26.09.2008 von Wolfgang Buescher , 2 Kommentare
Rom im September ist voller Touristen und Pilger und immer noch heiss. Wer sich durch die zweitausendjährig enge Via Appia aus der Stadt hinausquält, sieht bald die Sommerpaläste des römischen Adels in den Hügeln auftauchen.
Einer von ihnen ist leicht identifizierbar an seinem auffälligen Turm, der vatikanischen Sternwarte: Castelgandolfo, Sommersitz der Päpste.
Rein und klar ist die Luft hier oben, deutlich frischer als in der hitzeflirrenden Ebene. Das Tor des Sommerpalastes öffnet sich zu einer kleinen Piazza, um die herum schart sich ein hübsches Städtchen, dessen barocken Gelb- und Rottöne die Nachmittagssonne warm erstrahlen lässt. So heiter ist es, so leuchtet alles, als sei nichts Böses in der Welt.
Hier ist Vatikanstaat. Castelgandolfo ist exterritorial. Dieser Nachmittag ist es auch, eine Stunde ausserhalb des Weltgetriebes. Schweizer Gardisten salutieren und weisen den Weg zum roséfarbenen Palast. Dessen Tür öffnet sich, man führt den Gast in einen kleinen Audienzraum – Marmorboden, ein Tisch, ein Tablett mit Wasser und weissen Plastikbechern – und bittet um ein wenig Geduld. Er werde gleich kommen.
Er kommt gleich.
Erster Eindruck: ein Mann Anfang fünfzig im Zenit seines Lebens.
Strenges Schwarz trägt Georg Gänswein. Keine kleinen Extravaganzen heute. Nicht das lila Innenfutter in den Talarärmeln. Keine besonderen Schuhe. Sieht er wirklich so gut aus wie auf den Fotos?
Mitunter staunt man über die Wunder medialer Balsamierungskunst, trifft man manche Helden der Popkultur leibhaftig. Bei diesem nicht. Ein schöner Mann, ja. Vielleicht etwas weniger hollywoodesk als auf den perfekt ausgeleuchteten Fotos, dafür lebendiger. Der zweite Eindruck: gerade. Keine Spur von vatikanischer Marmorkühle, von Zurechtgeschliffenheit in Jahrzehnten der Diplomatie.
In dem Bild, das Protestanten sich von katholischen Würdenträgern machen, bebt immer noch Luthers Abscheu nach, ihm sind bis heute die Farben Bigotterie und Gewundenheit beigemischt, eine habituelle Falschheit der papistischen Herren. Das Auftreten, die ganze Art des Mannes, der jetzt hereinkommt, sind das Gegenteil dessen. Energischer Gang, fester Händedruck und eine Art zu reden, die so gar nichts Gezirkeltes hat. Pilot könnte der sein. Chef einer Exportfirma aus dem Schwarzwald, wo er ja herkommt, irgend so ein hochspezialisierter Maschinenbauer, wie sie dort gedeihen.
Der Vatikan ist eine hochspezialisierte Maschine – Zentrale der einzigen echten Weltkirche, zugleich ein Wunderwerk globaler Diplomatie. Und manchmal eine Schlangengrube, durchzischelt von Neid, Ehrgeiz, Intrige. Auch das wird Gänswein erlebt haben, der Weltstar aus dem Nichts, bis vor Kurzem ein Unbekannter in Rom. Sein Name stand gewiss nicht auf vatikanischen Karrierelisten.
«Ich kannte Clooney gar nicht»Er bemüht keine höflichen Belanglosigkeiten, nicht mal zum Warmwerden. Auf Nachfrage spricht er über die Krankheit seines über achtzigjährigen Vaters («Er war ein Löwe!») und darüber, was er für ihn tun kann. Dann will er wissen, um was genau es gehen solle im Gespräch. Nun, es soll um Stil und Formen gehen und darum, was Kirche und Glauben damit zu tun haben… um die plötzliche Attraktivität des Papstes und seines Privatsekretärs. Ein belustigter Ausdruck erscheint auf seinem Gesicht. Als die Welle über ihn schwappte, als er plötzlich über sich las: «Sunnyboy in der Soutane», «George Clooney des Vatikans» – was war seine erste Reaktion? Breites Lächeln.
«Ich wusste gar nicht, wer George Clooney ist. Naja, vielleicht hatte ich den Namen mal gehört. Ich war überrascht von alldem. Ich hatte keine Erfahrung, wie mit solchen Sachen zu verfahren ist.» Und jetzt?
«Ach, der Schuss wird abgegeben, und er verhallt irgendwann. Ich bleibe gelassen und schau mir das an. Donatella Versace hat noch mal nachgelegt, das wunderte mich.» Frau Versace warb damit, der schöne Don Giorgio habe sie zu einer Männermodelinie inspiriert.
Mode kommt und geht. Könnte es dennoch sein, dass in alldem ein ernster Kern steckt – eine Sehnsucht nach Schönheit in der Welt sowie in der Kirche? Dass Schönheit nicht nur eitel Tand und Glitter ist, sondern der Abglanz von etwas, nach dem wir uns sehnen? Immerhin ist es sein Papst, der die Schönheit der alten Liturgie wieder ins Licht setzen möchte. Bei seiner Generalaudienz am Morgen vor zehntausend Pilgern unten in Rom hat Benedikt XVI. die Liturgie einen der Wege zur Begegnung mit Gott genannt, gleichrangig mit der Heiligen Schrift und dem Gebet.
Das unterscheidet ihn von seinem Vorgänger Johannes Paul II., mit dem ihn sonst viel verbindet. Der polnische Papst liess sein Charisma strahlen, in liturgischen Dingen war er eher wurschtig. Mitunter trat er bei seinen telegenen Massen-Events in poppigen Gewändern auf, die eher Hollywood-Erfindungen zu sein schienen als päpstliche Attribute. Und nun legt ausgerechnet der Bayer auf dem Papstthron ein Feingefühl für Hüte, Hirtenstäbe und Kleider an den Tag, das dem bescheidenen, römische Gesellschaften eher meidenden Kardinal Ratzinger kaum einer zugetraut hätte.
Mit Baskenmütze und Aktentasche sah man ihn zur Glaubenskongregation eilen, manche behaupten sogar, ihn mit einer Plastiktüte gesehen zu haben.
Vom Tag seiner Wahl zum Papst ist die römisch knappe, vernichtende Bemerkung eines Aristokraten aus altem Adel überliefert: «Beve Fanta!» Er trinkt Fanta – ein Verächter unseres Weins, unserer feinen Lebensart, muss man mehr sagen? In der Tat mag der Heilige Vater jenes Getränk und macht sich nicht viel aus Wein. Wie erklärt sich dann die Wendung zur Eleganz: nicht bloss rote Schuhe, sondern auch extravagante Hüte, elegante Freizeitjacken und Sonnenbrillen? Gänswein muss es wissen, ist er es doch, der dem Heiligen Vater die Kleider hinlegt und vor den Kameras der Welt zurechtzupft, die der Papst dann am Altar und bei allen Gottesdiensten trägt; Gänswein und natürlich Monsignore Guido Marini, der neue Zeremonienmeister des Papstes.
«Es ist Tradition seit einigen Jahrzehnten», sagt Georg Gänswein, «dass Päpste rote Schuhe tragen. Papst Benedikt XVI. wollte aus dieser Tradition nicht ausbrechen.» Nun gut. Aber es geht nicht nur um Schuhe und ein paar wiederentdeckte alte Hüte wie den leichten, breitkrempigen Saturno für den italienischen Sommer und die hermelinbesetzten Camauro für Wintertage. Diese Dinge gehören in den Bereich persönlichen Stilempfindens, sie haben keine liturgische Bedeutung, obgleich das Rot der Schuhe ein fernes Echo des antiken Kaiserpurpurs ist: Farbe der Herrscher. So sahen sich Päpste einmal.
Von anderem Kaliber sind die Eingriffe Bendikts in die Liturgie der Weltkirche – die sacht, aber bestimmt betriebene Renaissance kirchlicher Formen, derer sich viele Katholiken seit dem reformerischen II. Vatikanischen Konzil der Sechzigerjahre zu schämen scheinen. «Vorkonziliar» ist der Kampfbegriff gegen das Alte, zu Überwindende. Benedikt aber rehabilitiert die von den Reformern überwunden geglaubte Formensprache der überkommenen Messe, wo er kann. In den Kirchen Roms steht wieder das Kreuz auf dem Altar, dazu sechs Kerzen, drei links, drei rechts. Wie viel Rückbesinnung, wie viel konziliare Schubumkehr will der Papst?
«Wer ihn kennt», antwortet Georg Gänswein, «kennt ihn sehr stark als jemanden, der für Kontinuität in der Liturgie steht. Es kann doch nicht sein, dass ein Vatikanum irgendwelche Brüche schafft. Der Papst hat die Kontinuität der Kirche zu wahren und nicht zu brechen.». Natürlich habe es in- und ausserhalb der Liturgie und in der kirchlichen Kunst falsche Entwicklungen gegeben. Das sehe jeder, «der gesunde Sinne hat. Aber Papst Benedikt ist kein Bilderstürmer, vom ganzen Typus her nicht. Er geht nicht mit der Planierraupe vor. Er sieht sich die Dinge an und agiert sanft, aber entschieden.»
Sehnsucht nach Strenge
Lief eigentlich Georg Gänsweins Leben in schöner Kontinuität dorthin, wo er heute steht, oder gab es Brüche? In seinem Theologiestudium, sagt er, habe es all die Auseinandersetzungen gegeben, über die wir gerade redeten. «Ich hatte als Theologiestudent in Freiburg das Glück, mit einem Mann befreundet zu sein, ein Spätberufener, zwanzig Jahre älter als ich. Ihm verdanke ich viel.» Nämlich?
«Dass ich nicht Irrlichtern nachrannte.» Weil der ältere Freund die selber gut kannte?
«Offensichtlich. Es gab einige solcher älteren Mitstudenten, die kamen aus Berufen ins Studium, die waren resistent gegen manchen Fusspilz.» Also doch ein Weg ohne Brüche?
«Ich wollte nie Weltpriester werden. Ich wollte in einen strengen Orden eintreten. Die Karthäuser haben mich angezogen.» Die Karthäuser – der strengste Orden überhaupt! Der Schweigeorden. Mönche, die mitten in der Nacht aufstehen, um miteinander wunderschöne Lobgesänge zu singen und sonst kein Wort untereinander wechseln. Einer von ihnen sein, das also wollte der junge Mann aus dem Schwarzwald, der ehemalige Skilehrer und nunmehrige Privatsekretär des Papstes. Ein grösserer Gegensatz zwischen dem medialen Bild von ihm und seinem Innersten ist nicht denkbar.
«In einem Karthäuserkloster habe ich einmal bei einem alten Mönch gebeichtet. Ich fragte ihn: ‹Vater, was soll ich tun?› Er sagte mir: ‹Erst mal mach dein Studium zu Ende. Wenn dann noch Fragen offen sind, komm wieder.› Später wollte ich eine Zeit lang Benediktinermönch werden. Es ist dann mehr und mehr darauf hinausgelaufen, das zu werden, was ich nie sein wollte und jetzt bin: Weltpriester.» Einer, der in der Welt lebt und nicht hinter Klostermauern.
Wir, das sind der Papst und ich
Dass er bei all seiner Sehnsucht nach einem so radikal meditativen Dasein noch andere Interessen hatte, verrät ein anderer unerfüllter Plan aus jungen Jahren. «Eigentlich wollte ich zusätzlich Geschichte und Kunstgeschichte studieren.» Diese Leidenschaft jedenfalls scheint nicht erloschen. Sie regt sich beim Rundgang durch den päpstlichen Palast, zu dem Georg Gänswein nun einlädt. Es gibt viel zu zeigen, und er zeigt es gern.
Hier draussen in Castelgandolfo herrscht nicht der vatikantypische Mix aus kunstgeschichtlicher Wunderkammer und mitunter kärglichster Siebzigerjahre-Möblierung. Der Sommerpalast ist stilbewusst restauriert, möbliert und bebildert. Makellos die Intarsien der Marmorböden, mattglänzend die Seidentapeten blauer, grüner, roter Audienzräume, zu Fluchten gereiht. Erst geht es durch die von Puis XI. restaurierte Hauskapelle der Päpste. Sein Name ist in die Türstürze gemeisselt, nach den Lateranverträgen 1929 hatte er den in den Jahrzehnten nach Italiens Erhebung zum Nationalstaat verlotterten Palast wieder herrichten lassen. Schliesslich der grosse Audienzsaal. Georg Gänswein deutet auf eine Tür am Ende der Längswand. «Dahinter liegen die Privaträume des Heiligen Vaters.» Und den vielleicht allzu interessierten Blick seines Gastes parierend: «Es ist eine Doppeltür.» Arbeitet er gerade? «Ja, dort schreibt er gerade. Hier in Castelgandolfo findet er ab und zu ein bisschen Zeit für sein neues Buch.»
Wir treten auf einen Balkon hinaus. Das Licht ist abendlich weich, es lässt die Dinge hervortreten, der Ausblick ist wie gemalt. Unter uns tiefblau der Albaner See, in den Hügeln am andern Ufer Dörfer, Paläste. In der Ferne schimmert etwas bläulich-silbern, das ist das Meer. «Dort unten», sagt Gänswein, «gehen wir mittags auf und ab und abends noch einmal in einem anderen Teil des Parks.»
Wir, das sind er und Benedikt XVI. Nie hat ein päpstlicher Privatsekretär so sehr im öffentlichen Interesse gestanden wie dieser. Manchen im Vatikan stört das. Manchen regt es sogar furchtbar auf. Sie sollen sich abregen. Es ist unvermeidlich – und nicht nur, weil dieser Don Giorgio so ausnehmend gut aussieht. Es sind die Kameras, es ist die Allgegenwart der Bilder, es sind unser aller gefrässige Augen. Die Kameras sind sehr hungrig – und die Augen auch. Johannes Paul II. bot sich selbst diesem Hunger dar. Er beherrschte das, und er mochte das. Gänsweins Herr ist von anderem Naturell. Da fügt es sich doch gut, dass er in seinem Privatsekretär einen Blitzableiter hat, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn ihm selbst nach Denken, Beten, Schreiben ist.
So wie in dieser blauen Stunde, dort hinter der Doppeltür.
IRR-Insignien
01 Schneiderwechsel in Rom
Benedikt XVI. habe die Brüder Filippo und Annibale Gammarelli am Minervaplatz, «Sartoria per ecclesiastici», Schneider für Geistliche und eben auch für Päpste seit 1793, in Ungnade fallen lassen und kaufe nun bei Euroclero am Petersplatz von der Stange, schrieben zuerst italienische, dann internationale, darunter auch namhafte deutsche Zeitungen. Dazu äussert sich hic et nunc erstmals und definitiv Roberto Cattaneo, Juniorchef von Euroclero: «Wahr ist nur, dass bei uns einige Leute Geschenke für den Papst kauften. Verstehen Sie, man hat eine Audienz im Vatikan und bringt etwas mit. Das ist alles. Der neue Papst hat hier nicht bestellt.» Und bei Gammarelli? Dort fliegt einfach raus, wer solche delikaten Fragen stellt. Und zwar in weniger als einer Minute, und die eben überreichte Visitenkarte gibts gleich zurück. Das allein Päpsten vorbehaltene weisse Scheitelkäppchen im Schaufenster der Gammarellis ist Antwort auf die Frage genug, wer hier für wen schneidert und wer nicht.
06 Das Kreuz des Papstes
Der von Johannes Paul II. bekannte Stab mit expressivem Kruzifix kam 1963 in Gebrauch. Papst Benedikt XVI. bevorzugt eine goldene Ferula ohne Darstellung des gekreuzigten Jesus. Eigentlich paradox: Zepter oder Stab sind Zeichen einer weltlichen Macht, die kein Papst mehr hat.
02 Prada-Schuhe
Längst widerlegter Unsinn. Der Papst trägt nicht Prada, der Papst trägt Papst. Die ebenso eleganten wie gerüchteauslösend nahtlosen roten Kalbslederschuhe liefert ihm der Schuhmacher Adriano Stefanelli aus Novara im Piemont, unweit von Mailand.
05 Pallium
Y-förmiger weisser Schulterbehang, nur für den Papst von Nonnen aus Lammwolle gewoben – die Symbolik des Hirten, der das kranke Lamm auf seine Schultern nimmt. Auch hier waren Sechzigerjahre-Schlieren zu beseitigen, eine Art Pop-Pallium mit keckem Halsschwung war in Mode gekommen. Benedikt hat es wieder vereinfachen und mit roten Kreuzen besticken lassen. Auch hier: Besinnung aufs Klassische, auf die langen Wellen der Tradition.
03 Camauro…
Der hermelinbesetzte ausserliturgische Hut erregte Aufsehen, als Benedikt ihn bei seiner Generalaudienz drei Tage vor Weihnachten 2007 trug. Schon Papst Konstantin (708 bis 715) zeigte sich mit Camauro. In den Sechzigerjahren verschwand der Hermelinhut im Magazin.
Papst Benedikt XVI. trägt ihn wieder, einfach weil er ihm gefällt. Nun regen sich Tierschützer auf. Und wer schützt die nahtlosen Kälber an den päpstlichen Füssen?
04 …und Saturno
Noch ein alter Hut, ausserliturgisch auch er. Ein breitkrempiger Sombrero für heisse Sommertage. Sieht einfach gut aus und spendet Schatten, weiter nichts.
07 Sic transit gloria mundi
Die Kleider der Päpste, die jetzt alle Welt beschäftigen, sie sind ja längst radikal reformiert und nur noch ein Echo alter Pracht. Goldquasten, Schnallenschuhe, Prunkmäntel, rot gefärbte Biberpelze, Throne und üppige Hofhaltung – alles verschwunden und nur noch auf alten Gemälden zu bewundern. Eines von El Greco zeigt den Osmanenbezwinger Pius V. ganz in Weiss. Der Dominikaner wollte als Papst nicht von seinem Ordenshabit lassen. So kam es, sagt man, dass die Päpste weiss wurden. Vermutlich hat es aber auch mit der Albe, dem liturgischen weissen Unterkleid, zu tun und mit dem Weiss der Domherren der Laterankirche in Rom, die einige Päpste stellten.
Der alten Pracht trauern vor allem zwei Gruppen nach: die Schneider und der Adel. Bis 1970 gab es neben der Schweizer Garde noch die Nobel- und die Palatingarde. Letztere stellte Roms Bürgertum, sie versah Ordnerdienst bei Grosszeremonien. Die Nobelgarde als eigentliche Leibwache der Päpste stellte der römische Adel.

Das neuste Testament: Kreuze, Spitzen und Kleider wie Talare: Die Herbstmode nimmt sich den Vatikan zum Vorbild. | Christiane Wöhler






Kommentar zu “Das neuste Testament: Kreuze, Spitzen und Kleider wie Talare: Die Herbstmode nimmt sich den Vatikan zum Vorbild.”
Die Bibelaussprüche, die die Bilderstrecke mit der pontifikal inspirierten Herbstmode begleiten, verleihen den Aufnahmen durch deren Transzendenzbezug weder eine zusätzliche Tiefe, noch erzielen sie eine ironisierende Wirkung. Sie wirken einfach deplatziert, und das arme Model erinnert einen tatsächlich – wenigstens hier trifft es der zitierte Psalm 119, 176 – an ein ver(w)irrtes Schaf.
Allzuviel spekulieren sollte man nicht über die Auslagen bei Gamarelli, denn: weiße Scheitelkäppchen tragen auch die Äbte des Zisterzienser- und Pämonstratenserordens…