Götter wie wir

An der Fashion Week in Paris feiert sich die Modewelt. Und die Menschheit zelebriert ihren Triumph über die Natur.

21.03.2008 von Michèle Roten , 5 Kommentare

Die Shows sind im Einkaufszentrum unter dem Louvre, und je weiter man sich von den Nichteingeladenen, also vom Volk, wegbewegt, desto homogener wird die ins¬zenierte Heterogenität der Kleidung. Da: noch eine übergrosse Lack-Tote-Bag von Chanel, die sind ausverkauft, nachdem Kate Moss einige Male mit einer fotografiert wurde. Ein paar Birkin Bags. Ganz viel Schwarz, die meisten tragen schwarz, fast alle tragen schwarz. Ein paar spektakuläre Peeptoes, Slingpumps, mit melierten Wollsocken, keusche Kühnheiten von denen, die es nicht besser wissen. Die Habitués verweigern sich modischer Aufregung, kennerisches Desinteresse spricht aus schlichten Stücken der richtigen Marke. Ein paar Pelzmäntel, so getragen, dass es richtig gut aussieht, chic, lässig und nicht bloss karikiert und irgendwie pervers wie in St. Moritz. Sie werden nicht abgelegt, obwohl die Temperatur hier unten im Bauch des Louvre langsam ins Unangenehme steigt.
Gut gelaunt wartet man vor der Einlasskontrolle, Handys klingeln, Moderedaktorinnen besprechen sich leise mit ihren Art Directors und Fotografen, es piept fast jedes Mal, wenn jemand durch die Metalldetektorenpforte geht, niemanden kümmerts, teure Taschen werden bereitwillig jungen Frauen mit Handschuhen hingestreckt, damit sie diese zärtlich und absolut uninvestigativ nach Gefährlichem durchfummeln können.
Auf der Einladung steht: Um elf Uhr ist die Show von Andrew GN, einem Designer aus Singapur, der in Paris lebt. Um elf Uhr beginnen die Leute in den Saal zu gehen, ungehetzt, schwatzend, lachend. Der Saal ist feierlich dämmerig, dunkles Violett auf Böden und an Wänden, riesige Glas-Kronleuchter mit orange und pink Lichtern. Der Laufsteg ist ein Weg zwischen den Sitzreihen hindurch; auch in der Mitte sitzt das Publikum. Es läuft ziemlich laute Musik, ein irrer Zirkus-Walzer, ein eierndes Drehorgelstück, während sich die Plätze langsam füllen. Die Anweiserinnen kümmern sich um jeden einzeln. Einer Frau mit roten Lederhandschuhen – sichtlich indigniert ob der Tatsache, dass sie nicht in der ersten Reihe sitzt, sondern in der zweiten – wird beteuert, wie sehr sich Andrew über ihren Artikel neulich gefreut hätte, und er lasse fragen, ob sie nicht backstage kommen wolle nach der Show. Die Frau mit den roten Lederhandschuhen sagt einen kalkulierten Tick zu wenig bedauernd, sie müsse leider gleich weiter nachher.
Aufmerksam werden die Namen auf den Stühlen neben, vor und hinter einem studiert. Ach, die französische «Vogue». Ach, das italienische «Vanity Fair». «Elle». Und dann, ab der zweiten Reihe noch: die Presse.

Immer wieder der irre Walzer.

Der plastikgeschützte Laufsteg, der ja ein Laufweg ist, dient noch als Begegnungsstätte, Küsse werden neben Wangen gehaucht, im Gespräch werden Ellbogen gefasst. Rücken gestreichelt, Hände gleiten beiläufig über Fell, über steife Kostüme, nackte Haut. Die endgültige Pose schwuler Modeliebhaber kristallisiert sich schnell heraus: Beim Reden lässt sich die Hand, die Fingerspitzen nur, leicht wie ein Schmetterling auf den Schlüsselbeinknochen nieder.
Schöne Finger ruhen nie
Eine anscheinend berühmte Frau wird interviewt, das grelle Licht der Fernsehkameras fühlt sich an wie eine Verletzung im intimen Dämmerlicht.
Viele Frauen tragen ¬Sonnenbrillen im Haar, eine Alte hat sie noch auf der Nase.
Schöne Finger kramen in gut sortierten Handtaschen, fördern Notizbücher, Handys, Lipgloss, Spiegelchen zutage. Schöne Finger tippen Nachrichten in Blackberrys. Schöne Finger zupfen ständig irgendwas zurecht, befühlen, spielen, flattern, streicheln, schöne Finger ruhen nie.
Je länger es dauert, je öfter der irre Walzer erklingt, desto surrealer mutet das Schauspiel an, desto weniger hat man den Eindruck, dies sei der Vorlauf vom Eigentlichen, sondern das alles sei schon das Eigentliche, deswegen seien alle gekommen. Es ist jetzt schon halb zwölf.
Was die Leute an Modeschauen vom Rest der Menschen unterscheidet, ist vielleicht die Selbstsicherheit. Gerade Rücken, gelassene Mienen, souveräner Smalltalk, unaufgeregtes Tragen absonderlichster Kleidung.
Über die Bankreihen hinweg winken sich zwei Frauen strahlend zu, der Arm bleibt still, nur die Finger klappen zwei, drei Mal hoch und runter. Die eine malt sich pantomimisch eine Halskette und zeigt dann auf die andere, diese fasst ihr Collier an und formuliert überdeutlich, aber lautlos: «Cartier.»
Jetzt tut sich etwas, ein Gefühl flirrt undeutlich, aber spürbar durch die Sitze. Es geht los. Junge Männer entfernen rauschend und raschelnd die Plastikfolie vom Laufsteg, Laufweg. Verspätete drängen sich durch die Reihen, Entschuldigungen murmelnd, auf Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Frisuren werden in Sicherheit gebracht.
Der irre Walzer verstummt. Eine Sekunde Ruhe, dann setzt tranciger Lounge ein, loungiger Trance, Modeschaumusik halt, und dann, wie ein Knall, kommt das erste Model und stakst hart und gelenkunfreundlich das Hufeisen ab. Als sie in der Hälfte ist, kommt die zweite, auch sie stakst. Die dritte auch. Models staksen, das ist nicht despektierlich gemeint für die Tatsache, dass sie sehr dünne, unendlich lange Beine haben, denn die haben sie einfach, und mit solchen Beinen stakst es sich eher als mit plumpen Traubentretern, aber das Staksen gehört vor allem zur Show, unterscheidet einen Gang als Mensch von dem als Kleiderständer. Auch das ist nicht despektierlich gemeint, die Models sind Kleiderständer. Man will nichts anderes, als dass sie aufregend designte Kleiderständer sind.
Je länger ein ätherisches Wesen mit Mittelscheitel und fliegenden Haaren nach dem anderen seinen Weg abstakst, desto wohler fühlt man sich mit ihrem unmenschlichen Äusseren. Man wird süchtig danach. Das sind keine Frauen. Das sind Wesen. Schwanenhälse, durchgedrückte Schultern, leerer Blick, sie schreiten zwischen den Menschen hindurch wie Ausserirdische, manche in gefährlicher Rückenlage, aber immer schwerelos, Frauen im gasförmigen Aggregatszustand. Pale and frail. Der Gedanke, dass als Nächstes ein Heidi-Klum-artiges Model hinter der Bühne warten könnte, ein Weib mit Brüsten und Hintern, Gebärmutter, Fleisch und Blut, löst fast Ekel aus. Es wäre so unpassend. Das hier ist ein Zirkus mit erlesenen Artistinnen, aus vielen, vielen ausgewählt wegen ihrer Durchsichtigkeit und gertengleichen Eleganz, ganz seltene Exemplare, sie haben nichts zu tun mit uns Menschen von der Stange. Kunst. Wen interessiert schon Natur?
Es ist wie ein Sushi-Fliessband: Models fahren im Kreis an einem vorbei.

Dumm gelaufen

Das Publikum macht sich Notizen: Einige skizzieren rasend schnell, andere notieren sich Trends wie: «Vertikalität» (doppelt unterstrichen), «long and lean», noch andere schreiben sich auf, was sie nachher kaufen werden. Und dann ists auch schon wieder vorbei. Sieben Minuten. Applaus, ab, backstage, nächste Show, Gespräch von vorher wieder aufnehmen.
Hinter der Bühne knallen Champagnerkorken, es wird gekichert, geklatscht.
Gleich anschliessend, im Saal nebenan, die nächste Show: Das Schweizer Label Akris. Das Publikum verschiebt sich ziemlich geschlossen nach drüben, es kommen noch ein paar dazu, Asiatinnen, klein, zierlich, in ihren weiten schwarzen Kleidern ertrinkend. Auf den Plätzen liegen Teuscher-Pralinés.
Die Show beginnt: Die Kreationen sind kleidsam, tragbar, mal definitiv wie Architektur, dann umklammern schwere Stoffe die schmalen Mädchen, leichte Schnitte umspülen sie wie Wasser. Eine angenehme Show, sehr entspannend. Und gerade, als man sich wie auf dem bequemsten Shoppingtrip seines Lebens zu fühlen beginnt, kommt dieses Model aus der Luke geschubbert: Sie stochert in bedenklicher Schieflage über den Laufsteg, watet wie bis zu den Knien im Sumpf, ungelenk, die Arme schwingen im Offbeat der Schritte, sie geht wie falsch zusammengeschraubt. Im Publikum zucken Hände zu Mündern, ratlose Blicke suchen Halt in anderen irritierten Augen, Tuscheln, weggeräuspertes Kichern. Und das jedes Mal, wenn das Model wieder auftaucht. Drei Mal insgesamt. Dumm gelaufen.
Beim Kaffee im Pigalle nachmittags setzt sich plötzlich das Schweizer Topmodel Nadine Strittmatter an ein Tischchen, bestellt Evian und packt ihren Computer aus. Sie habe dieses Jahr gar nichts zu tun mit der Fashion Week, sagt sie. «Momentan mache ich Money Jobs.» Was gibt es denn noch für andere Jobs? «Image Jobs.» Und Models, die ganz am Anfang ihrer Karriere stehen oder nie eine richtige Karriere haben werden, machten auch Jobs, wo sie manchmal gar nichts verdienen.
Am späten Nachmittag ist Shop-Eröffnung von Cavalli. Auf dem pinkfarbenen Teppich vor dem Laden stehen Security-Gorillas, Fotografen richten sich ein, Cavalli-Staff-Frauen mit glänzenden Lippen stehen zu Diensten. Die Presse trudelt ein, ein paar C-Prominente, die die Gratis-Getränke und Häppchen nicht erwarten konnten, kamen auch zu früh. Es läuft «Virgin Suicides» von Air. Models in engen Cavalli-Jeans werden unters Volk gemischt, sie tragen einen Pony und lange, ganz gerade Haare und Hühnerhaut: Es zieht. Es tut fast weh, bei näherem Hinschauen feststellen zu müssen, dass das wohl die sind, von denen Nadine Strittmatter sprach: Ausschussware. Die eine ist ein bisschen zu klein für den Laufsteg, die andere etwas zu rund. Eine von ihnen ist Schweizerin: Julia, 25. Sie sieht aus wie 15. «Ich sage bei Jobs aber immer, ich sei 20», gesteht sie. Mit 25 sei man als Model ja schon halb im Grab. Heute Abend verdient sie nichts, kann aber die Kleider behalten.
Es wird enger. Ein goldenes Nokia fällt zu Boden, ein Champagnerglas. Lächeln ist nicht immer nett, ein Augenaufschlag nicht immer kokett. Eine ausladende Moskauerin mit einer Stimme, wie wenn ein Mann versucht, wie eine Frau zu sprechen, versucht, einen Fotografen zu bezirzen. Ein Model stolpert und prallt gegen einen Mann mit langen Haaren, von Kopf bis Fuss in Schlangenleder gewandet. Gesprächsfetzen:
I KNOWWW!!!
… c’est un peu… ordinaire, hein?
I got it from – don’t you laugh! – from Ebay. A friend of mine called me, and she was like: ohmygod, you’ll never believe what I just saw on Ebay. And I was like: Ohmygod, is it… is it really?… you’re not kidding me on this one, right?…
Ich hab nicht viel geschlafen letzte Nacht… genauer gesagt: drei Stunden. – Echt? Sieht man dir aber wirklich nicht an. – Lüg nicht. Oder – lüg doch. Hihihi. – Hahaha.
Frauenfüsse rutschen diskret aus hohen Pumps während Unterhaltungen, recken und strecken und entlasten sich, so gut es geht, ohne dass es jemand sieht. Junge Männer in Nerd-Style: grobe Strickjacken, grosse Brillen, Buckelchen, exklusive Turnschuhe. Ein Mann trägt einen Proletenschnauz und einen mattroten Kunstseidenblouson, wie man ihn an schmierigen Bordellopas erwartet, dazu eine Achtzigerjahre-Jeans, die beängstigend schlecht sitzt, und man denkt: Oha, der ist so unvorteilhaft angezogen, dass er schon wieder ein Trendsetter sein muss.

Gemeinsam gemein sein

Vielleicht ist es das, was Menschen an Modeschauen und Cavalli-Shop-Eröffnungen von anderen unterscheidet: die Selbstsicherheit und auch die ganz offensichtlich nicht selber geföhnten Haare und die gepflegte Haut, wie faltig, grossporig, botoxgelähmt sie auch sein mag.
Dann rennen plötzlich alle zum Eingang: Roberto Cavalli ist da. Der kleine braune Mann, der immer aussieht wie direkt vom Mallorca-Urlaub, steht im Scheinwerferlicht und lächelt, neben ihm ragt ein Model hoch empor wie ein Schilfrohr. Die Fotografen machen Geräusche wie zu einem Affen im Zoo, sie schnalzen mit der Zunge, machen Psst, psst!, rufen «Roberto», «Mister Cavalli», damit er in ihre Linse schaut.
Der Lift ist vollverspiegelt und bequem, mit Sitzbänken und Kissen. Ein Mann im Leinenanzug stöhnt, die Shopkeeperin müsse wirklich langsam mal lernen, sich ihrem Alter entsprechend zu kleiden – sofort ist klar, von wem die Rede ist: von der Frau, die es sich von allen Frauen am Anlass am wenigsten leisten kann, ein so freizügiges Kleid zu tragen, wie sie eins trägt. Das Kleid macht sie zur Wurst, sie hat Cellulite am Rücken, ihr Busen, halb zog es ihn, halb sank er hin, ergibt sich widerstandslos der Schwerkraft, genau wie der Hintern, aber sie ist herzlich und nett und begeistert bis zum Gehtnichtmehr. Als der Mann im Leinenanzug merkt, dass ich ihn anschaue, zuckt er die Schultern und ruft: «Quoi! On a le droit d’être méchant! Alle anderen reden auch gemein über uns! So ist das nun mal in diesem Business!» Seine Begleiterin kichert. Die Lifttür geht auf.

Rauchen, koksen, Mensch sein

Gegen acht werden alle Verbliebenen aufgefordert zu gehen. Draussen steht das Fussvolk mit schlecht gefärbtem Haar und gafft. Herr Cavalli fährt zur Party im Crazy Horse, an die wirklich nur die engsten Bekannten, wichtigsten Leute und grössten Stars eingeladen sind.
Ebenfalls nur die Engsten, Wichtigsten und Grössten sind ans Givenchy-Dinner eingeladen. Die Party danach ist immer noch, aber schon etwas weniger exklusiv, eine Traube, die bis auf die Strasse vor der Lokalität mitten im Pigalle reicht, wartet auf die Türöffnung. Drinnen herrscht die wohlige Stimmung nach einem guten Essen, vor einer guten Party. Die Gäste, die noch nicht gegangen sind, wie etwa Kanye West, stehen in einem per Vorhang abgetrennten Vorzimmer, während im grösseren Teil der riesigen Halle die Tische abgebaut werden, um den Raum betanzbar zu machen. Der place to be ist die Frauen¬toilette: Dita von Teese, die Edel-Stripperin und Ex-Freundin von Marilyn Manson, föhnt sich die Hinterseite ihres Kleids unter dem Handtrockner. Ihr Haar ist so perfekt frisiert, dass es aussieht wie aus Plastik, ihre Haut ist makellos, der Lippenstift nanometergenau aufgetragen, jede einzelne der falschen Wimpern fächert sich im richtigen Winkel von ihren ziemlich melancholisch schauenden Augen. Sie trägt hundsgemein hohe Louboutins mit Bleistiftabsätzen und ist trotzdem kaum 1,65 Meter gross.
Etwas später, auch auf dem Klo: Eine hippiehaarige Frau, die raucht, obwohl es verboten ist, spricht mit jemandem in einer Kabine, «willst du noch lange bleiben?» – «was läuft sonst noch heute Abend?», kommt von hinter der Tür – «keine Ahnung, ich dachte, Christine hätte einen Plan oder so was»; die Spülung wird betätigt, heraus kommt New-York-Boho-It-Girl, Schauspielerin und neuerdings Modedesignerin Chloë Sevigny, bekannt geworden vor allem durch eine Blow-Job-Szene mit Vincent Gallo in seinem Film «The Brown Bunny», sie hüpft sich in der Strumpfhose zurecht, ihr Hippiehaar fliegt. Diese Ungehemmtheit wirkt so sehr zu ihrem Image passend, dass es schon wieder seltsam ist. Sevigny, im Gegensatz zu von Teese, ist grösser als erwartet und pferdig.
Ausserhalb des Klos ist eine enorm gut gelaunte Party im Gang. Fast jeder raucht, Security-Männer streifen durch die Feiernden und weisen darauf hin, dass Rauchen verboten ist, eine Sisiphusarbeit. Und lächerlich, während neben den Sündern ziemlich ungeniert gekokst wird. Lachende Menschen in lustigen Outfits tanzen lächerlich, Models in Haute Couture auch, Wildfremde küssen sich, ein schwarzes Model mit einem Sprinterhintern und aufwärtsstrebenden Kopfstand-Brüsten zieht alle Blicke auf sich.
Am nächsten Morgen, bei der nächsten Show, wird niemandem die lange Nacht anzusehen sein. Die bedingungslose kosmetische Frische paraphrasiert die Aussage der ganzen Fashion Week: Kultur triumphiert über Natur. Es geht um nichts anderes als das Feiern der siegreichen Menschheit.

«Schatz, dieses Kleid ist wunderschön.»  – «Ein Anruf, Baby, und es ist deins.» | Bild:  Steeve Iuncker
«Schatz, dieses Kleid ist wunderschön.» – «Ein Anruf, Baby, und es ist deins.» | Bild: Steeve Iuncker
Die makellose Dita von Teese bei Givenchy | Bild:  Steeve Iuncker
Die makellose Dita von Teese bei Givenchy | Bild: Steeve Iuncker
Der Unterschied zwischen Haarpracht… | Bild:  Steeve Iuncker
Der Unterschied zwischen Haarpracht… | Bild: Steeve Iuncker
… und Haartracht. | Bild:  Steeve Iuncker
… und Haartracht. | Bild: Steeve Iuncker
«Du siehst heute aber gut aus» ist noch kein Kompliment. | Bild:  Steeve Iuncker
«Du siehst heute aber gut aus» ist noch kein Kompliment. | Bild: Steeve Iuncker
Knutschen kommt nie aus der Mode. | Bild:  Steeve Iuncker
Knutschen kommt nie aus der Mode. | Bild: Steeve Iuncker
Hier ist der Unterschied zwischen Menschen und Wesen schön zu sehen. | Bild:  Steeve Iuncker
Hier ist der Unterschied zwischen Menschen und Wesen schön zu sehen. | Bild: Steeve Iuncker

Die Diskussion

5 Reaktionen

  1. Jost Gwerder

    Hallo Miss Roten! Die faszinierende Chloe Sevigny (dieses Doppelpunkt-E gibt meine Tastatur leider nicht her) ist einem breiten Publikum bekannt seit ihrer Rolle als Jennie im Film “Kids” des grandiosen Larry Clark. Sehen sie dazu auch den Eintrag in der unverzichtbaren NNDB:

    http://www.nndb.com/people/685/000025610/

    Seit “Brown Bunny” ist einzig Vincent Gallo bekannt (oder dessen Dingdong in Grossformat), der auch sonst mehr mit Hüftschüssen und Genitalitäten als Genialitäten von sich reden machte und macht.

  2. Nina Christen

    Das gefällt dem angereisten Schweizer Auge, die Akris- Show. Natürlich mit Praliné auf den Sitzen ( an dieser Stelle fehlt der Anorexie- Kommentar Michèle)-

    Seit einiger Zeit lebe ich in Paris und bewege mich in der von dir beschriebenen Szene. Dein Artikel trifft den Punkt, erfüllt aber ebenso mein mir zurechtgelegtes Klische von einem Schweizer der nach Paris kommt um (noch) einen biederen, schnalzenden bin-ich froh- bin -ich- echt- und kein modevictim- Artikel zu schreiben;
    conversetragend durch Paris laufend, mit herabgelassenen Liedern auf die Leute schauend die sich ( manchmal peinlich, manchmal ach so “effortless”) um ihr Aussehen kümmern.
    Ich eine unter Ihnen.
    Deshalb bin ich und bleibe ich hier. Denn die Schweizer Mode ist das genaue Gegenteil dieses Verhaltens. Und dies ist der Grund warum die Schweiz keine Mode macht.
    Was hat es für einen Zweck peinlich genau darauf zu achten ja nicht trendy zu sein?
    Schweizer Modedesign: peinlich generierte möchtegern Konzeptkunst a la ” die Kleider die ich designe sind nicht bloss Kleider, sie erzählen Geschichten! und diese Naht ist inspiriert von der Form des Nils, und macht so aufmerksam auf die Weltlage!”
    Und ” was 50 Franken für ein so hundsgewöhnliches T- Shirt, pah das geb ich nicht aus” -

    Nein, der Schweizer bevorzugt schlecht gebügelt “alternativ”, aber halt- JA NICHT ZU ALTERNATIV!!!!! auszusehen. was mit dem endet was sich Strassenbild Schweiz nennt, nämlich gar keins. Ein graues Gemisch von wenigen ( höchstens) 5 cm absatztragenden, ballerinafreundlichen ( ballerina üüüberall) , conversegesinnten Menschen, die gerne scheisse aussehen und auch noch stolz darauf sind. ( Leggins die aaabsolute Grenze)
    Ein Gräuel für jeden Ästheten.

    In Paris ist Mode überall. Les Français legen Wert auf ihr Äusseres und dies absolut
    ungezwungen. Stil ist eine Kunst, natürlich ist es einfacher es nicht einmal zu versuchen.

  3. Jost Gwerder

    Frau Christen, Sie plädieren für weniger Moral in der Mode, ziehen aber gleichzeitig moralisierend über Andersdenkende und -handelnde her. Wo bleibt da der grossstädtische Gleichmut? Freuen Sie sich doch über die verschiedenen Ansichten! Wie monoton wäre eine uniforme Welt! Darin würde sich auch die Mode erübrigen.

  4. Nina Christen

    Sie haben meinen Kommentar grundsätzlich falsch verstanden, er sollte nicht moralisierend erscheinen. Persönlich akzeptiere ich jede Art von Kleidung, jedoch habe ich Mühe mit der Einstellung gegenüber der Mode die in der Schweiz herrscht.
    Zudem bin ich ein grosser Fan von Michèle, ein Artikel von Ihr der mich etwas aufbrausen liess hat mich sehr gefreut. Die Oberflächlichkeit und Dummheit dieser Gesellschaft ist mir bewusst, und wird ja auch immer breitgetreten, jedoch verbirgt sich dahinter auch nur die Freude an etwas das heute wie gesagt von der Masse nicht mehr zelebriert wird.

    Und auch in einer uniformen Welt würde sich die Mode nicht erübrigen Herr Gwerder!

  5. reinhold kellerhals

    energieverschwendung, oder die unerträgliche leichtigkeit des scheins

    peinlich genau darauf zu achten nicht trendy zu sein, ist freilich ebenso verfehlt, wie darauf zu achten es zu sein. das eine wie das andere, kann dann offesichtlich dazu führen, sich ob der fehlenden oder übertriebenen höhe der absätze etwelcher zeitgenossinnen, die angeblich das strassenbild dieser oder jenen provinz- oder weltstadt ausmachen, zu echauffieren. schein oder nicht schein, scheint eine ungemein wichtige frage geworden zu sein, in einer welt, in welcher sich individualität vornehmlich über den komsum definiert. en ce qui me concerne, je m’en balaie le cristal avec le pinceau de l’indifférence.

    merci, frau roten, denn nur mit einer gehörigen protion sarkasmus ist der einblick in die scheinwelt des modebusiness überhaupt zu ertragen.

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