Männer in der Sackgasse

Die männliche Fruchtbarkeit ist in Gefahr. Doch darüber reden bisher höchstens die Frauen. Offene Worte zum Sperma-Alarm.

18.04.2008 von Matthias Meili , 6 Kommentare

Claudio erinnert sich nur noch verschwommen an den Tag, an dem er in einem hellen Sprechzimmer den ernüchternden Bescheid bekam. Die Hand seiner Frau hielt er nicht, die beiden Stühle standen zu weit auseinander. «Ihr Spermiogramm», hob der Fruchtbarkeitsarzt an, «ist leider nicht so gut, wie es sein müsste. Die Konzentration ist nicht schlecht, wenn auch nicht top.» Nicht top? «Aber um die Vitalität und die Morphologie», fuhr der Doktor fort, «steht es gar nicht gut.» Auf dem Pult bemerkte Claudio das Foto von drei fröhlichen Kindern, einer glücklichen Familie. «Kann man da nichts machen?», schoss es ihm durch den Kopf. Doch er getraute sich nicht, offen nachzufragen. Vielleicht schämte er sich ein bisschen vor seiner Frau, mehr noch vor dem Doktor, der die Angaben in seinem Datenblatt so unglaublich kritisch interpretierte, wie Claudio schien. Aber eigentlich schämte er sich vor der ganzen Welt.
Was Claudio – heute knapp unter 40, erfolgreich, intellektuell, sportlich, aber nicht sportverrückt und auf jeden Fall kein Fernsehsportler, also kein Macho, wie er am Telefon ausdrücklich betonte – damals aber am meisten zu schaffen machte, mehr noch als der Moment im Sprechzimmer, war der Termin eine Woche davor gewesen, als er in ein kleines, fensterloses Kämmerlein geschickt wurde: «Einen Stuhl hatte es, ein Lavabo, ein Päckchen Kleenex und eine Durchreiche in der Wand, die von der anderen Seite verschlossen war. In einem Holzkästchen neben der Tür hatte es ein paar Pornohefte. Ich schaute sie an. In diesem Moment hätte mich gar niemand sehen dürfen. Ich wäre im Boden versunken.»
«Sie können die Probe dann einfach in die Durchreiche stellen», hatte ihn die auffällig uninteressierte Arztgehilfin angewiesen. Den Gedanken, wie viele vor ihm schon hier drin «zur Kasse gebeten» worden sind, wie er sagte, unterdrückte er. Dann liess man ihn machen, und er war irgendwie ratlos, sagt er. Dazu wird ein Kerl doch nicht geboren.
Ob er will oder nicht, immer mehr muss sich der Mann mit dem Thema auseinandersetzen. Die jährliche Behandlungs-Statistik der 25 Schweizer Fruchtbarkeitskliniken zeigt, dass die Ursache bei ungewollt kinderlosen Paaren im Jahr 2006 in fast der Hälfte der Fälle hauptsächlich beim Mann lag. Die Sterilität der Frau wird nur noch in etwas über 16 Prozent der Fälle als Hauptgrund angegeben. In den Neunzigerjahren galt bei den Experten noch die Faustregel 30/30/40: Zu 30 Prozent liegt die Ursache bei der Frau, zu 30 Prozent beim Mann, und in 40 Prozent der Fälle blieb der Grund für die Unfruchtbarkeit unbekannt. Zu Beginn der Fruchtbarkeitsmedizin jedoch, Mitte des vergangenen Jahrhunderts, da war eigentlich immer die Frau «schuld». Dieser Wandel widerspiegelt nicht unbedingt den wahren Verlauf der Dinge, weil die Zahlen gesellschaftliche Konventionen und neue Erkenntnisse der Wissenschaft ausklammern.
Nun deuten auch die ersten Zwischenresultate der Schweizer Studie mit den Stellungspflichtigen auf eine männliche Fruchtbarkeitskrise hin. Die Studie war vom Schweizerischen Nationalfonds unter dem Dach des Nationalen Forschungsprogramms «Hormonaktive Stoffe» (NFP 50) lanciert worden, um den Einfluss der Umwelt auf die Spermienqualität zu messen. Seit Jahren wird vermutet, dass hormonähnliche Rückstände etwa im Trinkwasser sowohl die Entwicklung der Geschlechtsorgane im männlichen Fötus als auch die Reifung der Samenzellen beim erwachsenen Mann schädigen können.

Anonym ejakulieren

Dass Männer, die sich in eine Fruchtbarkeitsbehandlung begeben, Probleme haben, ist klar. Aber ob der Trend zu mehr künstlichen Befruchtungen eine sinkende Fertilität in der gesamten Schweizer Bevölkerung widerspiegelt, wurde bisher noch nie untersucht. Aus jedem Kanton wollen die Forscher unter der Leitung des Westschweizer Reproduktionsmediziners Marc Germond eine repräsentative Anzahl angehender Rekruten testen, schweizweit etwa 3000 Männer im Alter von 18 Jahren. «Wir möchten eine Schweizer Karte der männlichen Fruchtbarkeit erstellen», sagt der Biologe Michel Crausaz, der die Studie im Auftrag der Lausanner Stiftung Faber (Fondation pour l’andrologie, la biologie et l’endocrinologie de la reproduction) betreut.
Die Forscher nahmen ihre Arbeit im Herbst 2005 auf. Die Beteiligung erfolgt auf freiwilliger Basis und anonym. Alle Untersuchungen finden ausserhalb der Rekrutierungszentren statt, in einer Arztpraxis, wo die Männer eine frische Spermienprobe abgeben. Das Ejakulat wird in einem mobilen Labor ausgewertet. Ein Spermiogramm charakterisiert die Zahl und Konzentration der Spermienzellen, ihre Beweglichkeit und ihre Form, die Morphologie. Zugleich untersucht der Arzt die Geschlechtsorgane, um festzustellen, ob Missbildungen der Hoden oder Krebsleiden vorhanden sind. Die Stellungspflichtigen füllen auch einen Fragebogen über ihren Lebensstil aus (Ernährung, Alkohol, Rauchen und so weiter), über allfällige Kontakte mit Umweltgiften sowie über ihre für die Fruchtbarkeit relevante Krankheitsgeschichte. Blut-, Urin- und Spermaproben werden für spätere Analysen eingefroren. Wer will, kann die Resultate dieser Untersuchungen erfahren; das sind laut Crausaz die meisten.
Die Studie läuft noch bis 2009. Doch die Schweizer Karte hat bereits erste Konturen erhalten. Bis Ende 2007 haben fast 1000 junge Männer mitgemacht. Die Beteiligung liegt bei rund 4 Prozent. Im Aushebungszentrum Lausanne sind die Arbeiten fast abgeschlossen, auch im Zentrum Rüti kommen sie gut voran. Bis vor wenigen Tagen sind rund 250 angehende Rekruten aus den Kantonen Zürich, Thurgau und Schaffhausen untersucht worden. Sobald die Tests in Rüti abgeschlossen sind, möchten die Forscher das mobile Testlabor in die übrigen Aushebungszentren bringen.

Spermafrost in höheren Lagen

Die Resultate von rund 770 Probanden aus Lausanne und Rüti sind schon grob ausgewertet: Die Schweizer landen am unteren Ende einer Rangliste von Nationen, in denen unter vergleichbaren Bedingungen getestet wurde. Bei der wichtigsten Kennzahl, der Konzentration der Spermien, erreichen die getesteten Schweizer Stellungspflichtigen einen Mittelwert von 47 Millionen Samenzellen pro Milliliter Ejakulat. Damit rückt die Schweiz in die Nähe der Dänen, die einen Wert von 44 Millionen pro Milliliter aufweisen. Vor den Schweizern liegen die Norweger (53 Mio/ml), die Finnen (61 Mio/ml) und die Esten (62 Mio/ml).
Besorgniserregend in der Schweizer Studie ist auch, dass über die Hälfte der Probanden mindestens einen spezifischen Messparameter aufweist, der unter den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Schwellenwerten liegt. Laut WHO sollte ein gesunder Mann zwei bis sechs Milliliter Samenflüssigkeit ejakulieren (nach einer Karenzfrist von drei Tagen). Pro Milliliter sollte er mindestens 20 Millionen Spermien aufweisen, darunter wird eine eingeschränkte Fruchtbarkeit diagnostiziert. Und 30 Prozent der Spermien sollten gemäss WHO-Kriterien ein gesundes Aussehen haben, mindestens die Hälfte muss sich unter dem Mikroskop zielgerichtet vorwärtsbewegen.
Frappant sind vor allem die Unterschiede zwischen den Kantonen, wo im Herbst eine detailliertere Auswertung gemacht wurde. Die Resultate können bei der Anzahl Probanden nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Die besten Resultate mit durchschnittlich 65 Millionen Spermien pro Milliliter haben die jungen Männer aus dem Kanton Freiburg erreicht. Dahinter folgen der Kanton Neuenburg (57 Mio/ml), Genf und Bern (je 52 Mio/ml). Am Ende der Rangliste unter neun Kantonen liegen Zürich, das Wallis und der Thurgau mit um die 40 Millionen Spermien pro Milliliter.
Diese Zahlen können sich mit dem Fortgang der Studie noch ändern, doch laut Michel Crausaz haben sich die bisherigen Trends nur bestätigt. Nämlich, dass die jungen Männer aus der Jura-Region (54 Mio/ml) tendenziell ein besseres Spermiogramm haben als jene aus den Alpen (43 Mio/ml) und jene aus dem westlichen Mittelland (54 Mio/ml) ein besseres als die aus der Region Zürich (36 Mio/ml). Ein ähnliches Bild zeigt sich auch, wenn man statt dem Wohnort der Probanden den Ort berücksichtigt, an dem die Mütter der Probanden während der Schwangerschaft gelebt hatten – ein Zeichen dafür, dass die kantonalen Unterschiede nicht zufällig sind.
Über die Gründe für diese kantonalen Unterschiede lässt sich im Moment noch keine klare Aussage machen, meint Michel Crausaz. Der Effekt könnte auch ohne Weiteres daher kommen, dass in der Ostschweiz die jungen Männer besser informiert sind. Sicher ist, dass sich im Aushebungszentrum Rüti deutlich mehr Männer zum Test gemeldet haben, die gar keine Spermien mehr hatten. Möglicherweise haben sie von ihrem Leiden gewusst und sich deshalb gemeldet. Dies würde zu einer überproportionalen Auswahl von Betroffenen mit Fruchtbarkeitsproblemen führen. Doch das sind bis jetzt nur Spekulationen. «Es braucht noch mehr Zeit, um die Daten und die Fragebogen auszuwerten, bis wir eine Erklärung haben», sagt Michel Crausaz.

Stress? Sauna? Velosattel?

Zu einem Teil sind die Ursachen für eine schlechte Spermienqualität bekannt: Fehlentwicklungen oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane, etwa Tumore oder Hodenentzündungen bei einer Mumps-Erkrankung; und ihre Folgen für die Fruchtbarkeit des Mannes sind gut beschrieben. In gewissen Fällen liegen eindeutige genetische Gründe vor. Seit 1996 weiss man, dass ein Genfehler in der AZF-Region auf dem Y-Chromosom die Spermienentwicklung blockiert. Rauchen schadet wie immer, und auch das Alter hat einen qualitätsmindernden Einfluss. Und Stress: In einer amerikanischen Studie aus den frühen Achtzigerjahren konnte gezeigt werden, dass bei Männern, die zum Tod verurteilt worden waren, schwere Schädigungen der Spermienentwicklung aufgetreten waren.
Andere oft diskutierte Gründe – zu viel Sauna, zu heisse Bäder oder zu viel Velo fahren – sind noch kaum erhärtet. Alle diese Ursachen erklären möglicherweise einen Teil der Fälle, die in Fruchtbarkeitskliniken aufkreuzen. Aber die allgemeine Abnahme der Spermienqualität bleibt rätselhaft. Manchmal kriegen zwar Männer mit einem schlechten Spermiogramm Kinder völlig unerwartet auf ganz natürliche Art. Doch öfter kommt es vor, dass Männer mit einem völlig normalen Spermiogramm unfruchtbar bleiben – und niemand weiss wieso. Was also verursacht die unerklärliche männliche Unfruchtbarkeit?
In Florenz, unweit des Giardino dei Simplici (Garten der Bescheidenen) befindet sich die Galleria dell’Accademia. Hier steht der wohl berühmteste nackte Mann der Welt, der trotz seiner Blösse entspannt und ohne Scham zum Steinwurf gegen Goliath anhebt: Michelangelos David. Der junge Künstler schuf einen wachen, aufmerksamen David, körperlich fit genug, um es voller Selbstvertrauen mit Goliath aufnehmen zu können – genau so, wie die junge Republik Florenz dem mächtigen Adelsgeschlecht der Medicis die Stirn bieten wollte. Michelangelo schlug aus dem Marmorblock das Bild von einem Mann, einem Mann, an dem alles dran ist, was dran sein muss.

Spermien haben anderen Sex

Florenz ist der passende Ort, um der Bedrohung der Männlichkeit auf den Grund zu gehen. Vor wenigen Monaten trafen sich hier die besten Forscher auf dem Gebiet der männlichen Unfruchtbarkeit. Das Thema gehört zu den heissesten Feldern der medizinischen Forschung. Erstens ist die männliche Fruchtbarkeit noch lange nicht verstanden und deshalb für Wissenschaftler spannend; zweitens winkt ein Geschäft, weil so viele betroffen sind. «Die Leute auf diesem Gebiet sind sehr motiviert», erzählt mir die junge slowenische Forscherin Tanja Kunej im holprigen Bus, der aus Florenz’ lärmigem Zentrum hinaus zum Universitätsspital fährt, wo der Kongress stattfindet. «Und wenn die Leute ambitioniert sind, dann läuft auch was.» Am Kongress nimmt sie teil, um erste Arbeiten zu präsentieren und vor allem, um mit den vielen Koryphäen Kontakte zu knüpfen.
Eine davon ist die amerikanische Genetikerin Mary Ann Handel vom Jackson Laboratory im US-Bundesstaat Maine. Sie leitet das Projekt «Reprogenom», in dem die Forscher nach Genen suchen, die die Fruchtbarkeit beeinflussen. Schätzungen gehen heute von rund 3000 menschlichen Genen aus, die einen Einfluss auf den Lebenszyklus der Keimzellen und damit auf die Reproduktionsmaschinerie haben. «Wir arbeiten zwar mit Mäusen», sagt die profilierte Wissenschaftlerin in einer Referatspause, «doch die Gene, die wir bestimmen, haben eine äquivalente Form bei den Menschen.» Rund 10 Prozent der Fruchtbarkeitsgene haben die Forscher bereits gefunden. «Das Erstaunliche dabei ist», sagt die Genetikerin, «dass 75 Prozent der Gene, die wir bisher gefunden haben, ausschliesslich die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen. Es scheint, dass der männliche Reproduktionsprozess komplizierter ist als der weibliche.»
Die Fruchtbarkeit des Mannes unterscheidet sich in der Tat fundamental von derjenigen der Frau, weil beim Mann die Spermien von der Pubertät bis ins hohe Alter unablässig von Grund auf neu produziert werden. Ausgehend von Spermienstammzellen, den Spermatogonien, reifen die Samenzellen in einer hoch spezialisierten Produktionsstrasse – den Hodenkanälchen – Schritt für Schritt heran. Zwischen zwei und drei Monaten dauert die Bildung eines Spermiums, gut 100 Millionen Spermien fabriziert ein gesunder Mann pro Tag. Wichtig: Jedes einzelne Spermium durchlebt dabei immer wieder das, was Biologen gemeinhin unter Sex verstehen: nämlich die Reifeteilung oder Meiose, bei der das Erbgut von Vater und Mutter durchmischt wird. Die Spermienstammzellen erhalten sich dabei durch wiederholte Teilungen frisch. Eine Samenzelle eines zwanzigjährigen Mannes hat bereits rund 500 Zellteilungen hinter sich, bei einem älteren Mann können es bis zu 1000 Teilungen sein. Jede Teilung für sich ist ein komplizierter und fehleranfälliger Prozess.
Bei der Frau dagegen sind alle Eizellen, die sie je haben wird, kurz nach der Geburt genetisch parat und in den Eierstöcken vorrätig. Den Chromosomen-Sex der Reifeteilung haben die Keimzellen der Frau da schon hinter sich. Nun heisst es nur noch warten, bis ein Hormonsignal nach der Pubertät das Zeichen für die monatliche Endausreifung und Präsentation der Eizelle gibt.
Offenbar kann bei der Spermienfabrikation mehr schieflaufen, als man bisher dachte. Doch wo, wie und warum? Der dänische Endokrinologe Niels Skakkebaek sammelt seit über dreissig Jahren Daten zur sinkenden Spermienqualität. Er gilt als Doyen der Spermienuntersuchungen. Skakkebaek war es auch, der das Konzept der Rekrutenuntersuchungen als ideales Instrument etabliert hat. Mit leiser, brüchiger Stimme trägt der Professor seine Ergebnisse vor, doch umso erschütternder sind seine Erkenntnisse.
Beängstigend ist seiner Meinung nach nicht nur das Abflachen der Spermienqualität in den Industrieländern über die Jahrzehnte hinweg, sondern vor allem die Zunahme anderer Symptome, die die Geschlechtsorgane betreffen: eine steigende Anzahl von Hodenkrebs vor allem bei jungen Männern, immer mehr Fehlbildungen wie Hodenhochstand oder Harnröhrenöffnung. Skakkebaek fasst alle Merkmale unter dem Namen Testicular Dysgenesis Syndrome (TDS) zusammen. «Alle diese Symptome rühren daher, dass die Entwicklung der Geschlechtsorgane beim Embryo falsch läuft», erklärt Skakkebaek. «Die sinkende Spermienqualität ist nur eines dieser Symptome.» Schuld sind laut Skakkebaek Umweltgifte, die wie Hormone wirken, auch Pseudohormone oder «Endokrine Disruptoren» genannt. Dazu gehören Insektizide, Lacke, Weichmacher und allerlei andere Chemikalien oder deren Abbauprodukte. Dass diese Gifte die Geschlechtsentwicklung von lebenden Organismen beeinflussen können, haben Untersuchungen bei Fischen in belasteten Seen eindeutig gezeigt, aber auch Tierversuche im Labor.
Ob sie auch die Menschen betreffen, wusste man bisher nicht. Erstens sind Versuche mit Menschen unethisch, zweitens gibt es eine so grosse Anzahl dieser Gifte, dass eine klare Zuordnung bisher nicht möglich war. Erst wenn wichtige, klar konzipierte Forschungsprojekte wie die Schweizer Rekrutenstudie mehr Daten über die regionalen Unterschiede der männlichen Fertilität hervorbringen, wird man mehr über die Ursachen sagen können.
Im wunderbaren Renaissance-Saal des Palazzo Vecchio, an einem Empfang der Stadt Florenz für die Kongressteilnehmer, treffe ich den Biochemiker Michael Skinner. Wenn einer die Frage beantworten kann, wieso so viele Männer offenbar ohne Grund unfruchtbar sind, dann er. Skinner ist Direktor des Zentrums für Reproduktive Biologie an der amerikanischen Washington State University. «Wir wissen, dass die genetische Komponente einen relativ kleinen Anteil an der männlichen Unfruchtbarkeit hat. Sie ist auf jeden Fall kleiner als bei anderen Krankheiten», sagt Skinner. Aber was dann? Welche bösen Geister mindern die Kraft der Spermien? «Epigenetik!» ruft Skinner. Es klingt wie Heureka. «Zu 90 Prozent ist es Epigenetik.»
Skinner hatte 2004 eine aufsehenerregende Versuchsreihe mit trächtigen Ratten durchgeführt, die er einem Pilzgift aussetzte. Die Nachkommen der exponierten Tiere untersuchte er auf Missbildungen der Hoden. Wenig überraschend produzierten sie weniger Spermien. «Aber auch deren Söhne und Enkel hatten eine schlechte Spermienqualität», sagt Skinner. «Wir haben bei diesen Nachkommen aber keine Fehler im Erbgut mehr gefunden.»

Das Phantom im Genom

Hinter dem Zauberwort Epigenetik versteckt sich das, was man früher das Zusammenspiel von Umwelt und Genetik nannte. Einflüsse der Umwelt wie giftige Substanzen verändern dabei die Gene nicht direkt, sondern sie greifen in die Prägung der Gene ein. Diese findet bei allen Wesen bei der Befruchtung und auch bei der Entwicklung der Keimzellen in der frühen Schwangerschaft statt. Bestes Beispiel für Epigenetik ist das Fellmuster bei geklonten Katzen. Selbst genetisch haargenau identische Kätzchen haben unterschiedliche Fellmuster, weil sie doch verschieden geprägt sind.
Eine epigenetische Fehlprägung führt zu einer Vererbung, die man nicht wie üblich als Fehler in der Abfolge der Genbausteine erkennen kann. Sie verhält sich wie ein Phantom, das im Genom unsichtbar bleibt und trotzdem sein Unwesen treibt. «In unseren Versuchen wurde die epigenetische Prägung bei den Männchen über vier Generationen weitervererbt», sagt Skinner. «Bei den Weibchen konnten wir das nicht feststellen. Vielleicht reparieren sich derart geschädigte Eizellen selber oder sie werden nicht weitergegeben. Wir wissen es nicht.» Skinner hofft, dass er entsprechend den genetischen Markern einer Krankheit epigenetische Marker für die männliche Unfruchtbarkeit findet. «Doch dazu ist noch viel Forschung nötig.»
Auf der Piazza della Signoria steht eine zweite David-Statue, genauso schön wie jene in der Galleria dell’Accademia. Man sieht keinen Unterschied, und doch ist es nur eine Kopie, ein Abklatsch des Originals (ohne dies preiszugeben). Im Ohr hallen die letzten Worte Michael Skinners nach: «Wenn sich das zeigt, was wir in den Tierversuchen gesehen haben, dann könnte das für die nächste Generation der Menschen wirklich ein sehr grosses Problem geben.»
Die Fruchtbarkeitskrise der Männer holt die Schweiz zum ungünstigsten Moment ein. Die Fortpflanzungsrate verharrt auf einem historischen Tief, die Frauen entscheiden sich immer häufiger, ihren Kinderwunsch hinauszuschieben. Dass immer mehr Männer betroffen sind, macht die Sache nicht einfacher. Laut Michel Crausaz, der im Rahmen der Schweizer Rekrutenstudie wohl schon mit über 150 Testpersonen gesprochen hat, wissen die meisten jungen Männer gar nicht, wie sie mit ihrer reproduktiven Gesundheit umgehen sollen. Zum Beispiel lässt sich ein beginnender Hodenkrebs durch Abtasten frühzeitig erkennen. «Die wenigsten wissen über solche einfachen Präventionsmassnahmen Bescheid», sagt Crausaz, der bei den Probanden immerhin eine grosse Offenheit festgestellt hat. Umso mehr glaubt Crausaz an die Bedeutung der Studie für die Schweiz. «Nur schon, dass man endlich über das Thema spricht, rechtfertigt diese Studie», sagt er, «die männliche Fertilität sollte genauso stark beachtet werden wie die weibliche.»
Die meisten Männer kommen mit dem Thema jedoch erst in Kontakt, wenn sie sich mit ihrer Frau in eine Fruchtbarkeitsklinik begeben. Zum Beispiel zu Felix Häberlin, leitender Gynäkologe am Institut Fiore in St. Gallen. Er hat schon manchen Mann ins Kämmerlein geschickt, denn das Spermiogramm ist immer das, was zuerst abgeklärt werden sollte. «Die Männer wollen in solchen Situationen Einzelkämpfer sein, die trotz allem gute Figur machen», sagt Häberlin mit sanfter Stimme. Kerle eben. «Was die Männer dabei aber wirklich fühlen, was sie durchmachen, liegt schon im Schatten dessen, was mit der Frau passiert», fährt er fort. Bei der Frau wird mit aufwendigen Methoden nach der Eizelle gesucht. Zuerst wird sie wochenlang mit Hormonen behandelt. Dann, wenn es darum geht, die Eizellen zu entnehmen, wird sie in den Operationssaal gebracht. Dort folgt ein modernster Ultraschall-begleiteter, Computer-assistierter Eingriff, bei dem eine Keimzelle nach der anderen sorgfältig entnommen wird.
Alles, was der Mann hingegen zu tun hat, ist, das Probenröhrchen in die Durchreiche zu stellen. Nur Handarbeit, in wenigen Minuten erledigt. Dann nimmt auf der anderen Seite ein Biologe das Probenröhrchen aus der Durchreiche. Im Institut Fiore ist es Felix Roth. Unter seinem Mikroskop verlieren die Spermien den letzten Rest von Anrüchigkeit und werden zu dem, was sie sind: ein faszinierendes Puzzleteil im überwältigendsten Schauspiel der Natur, genannt Fortpflanzung. Roth zählt die Spermien aus, beurteilt ihr Aussehen, misst ihre Geschwindigkeit und schätzt ihre Lebenskraft ein. Er konzentriert sie auf, wenn es zu wenig hat, und er verwirft die schlappen, unbeweglichen und toten Spermien. Manchmal spielt er auch ein bisschen Schicksal, dann nämlich, wenn er dasjenige Spermium auswählt, das er mit der Mikro-Pipette aussucht und in eine Eizelle hineinspritzt, wie es bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) geschieht, einer speziellen Methode der Reagenzglasbefruchtung. «Wichtig ist vor allem, dass man die Spermien sanft behandelt, denn sie sind sehr wertvoll», sagt Roth. Einige Millionen gesunde Spermien braucht es bei der natürlichen Befruchtung einer Eizelle, mindestens 100 000 sind für eine herkömmliche In-vitro-Befruchtung nötig, und an einer einzigen Samenzelle hängt alles, wenn sie im ICSI-Verfahren in die Eizelle gebracht wird.
Die Probe, die Felix Roth untersucht, stammt von einem Mann, der sich mit seiner Frau einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzieht. Roth misst das Gesamtvolumen, dann den pH und gibt zuletzt einen Tropfen auf ein Glasplättchen, das er unters Mikroskop stellt. Unter der 400-fachen Vergrösserung des Mikroskops treten die Spermien, die nur ein Prozent der Samenflüssigkeit ausmachen, deutlich hervor: das Köpfchen, rund 4 Mikrometer breit und 6 Mikrometer lang; eine dunkle Kappe an der Spitze, die Akrosom-Kappe, die das Spermium erst befähigt, in die Eizelle einzudringen; ein kleiner Mittelteil, der Mitochondrien-getriebene Motor der Samenzelle; das Schwänzchen, das rund zwölfmal länger ist als das Köpfchen. Einige wenige Spermien schlängeln zielstrebig vorwärts, andere rucken nur leicht im Kreis herum, aber die Mehrheit der Samenzellen treibt willenlos dahin. Ein schlechtes Spermiogramm, ein trauriges Bild.

Schweigen der Männer

Peter, 37, und seine Frau haben heute zwei Kinder, deshalb macht es ihm auch weniger aus, von seinen Fruchtbarkeitsproblemen zu erzählen. Wir reden zuerst ein bisschen über Fussball und über Politik. Dann frage ich ihn, ob er denn unbedingt Kinder haben wollte. «Meine Frau hatte mir wieder und wieder gesagt, dass ich besser mit Kindern umgehen könne als sie. Das war schon so, und ich war selber ein wenig stolz darauf.» Der Bescheid des Fruchtbarkeitsmediziners, den er damals erhielt, als er sich mit seiner Frau ums Kinderkriegen kümmern wollte, war vernichtend: Er hatte kaum Spermien in der Samenflüssigkeit, der Arzt nannte es Oligo-Astheno-Terato-Spermie, OAT. Dabei sind Zahl, Beweglichkeit und Form der Spermien massiv eingeschränkt – alles Übel auf einmal. «Die Diagnose war ein Schock. Und vor allem bedeutete das, dass wir die technische Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen mussten. Nicht gerade das, was unserer Einstellung entsprach. Bei den anderen ging doch alles so einfach und natürlich.»
Das Thema «Männliche Unfruchtbarkeit» ist und bleibt ein Tabu unserer Gesellschaft. Ob Sadomaso, Sexsucht oder Schwangerschaftstourismus – für alles Erdenkliche finden sich Betroffene, die ihre Befindlichkeit zur Schau stellen. Nicht aber bei männlicher Unfruchtbarkeit. Auf den Kinderwunschseiten schreiben sich Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch die Finger wund, aber Männer, die keine Spermien bilden können, sucht man vergebens. Selbsthilfegruppen zum Thema «ungewollt kinderlos» schiessen landauf, landab aus dem Boden, aber es sind wiederum nur Frauen, die sich an den Diskussionen beteiligen. Männer sprechen über Autos, Aktien, Fussball und manchmal auch über Kinder und Frauen – über ihr wichtigstes Kapital verlieren sie kein Wort.
«Dass ich als Mann versagt habe, war mir gar nicht so bewusst, denn wir hatten immer noch guten Sex», sagt Peter. Männer wie er bringen es zu einer normalen Ejakulation, bilden Samenflüssigkeit und erleben auch sexuelle Höhepunkte; aber die Reifung der Samenzellen ist aus irgendeinem Grund gestört. Dank ICSI-Befruchtung ist er doch noch glücklicher Vater geworden. «Klar, es geht um die genetische Reproduktion, die ich möglicherweise nicht haben konnte, aber daran dachte ich gar nicht. Ich war komischerweise auch nicht gekränkt, ich fühlte eher eine schicksalergebene Leere. Und ich fragte mich, wieso gerade ich», seufzt Peter. «Und irgendwie doch, ja, ich war auch in meiner Männlichkeit gekränkt.»

Männerkrise, Frauenkatastrophe

Es gibt viele Studien über die Auswirkungen der ungewollten Kinderlosigkeit auf die Psyche der Frau. Die Untersuchungen jedoch, die sich mit den Bedürfnissen des Mannes befassen, sind an zwei bis drei Händen abzuzählen. Eine Studie der amerikanischen Soziologen Arthur Greil und Karen Porter, die 1992 über zwanzig kinderlose Paare befragten, zeigt ein eigenartiges Bild. Während das Verdikt für die Frauen eine Katastrophe war und oft eine Identitätskrise wegen Rollenversagens auslöste, war es für die Männer allenfalls ein beunruhigendes Ereignis, vielleicht eine kleinere Krise. Selbst wenn die Ursache klar bei den Männern lag, sahen es die Frauen als ihr Problem an. Den Männern ging es darum, möglichst schnell in die Normalität zurück zu finden. In den meisten Fällen übernahmen die Frauen die Führungsrolle bei der Behandlung mit einer künstlichen Befruchtung.
Vor rund einem Jahrzehnt befragten auch deutsche Fruchtbarkeitsmediziner um den Kieler Professor Klaus Diedrich 487 männliche Patienten einer Kinderwunschsprechstunde. Die Resultate bestätigten die amerikanische Untersuchung im grossen Ganzen. 40 Prozent dieser Männer berichteten, dass sie nach der Diagnose Gefühle von Trauer, Enttäuschung und Resignation befallen hätten. Fast 30 Prozent der Männer sagten jedoch, die Partnerin habe bedeutend mehr gelitten. Weitere 21 Prozent sprachen von einer emotionalen Krise, nur 7 Prozent der Männer hatten Versagens- oder Minderwertigkeitsgefühle.
«Ich weiss noch, es war wohl ein Jahr vor der Geburt meiner ersten Tochter, an einem schönen Samstagnachmittag, als ich in der Stadt war – und plötzlich war ich es, der alle diese Eltern sah und sie beneidete, und ich erschrak beim Gedanken, das nie haben zu können. Aber vor allem tat mir meine Frau leid», erzählt Peter. Heute habe er fast alles vergessen, was damals war. «Man vergisst, dass die Kinder im Labor gezeugt worden sind, man vergisst aber auch, dass man ein schlechtes Spermiogramm hat.»
Im Gegensatz zu Peter hat Claudio, dessen Spermiogramm eigentlich gar nicht so übel war, immer noch keine Kinder – trotz mehreren Behandlungen. Er hat sich damit abgefunden, sagt, dass man auch ohne Kinder glücklich werden kann. Er ist nicht der Einzige. Heute sind mehr Männer kinderlos als Frauen. Und während der Anteil der kinderlosen Frauen in den oberen Gesellschaftsschichten und unter den Akademikern höher ist, verhält es sich bei den Männern genau umgekehrt: Kinderlos bleiben vor allem Männer mit niedrigerem Einkommen und tieferem Bildungsniveau.
Fruchtbarkeit ist eben mehr als nur ein biologisches Problem. Unfruchtbarkeit kann auch ein Beziehungsproblem sein, vor allem bei Männern. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2005 über die sozialstrukturellen Daten zur Kinderlosigkeit von Frauen und Männern zeigte, dass 36 Prozent der kinderlosen Männer dauerhaft partnerlos leben, aber nur 20 Prozent der Frauen. Die vaterlose Gesellschaft ist heute vielleicht nicht mehr so sehr das Problem der Kinder, die auf ihren Vater verzichten müssen, sondern der vielen Männer, die nie Vater werden.

Der Wille ist stark, aber das Sperma ist schwach. | Véronique Hoegger
Der Wille ist stark, aber das Sperma ist schwach. | Véronique Hoegger
Er kommt noch immer. Aber es kommt nichts Fruchtbares raus dabei. | Véronique Hoegger
Er kommt noch immer. Aber es kommt nichts Fruchtbares raus dabei. | Véronique Hoegger

Die Diskussion

6 Reaktionen

  1. Federico Crestani

    Guten Tag
    Die Unfruchtbarkeit der Männer und Frauen würde ich auf die
    flächendeckende Jodierung zurückführen!
    Denn es ist mit grosser Wahscheinlichkeit ein Schilddrüsenproblem.
    Dr.med.M.O.Bruker schreibt in seinem Buch “Störungen der Schilddrüse” dass das zugesetzte Kalium-Jodid in unseren Lebens- und Nahrungsmitteln bei längerem Konsum unter anderem Embryo schädigend ist. Auskunft erteilt 0794365513 Federico Crestani.
    Ich bitte Sie folgende Internet-Seiten zu besuchen!
    http://www.krank-durch-jod.ch/www.emu-verlag.de/freundliche Grüsse!

  2. Barbara Mazenauer

    Ich würde die Ursachen, wie bei vielen anderen Dingen auch heutzutage, wohl eher im Makro- als im Mikrobereich suchen. Man kann noch so viele Mäuse-Tests und Spermiogramme erstellen, wenn man daneben das offensichtliche ignoriert. Ein Leben mit so vielen lebensfeindlichen Faktoren ruft unweigerlich eine Vielzahl von Störungen hervor. Wenn man natürliche Abläufe ein bisschen genauer anschaut (und damit meine ich nicht, dass sie bis ins hinterste und letzte Molekül aufgeteilt werden müssen) ist das nur die ganz logische Folge. Nicht mehr und nicht weniger.

  3. Profile Pic
    Bastian Stalder

    Ist diese Erkenntnis nun Ursache des durchschnittlichen Abschneidens Schweizer Schüler beim PISA-Test?

  4. agnes darenius

    Endlich wird es ein Thema, dass was Alfonso Cuaròn in seiner Film “Children of men” voraussieht: Fruchtbarkeit ist nicht selbstverständlich. Ein Wichtiger Punkt wird in dem Artikel von letzter Woche nicht erwähnt. Antibabypille und Wechseljahre-Hormone werden jeden Tag von einer brisanten Anzahl Schweizerinnnen geschluckt, wieder ausgeschieden und mit dem Trinkwasser vermischt. In London hat man schon früh Folgen dieses Wahnsinns gesehen- aussterbenden Fischen, die sich nicht fortpflanzen können weil die Männlein verweiblicht geworden sind. Nicht nur Chemikalien, Pestiziden und Plastik machen unsere Kerle steril, sondern auch Hormonisierten Frauen.

  5. Daniel Roth

    Es gibt noch weitere Ursachen, die zum Teil total unterschlagen werden, weil es sonst zu einer Art Schock kommen könnte.

    Die Bekleidung und die Arbeit spielt eine grössere Rolle, als man bis jetzt angenommen hatte. Es wird zwar gesagt, dass Fahrradsättel schädigend sein können, doch man sitzt nicht 8 Stunden und mehr im Tag auf dem Fahrrad. Jedoch im Büro und auf dem Arbeitsweg ist das ohne weiteres möglich. Sitzende Tätigkeiten führen zu einem leichten Druck auf die Hoden. Dazu kommt, dass die Abwärme nicht mehr so gut wegkommt. Das wird noch schlimmer, da praktisch alle Männer nur Hosen tragen. Hosen können bei sitzender Tätigkeiten zusätzlichen Druck auf die Hoden ausüben und zudem kommt die Abwärme viel schlechter weg. Das führt zur Quetschung und Überhitzung und daraus resultiert dann schlechte Spermaqualität. Abhilfe könnte nur mehr Stehen am Arbeitsplatz und der als “Frauenkleidung” verrufene Rock schaffen. Anatomisch gesehen wären Röcke und lange Tuniken die bessere Kleidung für den Mann. Speziell, wenn er sitzend arbeiten muss. Doch leider haben die meisten Männern aus lauter Angst keinen Mumm (sei es wegen Jobverlust, “Buschtelefon”, Schwul usw.), sich sowas zu gönnen. Zudem haben solche Kleidungsstücke gar nichts mit der sexuellen Orientation zu tun. Wer es dennoch behauptet, der benutzt sein Hirn nicht. Die Männer sollen sich mal überlegen, was wichtiger ist: Kleidungsstil oder Fruchtbarkeit. Die Kniekehlenhosen der Jungen heute sind in der Hinsicht Fruchtbarkeit besser als normale Hosen. Das obwohl diese Hosen nicht so toll aussehen.

    Somit ab in die Röcke oder Langtuniken und auch mehr stehen am Arbeitsplatz, falls das möglich ist. Zudem gibt das mal richtig Abwechslung in den grauen Alltag.

  6. Marcel Heim

    Der Kommentar von Federico Crestani finde ich ziemlich interessant. Ich glaube, es gibt tatsächlich Hinweise, dass dieses Problem, das unsere Gesellschaft als Ganzes betrifft, mit dem Jod in unserer Nahrung einen Zusammenhang haben könnte. Ich habe diese Seite von Herr Crestani besucht und in den letzten 2 Wochen beobachtet, wie oft Kochsalz im Essen vorgekommen ist, was ich so konsumiert habe. Dazu ist mir folgendes aufgefallen:

    1. Falls es tatsächlich so ist, dass der Jodgehalt in unserem Kochsalz seit 1922 konstant erhöht wurde, wäre dies ein verdächtiger Hinweis. Nach meinem Wissen kannte man vor 1922 dieses Phänomen einer breiten schlechten Spermaqualität gar nicht.

    2. Kochsalz ist in unserer Nahrung allgegenwärtig. Sei es im Bouillon, Aromat, Brot, Lasagne, Pommes, Chips, sogar im Mürbeteig kommt es vor. Sollten dann wie auf der Internetseit behauptet auch noch Frischnahrungsmittel wie Milch, Eier oder Fleisch dazu kommen, wäre eine Überversorgung von Jod durchaus denkbar.

    3. Das Problem muss aller Wahrscheinlichkeit nach mit unserer Nahrung ein Zusammenhang haben. In Ländern, die nicht oder nur wenig mit der kommerziellen Nahrungsmittelindustrie in Berührung kommen, ist dieses Problem weit kleiner oder gar weitgehend unbekannt.

    4. Auf vielen Packungen wird das Salz nur mit Kochsalz deklariert. Es ist nicht klar, ob dieses Salz nun jodiert ist oder nicht. In manchen Packungen, z.B. beim Bouillon, steht drauf dass das Salz jodiert ist. Eine bessere Deklaration wäre hier wünschenswert.

    5. Ich glaube, eine Wissenschaftliche Untersuchung oder nähere Betrachtung würde sich bei diesem Thema durchaus lohnen. Warum dies bisher wenig oder gar nicht nicht geschehen ist ist mir nicht klar und würde mich eigentlich interessieren. Wäre doch ganz gut wenn die Lösung oder die Ursache so einfach wäre.

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