Die SVP

Die SVP ist so sehr gegen Fremdes, dass sie sogar Ärger lieber hausgemacht hat. Besuch beim Sorgenkind in Luzern.

10.10.2007 von Ruedi Leuthold , 4 Kommentare

Nie würde ich SVP wählen. Ich wähle die, die mich am meisten aufregen, Linke und Grüne. Das ist die politische Heimat, die ich mir aus irgendwelchen Gründen einmal ausgesucht habe. Aber wenn ich weg bin, weit weg von zu Hause, trage ich Bilder mit mir von einer einfachen, währschaften Schweiz, in der man friedlich zusammenhockt, ein bisschen proletet, ein bisschen schweigt, in der man dankbar ist dafür, dass es der Himmel nicht schlecht meint mit uns, und in der man zusammensteht, wenn Not am Mann ist. Das sind Bilder einer Schweiz, welche die SVP verteidigt. Vielleicht deswegen, muss ich gestehen, sind mir viele SVP-Leute sympathisch. Ich verstehe ihre Politik nicht, aber ich verstehe ihre Sehnsucht.

Vielleicht sollten wir die Heimat, dieses verschüttete Kind der linken Seelen, selber wieder ein bisschen mehr hätscheln und umarmen. Damit die SVP nicht ganz allein für diese Liebe aufkommen muss. Der Gedanke mit dem Umarmen aber kam mir, ehrlich gesagt, erst, als ich Yvette Estermann getroffen hatte, SVP-Nationalratskandidatin aus Kriens, ärztin und Homöopathin. Nicht nur, weil die Frau ausgesprochen gut aussieht. Sondern weil ich nie gedacht hätte, dass mir je eine eingebürgerte Slowakin die SVP erklären würde. Und eine Erklärung hatte ich sehr nötig, nachdem ich mich ausführlich mit den Luzerner Platzhirschen unterhalten hatte, fast schon archetypische Vertreter des SVP-Personals mit ihrer vaterländischen Direktheit, ihrem Hang zu Verschwörungstheorien und ihrer von undurchschaubaren Kränkungen genährten Eiferei gegen Andersdenkende.

Der vaterländische Stosstrupp, der die Luzerner Politik in die Sätze treibt und der schweizerischen Mutterpartei Sorgen bereitet, besteht aus: Walter Häcki, Arzt und Gründungsmitglied der SVP Luzern; René Kuhn, Parteipräsident in der Stadt Luzern; Yves Holenweger, Fraktionschef und Scharfmacher im städtischen Parlament. Sorgen bereitet die Luzerner SVP, weil ihr kantonaler Stimmenanteil mit 19 Prozent für einen ländlich geprägten Kanton sehr unterdurchschnittlich ist.

Urs Wollenmann, Sekretär der städtischen Sektion der SVP Luzern, vermittelte die Kontakte. Er war, wie alle andern Gesprächspartner, ausgesprochen freundlich. Obwohl die lokale SP ihre SVP-Widersacher immerhin schon als unsozial, kulturfeindlich, destruktiv, unflätig und arrogant bezeichnet hatte.

Urs Wollenmann gestand, er sei mit einer Russin verheiratet, und gerade auf diesem Hintergrund sei es absurd, immer wieder den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit zu hören. Auch Parteipräsident René Kuhn hat eine Russin zur Frau; und Daniel Bühlmann, der so rasch zu Fall gekommene erste SVP-Regierungsrat des Kantons Luzern, ist von einer Frau aus der Dominikanischen Republik geschieden und mit einer andern wieder zusammen.

Der Feind in ihr

Diese Frauengeschichte, so stellte sich heraus, verfügte über ihre ganz eigene Fatalität, ebenso wie die Auseinandersetzung um den Bau eines neuen Fussballstadions, das in Luzern die Gemüter bewegt. Eine klare Parteilinie gibt es bei der SVP aber so wenig wie ein Stammlokal; die Freiheitskämpfer scheinen eher individualistische Haudegen und mehr anarchistische Polterer zu sein als eingeschworene Patrioten; ihre Rede ist ungeschminkt und kennt kein politisches Kalkül und keine Rücksicht auf Verluste, auch nicht in den eigenen Reihen.

Deshalb stellt sich die SVP hin und wieder selber ein Bein.

Und deshalb scheint mir die ganze Aufregung um die SVP häufig übertrieben. Die SVP ist sich ja, wie es die Luzerner beweisen, selber Feind genug. Was nicht heisst, dass man ihre Vertreter nicht ernst nehmen sollte. Das sind immerhin Leute, die gegen Wind und Wetter die

Tugend des offenen Wortes pflegen. Und wenn sie ihre Gefühle und Sorgen nicht richtig ausdrücken können, so heisst das noch lange nicht, dass sie keine haben.

Aber auch dieser Gedanke kam mir erst, nachdem ich Yvette Estermann getroffen hatte. Weder Walter Häcki noch Yves Holenweger, noch René Kuhn sind Luzerner. Keiner ist ein Begünstigter dieses mildtätigen politischen Klimas, das sich entwickelt hat in einer Stadt, die auf die Dauer zu klein und zu schön ist, um sich immer zu streiten. In den Siebzigerjahren beklagte die Poch, Progressive Organisation der Schweiz, den bürgerlichen Filz. Heute, da einer der ihren als Vertreter der Grünen im Stadtrat sitzt, ruft die SVP: Sozialmafia, linke Umverteilungsaristokratie, Kulturclique, Filz.

Nein, es sind keine Sängerknaben, die Vertreter der Stadtluzerner SVP, wenn sie mal loslegen.

Opfer oder Lappibueb

Im Grossen Stadtrat hat sich die Fraktion mit Vorstössen gegen die Fusion von Luzern mit der Gemeinde Littau zur Wehr gesetzt. Gegen den Bau der Universität. Gegen einen Fixerraum. Gegen eine EU-Flagge am Rathaus. Gegen den «Radarwahnsinn» von 19 permanenten Tempokästen und 23 Rotlichtüberwachungen. Gegen Strassenprostitution. Gegen die Islamisierung der Stadt Luzern. Für jährliche Drogentests bei Schülern ab 13 Jahren. Für ein weltweites Walfangverbot. Walter Häcki hat eine Arztpraxis in der Luzerner Innenstadt, er besitzt eine krächzende Stimme, ein überbordendes Temperament, und er hat diesen gewissen Hang zu Verschwörungstheorien.

Jedenfalls denkt er, dass Daniel Bühlmann, der SVP-Regierungsrat aus Emmen, der nicht wieder gewählt wurde, nachdem herausgekommen war, dass er private Betreibungen am Hals hatte, durch die CVP und die Medien gezielt zu Fall gebracht wurde. Die hätten Details aus seiner Scheidungsgeschichte ans Licht gezerrt. Für andere Parteifreunde ist Bühlmann einfach ein Lappibueb, der es nicht verstand, seinen privaten Haushalt in Ordnung zu halten.

Frauen: schwierig

Walter Häcki, damals noch Mitglied der FDP im Kanton Zürich, kam 1991 nach Luzern, und als er entdecken musste, dass es hier keine bürgerlichen Kandidaten gab, die diesen Namen verdienten, beschloss er, eine Sektion der SVP zu gründen. Ihn empörte der liberale Umgang mit den Drogenabhängigen; als Arzt waren ihm Mitleid und Verständnis der falsche Ansatz, die Drogenkranken zu heilen; nur eine harte Hand konnte helfen, das war seine Predigt.

Walter Häcki war das Schlachtross, das in vielen Wahlen den Siegeszug der SVP anführte, die in kurzer Zeit zu einer starken Partei in Stadt und Kanton Luzern wurde. Erst in diesem Jahr kam der Rückschlag: Abwahl von Regierungsrat Daniel Bühlmann, Verlust von drei Grossratsmandaten. Von den 22 Gewählten waren nur drei Frauen. Doch noch diese drei scheinen für Häcki ein Problem zu sein.

Denn Walter Häcki, so muss man sagen, ist überzeugt davon, dass der Niedergang von FDP und CVP, respektive deren Hinwendung zu einem sozialliberalen Kurs, darin begründet liegt, dass die Frauen sich stärker in die Politik einmischten und sich für ihre Anliegen auch besser organisierten als die Männer.

Von der Natur her, krächzte Walter Häcki auf seine fröhliche Weise, ist es so, dass die Männer kriegerischer sind. Die Frauen sind Mütter und linker. Das finde ich gut. Aber wenn man eine Parteilinie hat, muss man aufpassen, wen man auf die Liste nimmt. Sonst passiert uns das Gleiche wie den Liberalen. Die Frauen haben immer mit den Linken gewählt. Und wenn man jemanden mal auf der Liste hat, bringt man ihn nicht mehr weg.

Und wie steht es mit dem Fussballstadion auf der Allmend, Herr Häcki? Da fordert jetzt die SVP, die Fans sollen es mitfinanzieren. Ist das nicht eine selbstmörderische Politik, gegen die eigene Anhängerschaft gerichtet? Ach, das haben die Medien falsch rübergebracht.

Wie gesagt, eine eigenständige Sicht der Dinge findet man bei den SVP-Leuten immer, und das macht auch einen Teil ihres Charmes aus. Während Walter Häcki also eher der joviale Typ ist mit dieser Neigung, die Probleme in den eigenen Reihen bösen gegnerischen Mächten in die Schuhe zu schieben, ist René Kuhn mehr der, der in guter ländlicher Manier auf den Tisch haut. Er ist der Das-kann-es-doch-nicht-sein-Typ. Zu viel Staat, zu viele Steuern, zu viele Ausländer, das kann es doch nicht sein! Deshalb ist er in die Politik eingestiegen, zuerst bei der Freiheitspartei, dann bei der SVP. 2000 Studenten heranzüchten, die danach sowieso nicht SVP wählen, das kann es doch nicht sein! Zweimal wöchentlich rasiert der Mann seinen Schädel, und mindestens so rein wie seine Kopfhaut muss seine Seele sein. Es gibt kein grösseres Drecksgeschäft als die Politik, seufzte er. Filz, Verbandelung, sich Aufträge zuschanzen, himmeltraurig gehe es zu und her, sagte er in seiner Wohnung am Stadtrand von Luzern.

Wir sind die Aussätzigen

An der weissen Wand hängen schöne Bilder mit Motiven aus Russland, von seiner Frau gemalt, und als sich René Kuhn gerade über die Folgen der antiautoritären Erziehung beklagt hatte, fragte ich ihn, ob es einfacher sei, das traditionelle Familienbild der SVP mit einer Russin zu leben als mit einer Einheimischen.

Nein, antwortete er, das kommt nicht drauf an. Bei den Wahlen streichen SVP-Frauen die SVP-Kandidatinnen. Weil sie sagen, die Frauen haben nichts verloren in der Politik, die sollen zu Hause bleiben.

Dann erzählte René Kuhn von den Schwierigkeiten seiner politischen Arbeit, er habe schon Morddrohungen erhalten, nachdem er sich für die Räumung eines besetzten Hauses stark gemacht habe, als Frauenhändler sei er beschimpft worden, weil er als Informatiker auch für ein Partnervermittlungsbüro gearbeitet habe.  

Ich erinnerte René Kuhn daran, dass seine städtische SVP nicht zimperlich umgeht mit ihren Gegnern. Dieser aggressive Politstil hat in der SVP selber zu Auseinandersetzungen geführt. Das Volk verstehe diese Art der Politik nicht, wetterte ein Vorstandsmitglied der Kantonalpartei, und schlug vor, die städtische Sektion zu schliessen und neu zu gründen.

Wir müssen in der Stadt anders politisieren als auf dem Land, verteidigte sich René Kuhn. Hier sind wir der Feind Nummer eins. Wir sind die Aussätzigen. Wir müssen auf den Tisch hauen, aggressiver sein, sonst werden wir gar nicht gehört.

Der Einpeitscher dieser knallharten Oppositionspolitik ist Yves Holenweger, 1969 geboren, Versicherungsbroker. Bevor er Fraktionschef geworden war, so verriet er nicht ohne Stolz, war sein heutiger Kampftrupp bloss eine Kuschel-SVP. Dass sie es bald nicht mehr war, bewies der ungestüme Ausfall eines CVP-Grossstadtrates. Er warf Holenweger vor, «ein seltsames, fast animalisches Verhalten sichtbar zur Schau zu stellen». Dafür musste er sich, vom Richter verfügt, entschuldigen.

Tatsache ist, dass Yves Holenweger kein gemütlicher Zeitgenosse ist, auch nicht sein will. In den Beizen zu hocken, wo auch Politik gemacht wird, ist ihm Zeitverlust. Politisiert hat ihn ein langer Bauprozess, den sein Vater, ein städtischer Chefbeamter, mit seinem eigenen Arbeitgeber führte. Da, sagte Holenweger, als wir uns in einem Restaurant in Adligenswil trafen, da habe er gesehen, welche brutale Machtinstrumente die CVP und die Liberalen zücken könnten, wenn sie ihre Interessen durchsetzen wollten.

Schweiz als Krankheit

Als ob die Kränkung anhalte, kämpft Yves Holenweger nun mit fast missionarischem Eifer gegen den linksgrünen Filz. Aber er kämpft auch für Recht und Wahrheit, wie er sie versteht, und wenn er dafür tief ins eigene Fleisch schneiden muss.

Im Grossen Stadtrat fuhr Yves Holenweger seinem eigenen Parteifreund in die Parade, dem Präsidenten des FC Luzern, und warf ihm vor, alle Gesetze auszuhebeln, nur damit er zu seinem Fussballstadion komme. Er forderte, dass die Fussballfans ihren finanziellen Anteil ans neue Stadion beitrügen, und als es wieder einmal zu Ausschreitungen von Fans kam, forderte er den Stadtrat gar auf, dem FC Luzern das Spielfeld zu kündigen.

Darauf trat der FCL-Präsident aus der städtischen SVP und aus dem Grossen Stadtrat zurück. Bei den nächsten Grossratswahlen verlor die SVP drei Sitze.

Wie in einem griechischen Drama, in dem die Götter von keinem Gegner, nur von ihren eigenen Schwächen besiegt werden können, wurde auch noch der erste Regierungsvertreter abgewählt, den die SVP des Kantons Luzern je hatte. Daniel Bühlmann hatte sich nach einer kostspieligen Scheidung verschuldet. Dann wurde er in den Regierungsrat gewählt, jedermann bescheinigte ihm eine hervorragende Arbeit als Finanzdirektor, bloss vernachlässigte er über der Arbeit die häusliche Buchhaltung. Seine zweite Frau aber, wieder aus der Dominikanischen Republik, unvertraut mit hiesigen Zahlungsfristen, konnte ihm dabei nicht helfen. Die Betreibungen kosteten ihn das Amt.

Offenbar hat die SVP also ein viel intimeres Ausländer(innen)problem als das sattsam bekannte, und an diesem Punkt meines Vorstosses in das Innenleben der Vaterlandsverteidiger war mir klar, dass nur eine Frau weiterhelfen konnte.

So traf ich Yvette Estermann, SVP-Grossrätin aus Kriens, Kandidatin für den Nationalrat, der Liebe wegen aus der Slowakei in die Schweiz gekommen, und gleich nach der Einbürgerung in die SVP eingetreten. Weil die sich gegen den Beitritt zur EU eingesetzt hatte, das war ihr, nach ihren Erfahrungen mit den russischen Besetzern in ihrer Heimat, als die einzige natürliche Reaktion eines freiheitsliebenden Volkes erschienen.

Nie, sagte sie, hätte sie als Frau Probleme gehabt in der SVP, obwohl sie alles andere als aggressiv auftrete, das ihre sei das Einfühlsame, aber Bestimmte. Sie verstehe eben die Männer, ihre Angriffslust und ihr Draufgängertum, aber es brauche beides, auch den Weitblick der Frauen. Wie es denn komme, fragte ich die Männerversteherin, dass immer mehr Parteikollegen bei der Wahl ihrer Frauen nicht mehr auf einheimische Qualität vertrauen, sondern ihr Glück im Ausland suchten.

Und dann sprach Yvette Estermann davon, wie sie die Schweiz erlebte, als sie aus der Slowakei kam, und es tönte fast, als sei sie auf ein verstocktes Volk von Hinterwäldlern gestossen: Mädchen, die nicht studieren durften; die grosse Distanz zwischen den Geschlechtern; der Anstand der Schweizer, der oft nur Angst war, gegen die Gesetze einer strengen sozialen Kontrolle zu verstossen.

Sicher, dachte ich ein bisschen traurig, weil mir das alles bekannt vorkam, die Schweiz ist eine Krankheit, nur haben nicht alle das gleiche Rezept dagegen.

Sie begreife die Schweizer Frauen, fuhr Yvette Estermann fort, die nach all der Benachteiligung ins Extrem der Emanzipation und des Feminismus fielen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Wir, sagte sie, hatten das nicht nötig. Wir waren immer schon emanzipiert.

So, wie sie es sagte, tönte es tatsächlich nicht so, als ob ihr je ein Mann, von der SVP oder nicht, Angst gemacht hätte. Wieso, Frau Estermann, wählen Schweizer die SVP? Wir sind das Ventil, das es den Leuten erlaubt, Dampf abzulassen.

Und dann war Sempachertag, Festtag der Luzerner SVP, Bundesrat Blocher betrat den Saal, wie ein Schwingerkönig von einer Treichlergruppe begleitet, die Nationalratskandidaten hatten sich in den Anzug geworfen, das Volk hockte schwer in den Stühlen, eine Tischreihe war voll mit schweigsamen Kahlköpfen, auf einer Karte leuchtete das Schweizer Kreuz, darauf der Text der Nationalhymne und das Logo der SVP: Schweizer Qualität.

Yvette Estermann verkaufte Lose und trug die Entlebucher Tracht mit der weissen Bluse, dem 350-fältigen Jupe, den Wollborten in Grün und Rot, den Farben des Entlebuchs. Zur Tracht gehörten auch weisse Handschuhe, welche die Finger frei liessen und weit über die Handgelenke hinausreichten. Zwischen den Maschen blitzte weisse Haut auf, und irgendwie schien das Stück an dieser Frau aus dem Kleiderschrank einer anderen, weiteren, offeneren und verlockenden Welt zu stammen. Und ich überlegte mir, ob ich nicht doch die SVP wählen sollte, der doch bestimmt nichts besser bekäme als eine liebevolle, einfühlsame Domina..

Animal politique: Geissbock Zottel bei seinen Freunden | Bild: Fabian Biasio
Animal politique: Geissbock Zottel bei seinen Freunden | Bild: Fabian Biasio
Swiss quality: Sempachertag der Luzerner SVP | Bild: Fabian Biasio
Swiss quality: Sempachertag der Luzerner SVP | Bild: Fabian Biasio
Wir über uns für uns bei uns: SVP-Podium in Ueli Maurers Heimat Hinwil | Bild: Fabian Biasio
Wir über uns für uns bei uns: SVP-Podium in Ueli Maurers Heimat Hinwil | Bild: Fabian Biasio
Ein bisschen proleten, ein bisschen schweigen: Festtag der Luzerner SVP, Stadthalle Sempach | Bild: Fabian Biasio
Ein bisschen proleten, ein bisschen schweigen: Festtag der Luzerner SVP, Stadthalle Sempach | Bild: Fabian Biasio

Die Diskussion

4 Reaktionen

  1. Fritz Sommer

    Ich bin besorgt über den Weg, den die SVP eingeschlagen hat. Wer sich jemals mit den Ereignissen beschäftigt hat, die für Deutschland zu einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte führte, wird mir beipflichten.Besonders problematisch ist, dass das Gedankengut dieser Partei mit ihrem Volkstribun und und Vordenker an der Spitze, die kahlgeschorenen, schwarz gestiefelten, braunen Typen fasziniert und anzieht. Bürger die sich von den blauäugigen Parteien in Sachen Asylmissbrauch, Kriminalität und Verlust der Heimat etc.nicht vertreten fühlen, sehen die Lösung der Probleme bei jenen die Hass und Abneigung gegen alles Frende und Randständige als "saubere" Politik propagieren. Man schaue sich nur das doppelseitige Foto aus der Stadthalle in Sempach an: Was ist denn so packend an der Botschaft die dort vermittelt wird? Wahrscheinlich das was sie hören wollen. Wären die Menschen aufgeklärt über die möglichen Folgen dieser Politik, sähe man weniger Begeisterte in dieser Halle! Ob die Versprechungen der SVP, welche es ausgezeichnet versteht, "Wutwähler" zu mobilisieren, jemals in der Lage sein wird, diese auch auf menschenwürdige Weise umzusetzen, wird uns die Zukunft zeigen.

  2. Roland Käser

    Die SVP kann ich nicht wählen, weil mir die zunehmend totalitären Ansätze Angst machen und ich nicht später sagen möchte, das habe ich nicht gewollt! Zwischen Bern und Münsingen sehe ich nur SVP-Plakate. Wer soviel in die Macht investiert, will dieses Geld rentabel anlegen!
    Die SP kommt nicht in Frage, weil die immer noch nicht gemerkt haben, woher unter anderem das Geld für Sozialhilfe und Umweltschutz kommt (aus der oft bekämpften Wirtschaft). Noch mehr Steuern – ist das wirklich der Weg? Hat die SP Gurken auf den Augen, oder wollen sie die wahren Probleme der Bevölkerung nicht sehen? Einzelne Politiker (Sommaruga) überzeugen, die SP insgesamt aber nicht. Die Grünen mit dem Provokateur Daniele Jenni (Reithalle-Verteidiger und SVP Gegendemonstration-Organisator) und der VCS-Verhinderin Franziska Teuscher lassen meinen Blutdruck steigen. Obwohl ich mich selber als sehr grün einstufe. Solange diese Partei solche Scharfmacher in ihren Rängen hat, kann ich höchstens Einzelpersonen unterstützen. Die CVP profitiert zwar wieder einmal von jenen, welche die Extreme meiden. Aber ist diese Partei wirklich familienfreundlich? Die vielen Richtungsänderungen der vergangenen Jahre machen mir keinen Mut den CVP-Stimmzettel einzulegen. Die FDP mit ihrem liberalen Gedankengut ist mir an und für sich sympathisch. Aber Listenverbindungen mit der SVP zeigen, dass zwischen Theorie und Praxis einiges nicht klar ist. Macht und nicht die Problemlösung wird priorisiert. EDU (DJ Bobo Petition) und SD (Die Schweiz den Schweizern) kann ich schon gar nicht ernst nehmen. So wie mir dürfte es vielen Stimmberechtigten gehen, welche momentan das Stimmmaterial vor sich sehen. Ich hoffe nun auf die Grünliberalen, welche im Kanton Bern ihren Aufbau vorbereiten. Neue, unverbrauchte Leute braucht das Land! Hoffentlich macht die neue Partei einiges besser!

    Bastian Stalder
    Wenn Ihnen, Herr Käser, die FDP an sich sympathisch ist, sollten Sie sie gleich wählen. Die Listenverbindungen mit der SVP begrüsse ich auch nicht. Aber diesbezüglich haben die Berner hier richtig entschieden und der SVP den Rücken gekehrt.
    Übrigens: Die Grünliberalen gingen in Zürich eine Listenverbindung u.a. mit der EDU ein, also das kann es ja auch nicht sein…

  3. Joel Weibel

    Auch wenn ich selbst die FDP nicht wählen würde, so bin ich doch überzeugt, dass die FDP mit einem klaren Bekenntnis gegen die SVP und gegen Blocher (inkl. Abwahl am 3.Dez) ein paar Stimmenprozente gut machen könnte.
    Ausserdem glaube ich, dass die Allianz der grossen Parteien gegen Blocher und seine Jünger unser Land vor einer Führer-Politik Blocherscher Prägung bewahren würde, welche (spätestens) seit dem diesjährigen Wahlkampf als ernsthafte Gefahr für die Demokratie und die Menschenrechte in unserem Land gesehen werden müssen.

  4. Profile Pic
    Andreas Kyriacou

    Auf einmal wird ein fast zwei Jahre alter Artikel wieder tagesaktuell. Eigentlich hätte die SVP voraussehen müssen, dass Kuhn für sie sogar zur parteiinternen Belastprobe wird. Kuhns Selbstwahrnehmung scheint merklich verzerrt, nicht nur in Bezug auf seine eigene Ausstrahlung, wie wohl das Polit-Castingzeigen wird. Auch wenn man bei der Bewertung ausschliesslich reine Äusserlichkeiten berücksichtigt, haben René Kuhn und seine Parteigenossen gegen viele der von ihm angegriffenen rotgrüne Frauen nicht den Hauch einer Chance.

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