschwinden. Und die übrigen Dorfbewohner glauben, in ihren Knochen steckten magische Kräfte.
Auch der Medizinmann in diesem Maisfeld behauptet, «Reichtumssterne» öffnen zu können. Auch dieser Medizinmann namens Kaliba Nyanda bietet uns Albinoknochen zum Kauf an. Die Knochen würden zermahlen, mit Kräutern gemischt. Sie würden eingenommen oder in einer Augensalbe angewendet. Und schon steige die Menge der geborenen Kälber aufs Zehnfache, müssten Händler sofort neue Waren kaufen, würden Minenarbeiter grosse Eimer mit Gold aus den Stollen ziehen, weil sie es durch das Gestein hindurch sehen könnten. Sagt Kaliba Nyanda. Er garantiere für die Wirkung.
Politiker beim Zaubermann
«Allerdings», sagt Nyanda, «wird das Zaubermittel oft falsch angewendet.» Nyanda gibt der Medizin drei Monate Zeit, falls der Reichtum dann noch immer nicht erschienen ist, untersucht er mit den Kunden den Grund. Untersucht, wer schuld am Versagen der Medizin ist. Falls er es ist, gibt er das Geld zurück. «Aber die Kunden machen oft selbst den Fehler. Oft sind sie zu ungeduldig. Man darf die Medizin nur nachts anwenden – und nur bei dieser speziellen, seltenen Sternenkonstellation. Sonst wirkt sie nicht.»
Tansanias Präsident Kikwete hat den Aberglauben gerade wieder einmal die «Geissel des Kontinents» genannt. Nicht wenige sagen, Präsident Kikwete sei in Wirklichkeit der abergläubischste aller Tansanier. Zahllose Politiker verhexen am Regierungssitz Dodoma im Jahre 2008 andere Politiker. Gehen zu Zaubermännern, nehmen Zeitungsausschnitte mit, ein Interview des Rivalen. Der Zaubermann liest es, dann verbrennt er in einem Topf Medizin – und spricht dabei die Verwünschungen aus. Ein Politiker ist mit dem Auto von der Strasse abgekommen? Er wurde verhext. Dieser Aberglaube ist in allen Schichten Tansanias verbreitet. Jemand ist erfolgreich? Wegen schwarzer Magie. Eine Kommilitonin hat Kummer? Ja, warum geht sie nicht zum Medizinmann?
Medizinmann Nyanda hat Hunderte Kunden. Er besitzt zehn Hütten, er besitzt ein Spital. Er pflegt fünfzig Kranke. Kann Aids mit Kräutern heilen. Er besitzt ein Haus aus Stein eine Autostunde von hier, ein zweites für Gäste. Einen Traktor, Kühe im Wert von hundertfünfzig Durchschnittsjahreslöhnen. Sein Hemd ist zerrissen, aber er sagt, an Materiellem liege ihm nichts. Er könne einfach nicht anders, er müsse heilen. Er müsse das Erbe seiner Ahnen für die Mitwelt nutzbar machen. Er sei als Kind erblindet. Drei Jahre habe er nur von Wasser gelebt. Dann sei ihm plötzlich im Traum dieser Urahne erschienen. Seitdem sehe er wieder – und träume alles: die Vergangenheit, die Zukunft, er habe auch geträumt, dass heute Weisse zu ihm kommen und Fragen stellen würden. Und so träume er eben auch die Rezepte seiner Zaubermedizin. Ja, auch die Medizin für Reichtum aus Albinoknochen habe er geträumt.
Leider glaubt ihm das halbe Land. Leider ist die halbe tansanische Gesellschaft mit dem Glauben an Wahnsinn wie diesen infiziert. Die Gesellschaften fast aller Länder südlich der Sahara sind es. Viele Eltern versuchen, ihre Kinder vom Aberglauben fernzuhalten, doch irgendwann wird fast jeder angesteckt, fängt mit irrationalen Erklärungen für Chaos und Unordnung an. Kommt nie wieder davon los. Natürlich sind die Albinojagden auch eine Begleiterscheinung des wirtschaftlichen Transformationsprozesses. Doch schuld ist vor allem der Glaube, man könne nichts ohne oder gegen die Geister, ohne oder gegen den Medizinmann tun. Dieser Glaube ist die grösste Hypothek des Kontinents. Die Verstrickung in Dinge, die jeder Vernunft zuwiderlaufen, ist das grösste Zukunftshindernis Afrikas.
Sicher vor Grabräubern
In den Dorfschulen in Nordtansania gibt es keine Albinokinder mehr. Vor einigen Hütten haben Massai-Krieger mit Speeren und Wurfkeulen Stellung bezogen, Eltern von Albinos haben die Männer zum Schutz ihrer Hütten engagiert. Ein Mädchen namens Pendo komponiert religiöse Lieder, anstatt zur Schule zu gehen. Sie zeigt ihr Schreibheft voller selbst getexteter Gospels, später steht sie singend im Hof vor der Tür. «Die Leute haben den Mut, uns Albinos zu töten / Doch etwas vergessen sie. / Reichtum ist einen Mord nicht wert. / Gib uns Frieden / Gib uns Frieden / Gott.»
Maisbauer Yussuf hat sich eine Machete gekauft. «Wenn sie kommen», sagt er, «laufe ich weg, wie beim letzten Mal.» Er sei nicht darauf vorbereitet, einen Menschen zu töten. Er wisse nicht, ob er das wolle. «Aber wenn ich ihnen nicht entkommen, wenn ich sie nicht abschütteln kann, sie mich zu Hause überfallen, dann geht es nicht anders. Dann töte ich.»
Er hat seine Panga immer dabei. Auch jetzt, er steht bei Vumilias Mutter Njeme vor deren neuer Hütte. Njeme sagt, sie hätte Vumilia oft gemein behandelt. Sie als schwierig beschimpft, wenn sie als Baby während der Feldarbeit ihrer Eltern in der Sonne sass. Und weinte und schrie. Und nachher weiter schrie und überall Verbrennungen hatte. «Ich habe sie sogar als Fluch angesehen.»
Ihre eigene Mutter hätte ihr immer wieder gesagt: Dein Mann hat früher etwas Schlimmes mit einer anderen getan. Und sie, Vumilia, ist nun die Strafe dafür. Erst kürzlich hätte ihr ein Arzt an Vumilias Bahre erklärt, dass Albinismus so etwas Ähnliches wie eine Krankheit ist. Dass Vumilia nichts dafür konnte, dass ihre Haut in der brutalen Sonne Afrikas ständig verbrannte. Da erst hätte sie es verstanden. Und da erst hätte sie auch gemerkt, wie sehr sie ihre Tochter liebt.
Sie hat dann wochenlang nach einer sicheren Grabstätte gesucht. Einer, in die Räuber nur schwer eindringen und weitere Teile von ihr nehmen könnten. Ein solches Grab ist schwer zu finden. Dann hätte sie sich entschieden. Sie hättenVumilia ausgegraben und drei Meter tief unter der Küche ihrer alten Hütte versteckt. Und dann, um ganz sicher zu gehen, dass niemand kommen und sie stören könnte, die Hütte eingerissen. Die Trümmer über das Grab fallen lassen. Und eine neue Hütte gebaut.

Jäger schnitten Bibiana, 12, ein Bein ab. Ihre Schwester musste zusehen. | Andri Pol

Cecilia und Pendo gehen aus Angst nicht mehr zur Schule und haben sich die Haare gefärbt. | Andri Pol

Zaubermann Nyanda erfüllt mit Albinoknochen Wünsche. | Andri Pol

Pendo, 18, wird durch zwei Massai-Krieger beschützt. | Andri Pol

Knochenjäger griffen Yussuf an, er schützt sich nun mit Machete und Warnpfeife. | Andri Pol

Knochenhändler Ngwanabudo: «Nachfrage und Preise steigen.» | Andri Pol

Je mächtiger das Wundermittel, desto grösser der Fang der Fischer. | Andri Pol

Njeme Makoye mit Yussuf an der letzten Ruhestätte ihrer Tochter Vumilia. | Andri Pol
Ein Artikel der unter die Haut geht.
Der Horror könnte kaum grösser sein.
Ein Blick in eine Welt, die man nicht sehen und an deren Realität man nicht glauben möchte. Deshalb ist dieser Artikel wichtig.
Ich bin sprachlos und hätte nie gedacht, dass es so was Unfassbares Primitives gibt!
Ich würde jedem Weissen abraten, in so ein Land zu reisen – man weiss ja nie…
Der Artikel geht mir nicht mehr aus dem Kopf und mir tun diese Albinos sooooooo leid. Das wären echte Flüchtlinge, die wahrhaftig “an Leib und Leben” bedroht sind! Denen sollte man helfen! Denn die armen Seelen können sich keine Schlepper erkaufen, die ihnen die Reise ermöglichen. Was sind das bloss für Menschen dort, die den Albinos so etwas antun können; nein, man kann sie wirklich nicht als Menschen bezeichen.
Diese Jagd auf Albinos kommt mir ein bisschen zu bekannt vor. Oder wie war das vor einiger Zeit bei uns mit den Hexen und Hexer?
Was die Menschen in Tansania als letztes brauchen, ist unser Mitleid oder die westliche arrogante Art der Verurteilung. Vielmehr sollten wir verstehen wollen, weshalb die Medizinmänner noch immer solch hohe Macht besitzen und die Menschen, die in grosser Armut leben, Wünsche des unerreichbaren Reichtums haben. Und wenn Sie jetzt nicht vor der eigenen Haustüre zu wischen beginnen, schauen Sie sich den Film Darwins Nightmare an! Spätestens dann fühlen auch Sie sich verantwortlich für die Anliegen der Menschen aus Tansania und deren Armut.
Da können wir es schwarz auf weiss nachlesen, wie die Neger in Afrika ihre weissen Schwestern und Brüder barbarisch abschlachten und ausweiden. Wir erfahren auch einmal mehr, wie abergläubisch diese dummen Menschen bis hinauf zum Präsidenten sind. Mann, -frau und Kälber, Reichtum, Gold und Macht erkaufen sie sich mit immer krasseren Zaubermitteln. Raffinesse legen sie nur im Umgang mit ihren Albinoknochen an den Tag, für die sie eine Appellation d’origine contrôlée entwickelt haben. Zum Testen benutzen sie ein Transistorradio, dieses Ursymbol zivilisatorischer Errungenschaften. Und en passant: Die Zerstörung des Ökosystems kümmert hier wirklich niemanden.
Eine schreckliche Geschichte und die Bilder von Albinos sind eindrücklich. Immerhin erfahren wir neben zahlreichen Vermutungen auch eine konkrete Zahl: neun Tote im Umkreis von hundert Kilometern. Die sind leider kein Grund für News. Aus einer der ärmsten Regionen der Welt, malariaverseucht, mit einer Aidsrate von über einem Viertel der Bevölkerung und unweit von Rwanda, wo vor wenigen Jahren noch Hunderttausende unter den Augen von westlichen Mächten massakriert wurden und die Spannungen mit den versprengten Söldnerheeren heute wieder ein gefährliches Ausmass erreichen, gäbe es Wichtigeres zu berichten. Ausserdem werden diese Knochenjäger gerichtlich verfolgt, genauso wie Fritzl und Konsorten unter uns.
Es kann dem «Magazin» also nicht um News im Sinne einer Vermittlung von Grundlagen zu Wissen und Verständnis gegangen sein. Aber der Stoff eignet sich trefflich für eine unwiderstehliche Horror-Titelgeschichte mit einem weit entfernten Schauplatz, sodass der Leser sich ungehemmt an seiner Entrüstung aufgeilen darf und ihn dabei keine Betroffenheit stört.
So funktionieren scheinheiliger, unappetitlicher Sensationsjournalismus und Rassismus.
Dieser Artikel von Rico Czerwinski sollte zur Pflichtlektüre für jene Ethno-Romantiker erklärt werden, die immer noch den Traum vom edlen Wilden träumen und dafür plädieren, dass man sie in ihrer ach so heilen Welt des Animismus und Aberglaubens ungestört leben lassen sollte. Die ersten christlichen Missionare in Afrika haben zwar die westliche Zivilisation und Kultur mit der Verkündigung des Evangeliums (Frohbotschaft der Befreiung) vermischt und exportiert. Das Evangelium hat aber das Potenzial, sowohl die „Eingeborenen“ aber auch Menschen in unseren Breitengraden, von solch Angst machenden und menschenverachtenden Praktiken des Aberglaubens zu lösen und für das wahre Menschsein frei zu setzen.
Wir sollten uns hüten, die Knochenjäger von Tansania überheblich zu verachten, denn noch vor wenigen Jahrzehnten hat in unseren Breitengraden der Aberglaube Hexen verbrennen lassen. Die ganze Welt ist heute noch voller Aberglaube. Darum sollte man unbedingt ein paar Prinzipien hochhalten: Totale Trennung von Staat und Religion. Verfassung, Recht und Gesetz zum Schutz der Menschenrechte. Unabhängige Gerichte und loyale und starke Ordnungskräfte zur Durchsetzung dieser Menschenrechte. Dann können mir die Albinojäger, Witwenverbrenner, Frauensteiniger, Bibelverbreiter und Sektenbrüder gestohlen bleiben.
Sie haben eine neue, sicher nicht nur mir, bisher unbekannte Thematik aufgegriffen. Doch etwas weniger “Lagerfeuer”-Romantik entspräche dem traurigen Schicksal der Betroffenen besser.
Wieder einmal ein Artikel zu Afrika – leider einer, der unsere Klischeevorstellungen voll bestätigt. Zauberei, Klitorisbeschneidung und Kindersoldaten – ist das alles, was wir von Afrika hören und lesen wollen? Woher kommt unsere Lust auf Kannibalismus? Ich weiss, dass Albinos im Norden Tansanias verfolgt werden – das wird auch in tansanischen Zeitungen angeprangert und von der Regierung bekämpft. Sie registriert z.B. die traditionellen Heiler um schwarze Schafe fassen zu können. Es wird auch versucht, sie durch Umschulung von ihrer Tätigkeit abzubringen. Der Glaube an Zauberei gehört zur afrikanischen Kultur. Ihn als das grösste Hindernis für die Zukunft Afrikas zu bezeichnen ist absurd. Der Aberglaube ist die Folge, nicht die Ursache der wirtschaftlichen Rückständigkeit. Mehr Entwicklung bringt mehr Bildung. Und mehr Bildung, die Förderung eines wissenschaftlichen Verständnisses von Krankheiten und Naturphänomenen wird auch in Afrika den Aberglauben zurückdrängen.
Wo sind die Politiker die statt Wirtschaftswachstum endlich Menschenrechte verlangen , die Würde des Menschen ernst nehmen, den Teufeleien Einhalt gebieten? Existenzsicherung durch Verkauf von Menschenknochen. Dass nun auch Albinos um ihr Leben fürchten müssen, das haben wir nicht erwartet. Noch eine kleine Weile und der Kannibalismus wird wieder à la mode sein. Geschäft ist Geschäft.
Das Thema an sich finde ich sehr interessant. Jedoch die Art und Weise, wie der Autor die Einwohner Tansanias als abergläubische, rückständige Trottel darstellte, als sehr überheblich und undifferenziert.
Lieber Kurt Keller, pardon, aber wie Sie mir wegen dieser Geschichte Rassismus unterstellen können, verstehe ich nicht. Das doppelt schwere Schicksal der Albinos in Tansania hat mich erschüttert. Dieser Erschütterung habe ich mit diesem Text Ausdruck zu verleihen versucht – und das Phänomen in seinen sozialen und ökonomischen Kontext eingeordnet. Warum vermuten Sie allein deshalb derartige Motive bei mir?
Und, lieber Remo Mijnssen, als “Trottel”, wie Sie schreiben, habe ich die Tansanier überhaupt nicht erlebt. Aber leider ist der Aberglaube doch erschreckend weit verbreitet. Obwohl die Menschen dort längst nicht so weit “hinter dem Mond” leben, wie viele Europäer glauben. Selbst gebildetete Tansanier aus der Elite des Landes, die längst das Internet nutzen, Zeitung lesen, zur Schule oder gar zur Universität gehen, glauben an irrationale Kräfte, die ihr Leben beeinflussen und denen sie sich teilweise unterwerfen. Der Aberglaube scheint in Besorgnis erregendem Ausmass unbeeinflusst von Bildung und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.
Ist mir neu, dass wir uns für arme Menschen in Afrika interessieren.
Lieber Herr Czerwinski, ich unterstelle Ihnen keineswegs Rassismus, sondern sage, dass Rassismus unter anderem über die publizistische Ausschlachtung von ehrlichen, vielleicht etwas naiven Geschichten Ihrer Art funktioniert – aber das haben Sie ja inzwischen anhand mindestens einer Zuschrift auch gesehen: « …man kann sie wirklich nicht als Menschen bezeichnen», steht da.
Und liebe Frau Doll, Kannibalismus ist schon länger wieder à la mode. Denken Sie an den Organhandel, an die systematische Ausschlachtung der Opfer von Tausenden von vollstreckten Todesurteilen in China und an die Netzwerke von Organaufkäufern in den Slums der Dritten Welt. Aber darüber zu berichten ist schwieriger, die Kunden bewegen sich unter uns und wahrscheinlich sind uns auch die Drahtzieher sehr viel näher als uns lieb ist.