I am what I am

08.02.2008 von Michèle Roten , 14 Kommentare

Weiter vorne im Heft, im Monatsgespräch, entschuldigt sich eine gewisse Regula Stämpfli dafür, dass sie mich einmal als Schwanzlutscherin bezeichnet habe, und schenkt mir gleich eine neue Bezeichnung: ­«Postmoderne Beliebigkeitsfanatikerin». Ich habe (wie schon bei der Schwanzlutscherin) lange darüber nachgedacht, was sie damit meinen könnte. Und musste zum Schluss kommen, dass sie (wie schon bei der Schwanzlutscherin) absolut recht hat. Ich bin eine postmoderne Beliebigkeitsfanatikerin. Eine schwanzlutschende postmoderne Beliebigkeitsfanatikerin. Und deshalb habe ich hier eine Liste mit Bezeichnungen für mich zusammengestellt, aus der diese Frau Stämpfli und auch alle anderen die nächsten paar Jahre ganz beliebig auswählen können:

– Reaktionäre Schnellschnellschreiberin
– Nagellackemanze
– überbesorgte Topfpflanzenmutter
– Neurotische Nagelknipserin
– Bourgeoise Schlampe
– Füdli
– Totalitäre Schuhdiktatorin
– Smiley-Nazi
– Treulose Telefonautistin
– Anorektische Salatfetischistin
– Pseudobildungsbürgerin
– Skinny-Jeans-Tragende High-Heels-Feministin
– Grobmotorische Kopfwehküsserin
– Sektiererische Thomas-Mann-Jüngerin
– Launische Stinksocke
– Snookerturnierschauende Phlegmatikerin
– Rührungsresistentes Antimädchen
– Asoziales Hoi-Huscheli
– Bierbetriebene öffnungsmaschine
– Tätowiertes Rap-Groupie
– Germanistikstudentin
– Linsentragende Möchtegernblondine
– Nervöse Schizotante
– Versexte Pimmelnutte

Die Diskussion

14 Reaktionen

  1. Oliver Reichenstein

    Frau Staempfli kann gegen Frau Fuedli im Slang nur den Kuerzeren ziehen: "Moese", "Ficken" "Schwanzlutschen"… Das wirkt verzweifelt und lusch, wenn man aelter ist.

    Das ist wie Ecstasy mit 50: Sicher auch "schoen" fuer ihn oder sie, aber bitte nicht juckend und kraechzend unter die Giele&Modis mischen mit dem grauen Zopf.

    Hart aber wahr: Die offentliche Zurschaustellung der Paarungsbereitschaft ist eben einer gewissen Altersgruppe vorbehalten. Ja, Roten waechst da bald mal aus der Gruppe raus; und das ist dann natuerlich schade fuer uns alle.

    Slang ist Rebellion; wirkt von unten nach oben (hier hat Roten vielleicht ein kleines Problem als Redaktorin), jung nach alt. Man kriegt Slangkredit, wenn man juenger im Geist ist (einem 20-jaehrigen Bachhoerer kann man auch als 60-jaehriger mit Punkspruechen einheizen). Aber bei Roten zieht Staempfli auch da den Kuerzeren.

    Was Fuedli’s "feministischen Aspekt" anbelangt:

    Wenn junge Frauen ueber die Lust an der Lust schreiben, dann ist das rhetorisch betrachtet nicht anderes als Schwanzlutschen, oder mit Cicero’s (in der Schweiz "Giggero’s") Worten: benevolentiae. Also schreibtechnisch sehr in Ordnung, vor allem in der Einleitung tipptopp. Da gaebe es noch viel Anzueglicheres zu sagen dazu–aber Maenner sollten das Thema etwas vorsichtiger angehen:

    Ich habe erst kuerzlich staunen muessen, wie mir ein Amerikanischer Freund erklaert:

    "We are programmed to walk around thinking: Dude, I’d like to fuck her and her and her.–They walk around thinking: ‘You sleazebags, fuck yourselves.’ And we do fuck ourselves more than girls fuck themselves. But then they meet this other dude, and they go: ‘This guy’s hot… I’d like him to fuck me.’–Think about that! ‘I want this dude to fuck me’? How can you think that way?–So: Yes, you might win her heart, and you might get in her pants, but you’ll never ever get in her mind–while she plays around with the bricks in your brain as if it were Lego."

  2. Renate Sturzenegger

    Kritikfähig zu sein und auch unter scharfem Beschuss humorvoll Grösse zu zeigen, bedingt, sich aus der Perspetktive der anderen sehen zu können. Michèle Roten kennt offensichtlich nur ihre eigene.

  3. Pascal Witzig

    Wieder mal unheimlich rebellisch. Momol du!

  4. Miriam Geiger

    Wen interessiert das? Was will sie eigentlich loswerden? Ist das Niveau noch absenkbar?
    Damit man diesem Unsinn entgeht, muss man wohl das Abo jetzt mal abbestellen.

  5. Philipp

    "postmoderne beliebigkeitsfanatikerin", eine wortschöpfung, die nicht per zufall von einer sozialwissenschaftlerin kreiert wurde. inhaltsleerer schwachsinn, der darüber hinweg täuschen soll, dass man eigentlich gar nix substantielles zu sagen hat. und ja, michèle, der schwanzlutscher-pimmelnutten-verruchter-ficksau-bonus neigt sich dem ende zu, man erwartet besseres von dir…

  6. Blach

    …das steigert die Auflage, amüsiert männliche wie weibliche Leser, und erlaubt Euch, Stress abzubauen…

    Bing, die nächste Runde ist eingeläutet.

  7. Christian Althaus

    Das Magazin kann einem richtig Leid tun. Derweil Herr Kueng zwischen Japanreise und Fitnesscenter in die Belanglosikeit driftet ist die Kolumne von Frau Roten leider noch nie ueber die Qualitaet eines Studizeitungsbeitrages hinausgekommen. Statt Beliebigkeitsfanatismus koennte man es auch schlicht chronische Unterforderung nennen. Etwas postmodern, gewiss, aber eigentlich ein altbekanntes Problem. Wenn nichts passiert, sollte auch nicht drueber geschrieben werden.

    Vielleicht ist fuer die Damen und Herren in der Redaktion die Zeit gekommen, sich etwas neues einfallen zu lassen. Satire gabs im Magazin in letzter Zeit schliesslich genug, mann muss sie nur als solche deklarieren. Am besten in einer neuen Kolumne.

    Ansonsten hier einige Vorschlaege:
    - Max Kueng, im Stile eines Guenter Wallraff, nimmt sein Fahrradtraining wieder auf und schleust sich als Stratege in den Rennstall Discovery Channel ein, um diesen und damit auch sein ehemaliges Idol Lance Armstrong des Dopings zu ueberfuehren. Woechentliche Berichterstattung mit Potential fuer den Pulitzerpreis.
    - Michele Roten verfuehrt Roger Koeppel!
    - Tom Kummer: Tennisunterricht fuer Roger Federer
    - wie alt sind eigentlich die Zwillinge von Doris Knecht?

    Mit besten Gruessen!

  8. Jochen Hofer

    Ja, Frau Roten bedient sich des Öfteren einer sehr direkten Ausdrucksweise und verwendet Vokabular, das man nicht in einem Qualitätsmedium vermuten würde. Sie hat vielleicht auch nicht immer etwas Substanzielles zu sagen. Und ja, manchmal übertreibt sie’s schlichtweg. Mit allem, was sie in ihren Texten anstellt.

    Ich lese die Kolumne der Frau Roten dennoch gerne.

    Sie erzählt. Aus ihrem Leben und über das Leben. Manchmal ist das furchtbar nervtötend und langweilig. Öfters aber liefert sie mir Nachdenkstoff, und falls nicht, dann: Amüsement. Mehr kann man von einer Kolumne nicht verlangen.

  9. Rebeka

    manche leute scheinen sich einen spass daraus zu machen,gegen etwas bestimmtes zu sein,weil es grad zum guten ton gehört.erinnere mich noch sehr gut an die diskussion um die achherrje viel zu vielen bösen deutschen in der schweiz und wie diese bösen leute uns armen schweizern die jobs vor der nase wegschnappen. mich nervt frau roten dann und wann auch, na und? leben und leben lassen! lassen sie sich ja nicht den appetit auf weitere bissige kolumnen verderben, frau roten!

  10. Sarah S

    manchmal total witzig und manchmal sehr naja, das stimmt schon, aber es wird ja niemand dazu gezwungen, Michèle Rotens Ergüsse zu lesen. Da find ichs schon fragwürdig, wenn Leute mit fast noch längeren Ergüsse das Forum überschwemmen… eine kleine Frage an diese Leute: wisst ihr wirklich nichts schlaueres mit euer Zeit anzufangen, als in aller Präzision darzulegen, wie sinnlos Rotens Kolumnen sind?
    ich finde sie meist unterhaltsam, und wenn nicht, dann werd ich höchstens ein bisschen neidisch: ich möchte auch mit unter solch geringem Aufwand verfasstem Nonsens Geld verdienen und erst noch publiziert werden ;-)

  11. Pascal Sutter

    aber es wäre das höchste aller Gefühle, Frau Roten "Füdli" ins Ohr zu hauchen…

  12. Regula Marrer

    I am what I am: Aber aber, eine sooo lange Liste von Ausdrücken, aus der wir die nächsten Jahre beliebig Audrücke wählen dürfen, um damit Frau Roten zu betiteln? Ich fand keine zur Auswahl, die mir passend erscheinen (abgesehen davon, dass ich nicht vor habe, die nächsten Jahre über Frau Roten nachzudenken). Mir fallen zu Frau Roten andere Ausdrücke ein: Uninteressant, langweilig, typische Sex-and-the-City-Imitatorin: hübsch, aber hohl; garniert sich, um im Einheitsbrei der hohlen Tussis ein wenig aufzufallen, mit unflätigen Wörtern und wiederholt sie unzählige Male (wenn nötig, dann sogar in Klammer). Betont ihre sexuelle Aktivität auf geradezu mitleiderregende Art und Weise. Ich wiederhole mich hier auch mal (ohne Klammern): Langweilig. Beliebig austauschbar. Bedeutungslos. Was mich allerdings wirklich beschäftigt: Weshalb hat sie eigentlich erbarmungslos jede Woche eine Kolumne im Magi, in der sie über sich selber sinnieren kann?

  13. Andreas Saladin

    Nachdem ich nun alle Kommentare gelesen habe, weiss ich leider immer noch nicht was eine

    – Bierbetriebene öffnungsmaschine

    ist!

  14. Luca Conconi

    ich glaube einfach….nach dem Lesen einiger Kommentare, dass Menschen, welche sich hier noch aufregen, entweder einen Humor haben, der sinnvoll wie langweilig, der typisch SF sein muss.
    Meine Wenigkeit, hält so viel von sich, dass ich ebenfalls auch herzhaft über mich lachen kann und von daher mir auf gut Deutsch den Arsch weg gelacht habe beim Lesen dieser Kolumne!
    Mensch Müller Meier und Co. lasst den Leuten stupiden Humor, der oftmals auch unter die Gürtellinie geht, lasst den Menschen ihren Spass, das Leben ist sonst schon genug ernst, da kann man gut und gerne auf solche Kommentare verzichten!
    Eine bitte an Frau Roten: Ich würde zu gerne einfach einmal im Monat eine kleine Liste mit irgendwelchen stupiden und möglichst sinnlosen Begriffen von Ihnen erhalten, solche würden sich des öfteren als Tagesmotto eignen.

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