20.08.2007 von Roger Schawinski
Ich blickte ungläubig auf mein Handy. Ich war mitten in einer Live-Sendung, der letzten auf meinem Sender Tele 24, den ich nur Wochen vor 9/11 zusammen mit dem Rest meines Medienhauses mit Radio, Verkaufsfirma und Lokal-TV-Sender an das Zürcher Medienhaus Tamedia verkauft hatte. «Sat.1 wartet auf Dich. Urs», las ich auf der Anzeige. Es war der 30. November 2001, kurz nach 22 Uhr.
Das wühlte mich mehr auf, als mir lieb war. Ich wollte mich emotional ganz auf diese Stunden vor Mitternacht konzentrieren, die das Ende einer mehr als 25-jährigen Zeit als Unternehmer, Senderchef und Moderator sein würden. Und vor allem auch auf den Abschied von meinem Team, mit dem ich so lange so intensiv zusammengearbeitet hatte. Aber immer wieder, auch wenn ich direkt in die Kamera sprach, drifteten meine Gedanken ab, hin zu dieser unerwarteten Botschaft.
Die Idee faszinierte mich von der ersten Sekunde an. Das war mehr als ein Hinweis, das war ein klares Zeichen. Plötzlich war da eine Aufgabe, die mich in ihren Bann zog. Zuvor hatte ich mir nie vorstellen können, was meine nächste Leidenschaft sein könnte, oder ob ich sie überhaupt je finden würde. Nun war alles anders. Bald darauf war ich in München. Ein Chauffeur holte mich mit grossem BMW am Flughafen ab und führte mich über Landstrassen zu einem wenig beeindruckenden Flachdachgebäude in Ismaning, der Zentrale von Leo Kirchs Imperium.
Der legendäre Medien-Zampano begann mit einer Charmeattacke. Er habe mich seit langer Zeit treffen wollen, doch nie gewusst, wie er es anstellen solle. Meine Karriere in der Schweiz habe er seit vielen Jahren verfolgt, und sie habe ihn beeindruckt. Nun sei er froh, dass sein CEO, der Schweizer Urs Rohner, den Kontakt hergestellt hatte. Und ob meine schwarzen Haare wirklich nicht gefärbt seien? Diese Frage überraschte mich am meisten, denn offiziell galt Leo Kirch als weitgehend blind. Entweder hatte man ihn detailliert gebrieft, oder dann war sein Sehvermögen nicht so stark beeinträchtigt, wie kolportiert wurde.
Das Gespräch wurde nach einigen launigen Minuten unterbrochen. Leo Kirch wurde von einem Mitarbeiter in ein anderes Büro gerufen und entschuldigte sich. Er müsse nur kurz mit einem Herrn Müller von der Commerzbank reden, meinte er. Zwanzig Minuten später kam er immer noch gut gelaunt zurück. Später erfuhr ich, dass in jenem Gespräch die entscheidenden Kredite über 450 Millionen Euro gekündigt wurden, die einige Monate später zum Zusammenbruch seines Lebenswerks führen sollten.
Bei meinem zweiten Besuch in Ismaning zwischen Weihnachten und Neujahr kamen wir zu einer übereinkunft, nachdem ich auch seine wichtigsten Mitarbeiter wie Dieter Hahn und Ludwig Bauer getroffen hatte. «Wann können Sie als Chef von Sat.1 anfangen? Möglichst bald?», fragte Leo Kirch.
«Ich habe meiner Frau und mir versprochen, nach dem Verkauf meiner Firmen eine Weltreise zu machen», antwortete ich. «Bleiben Sie nicht zu lange», sagte Leo Kirch mahnend. Schliesslich einigten wir uns, dass ich den Job Mitte April 2002 in Berlin antreten sollte.
«Ich warte auf Sie», meinte Leo Kirch beim Abschied. Doch an dieses Versprechen hielt er sich nicht. Per Internet erfuhr ich auf den Cook Islands in der Südsee, dass sein Imperium mit einem riesigen Eklat Pleite gegangen war.
Damit war das Thema vom Tisch. Ein Senderchef-Wechsel mitten in einer äusserst delikaten Insolvenzphase war für alle Beteiligten ein Ding der Unmöglichkeit. In der Folge genoss ich es, über meine Zeit frei zu verfügen, schrieb zwei Bücher sowie Kolumnen. Doch der Gedanke an Sat.1 liess mich nicht los. Täglich verfolgte ich die in den wichtigsten deutschen Medien atemlos rapportierten Entwicklungen dieser grössten Pleite eines deutschen Unternehmens der Nachkriegszeit. Gleichzeitig hielt ich einen losen Kontakt zu Urs Rohner aufrecht, den ich zuvor nur flüchtig gekannt hatte.
«Du, es geht nicht.»
Als im Frühjahr 2003 ein gewisser Haim Saban als möglicher Käufer genannt wurde, arrangierte Urs Rohner ein Treffen zwischen mir und dem Milliardär aus Los Angeles. Es fand im Coffee Shop des Hotels Mandarin in München statt, in dem Saban abgestiegen war. Saban schien beim Gespräch nicht sehr konzentriert. Sein bloss flüchtiges Interesse an mir war erklärbar. Die Wahl eines neuen Geschäftsführers für Sat.1 war offensichtlich so lange keine Priorität für ihn, bis der Kaufvertrag unterschrieben sein würde. Aber immerhin murmelte er so etwas wie Zustimmung zu Urs Rohners Vorschlag, mich so schnell als möglich anzuheuern.
Auch dieser zweite Anlauf ging schief. Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé, berichtete mir Urs Rohner, habe Bedenken angemeldet. Veränderungen von solcher Tragweite könnten von Saban als Vorwand genommen werden, um von seinem Angebot zurückzutreten. Es solle nicht das Geringste unternommen werden, das den erfolgreichen Abschluss des Deals gefährden könnte. Doch auch das war noch nicht das Ende. Nachdem der Deal mit Saban vorerst geplatzt war, gab es einen weiteren Anlauf. Diesmal wurde es richtig ernst. Rohner setzte einen Vertrag mit einer zweijährigen Laufzeit auf, wie wir es beide gewünscht hatten. Das Datum für meinen Amtsantritt wurde auf Anfang Juli 2003 festgesetzt, nachdem alle Details zwischen Urs Rohner, Sendervorstand Ludwig Bauer und mir bei einem unterhaltsamen Abendessen im Zürcher Nobellokal Kronenhalle besprochen worden waren.
Die letzten Tage vor meiner Reise nach Berlin verbrachte ich mit meiner Tochter Joelle in Barcelona, wohin ich sie nach Abschluss ihres Abiturs eingeladen hatte. Sie war im Mango an der sehr belebten Passeig de Gràcia verschwunden, als mein Handy läutete.
«Du, es geht nicht», hörte ich die Stimme von Urs Rohner.
«Wovon sprichst du?», fragte ich verwirrt.
Hastig erklärte mir Urs Rohner die Lage. Ludwig Bauer hätte ihm soeben erklärt, dass er sofort zurücktrete, wenn man den Senderchef-Wechsel wie geplant durchführe. Da man kurz vor der so wichtigen Telemesse stehe, dürfe es in diesem Augenblick keine solche Turbulenzen geben. Das würde die ganze Gruppe schädigen.
«Ich verstehe nicht», stammelte ich. «In 48 Stunden soll ich meinen Posten in Berlin antreten.»
«Nun, das geht eben nicht», meinte Urs. «Lass uns später nochmals reden.»
Der Schock war gross. Als Joelle fröhlich mit einer Plastiktasche aus dem Laden trat, fand sie mich völlig aufgelöst vor. Ich war nicht in der Lage, ihr zu erklären, was soeben vorgefallen war. Das alles konnte unmöglich wahr sein! Unsicher steuerte ich ein Boulevard-Café an und tat etwas für mich völlig Ungewöhnliches: Ich bestellte gleich zwei Cognacs aufs Mal. Das machte die Sache nicht besser, wie ich gehofft hatte. Im Gegenteil! Ich hatte mein ganzes Leben neu organisiert, hatte mich minutiös mit meiner neuen Aufgabe beschäftigt, sass auf gepackten Koffern –und dann das!
In den folgenden Wochen tappte ich wie im Nebel durch ein Leben, in dem ich mich nicht mehr zurechtfinden konnte. Ich war kaum ansprechbar, unkonzentriert, schlecht gelaunt. Immer wieder versuchte ich das Erlebte zu rekonstruieren, doch ich kam einfach nicht zu Antworten. Kurz darauf war die ganze Geschichte – wie alle Interna aus der ProSiebenSat.1-Gruppe – via Indiskretionen in die Presse gelangt, wo in hämischem Ton von diesem geplanten und dann nicht vollzogenen Wechsel an der Spitze von Sat.1 berichtet wurde. Damit wurde das seit langem gestörte Verhältnis zwischen Urs Rohner und Sat.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann öffentlich.
Als ich schliesslich zögerlich aus meinem somnambulen Zustand erwachte, regte sich mein rebellischer Geist wieder. Jetzt ging es mir nicht mehr um einen Job. Jetzt war es eine Frage des Prinzips. Eine solche Intrige konnte ich nicht einfach hinnehmen! Wenn es nur den Hauch einer weiteren Chance gab, würde ich sie packen. Und ich wusste, dass auch Urs Rohner auf die Möglichkeit lauerte, seinen Plan doch noch umzusetzen und sich gleichzeitig von seinem wankelmütigen Vorstandskollegen Bauer zu trennen.
Sabans Willkommensgruss
Im zweiten Anlauf kaufte Saban ProSiebenSat.l zusammen mit einer Gruppe der renommiertesten Private-Equities-Firmen im August doch noch. Ich hatte überraschend eine Einladung zu den Münchner Medientagen 2003 erhalten, wo ich im Oktober auf einem der vielen Podien sitzen und über die Zukunft der Branche diskutieren sollte. Darüber informierte ich Urs Rohner, der mir sofort vorschlug, dass wir uns am Rande der Medientage mit Saban treffen sollten, um nochmals über unser altes Thema zu sprechen.
Auf dieses Meeting bereitete ich mich detailliert vor. Die Fragen kamen, so, wie ich sie erwartet hatte. Vor allem wollte man von mir wissen, was ich mit dem Vorabend bei Sat.1 machen würde, der seit Jahren dahindümpelte. Ohne zu zögern erklärte ich, dass ich trotz negativen Erfahrungen mit täglichen Serien genau diesen Weg verfolgen würde. Nur auf diese Weise würden wir die Vorherrschaft von RTL ernsthaft infrage stellen können.
Einige Tage später kam am Schluss eines Conference Call das Okay. Yes, we are looking forward to working together and have fun together, gab mir Haim als Willkommensgruss mit auf den Weg.
War ich nun endlich – bei diesem unglaublichen vierten Versuch – am Ziel? Was würde als Nächstes kommen? Nun, es kam, und zwar schnell und heftig.
Das Timing für meinen Amtsantritt wurde an die Verlängerung des Vertrags mit Harald Schmidt gekoppelt. Erst wenn dieser in trockenen Tüchern sein würde, sollte der Wechsel an der Spitze von Sat.1 verkündet werden, informierte man mich. Doch auch Ende November hatte das Aushängeschild des Senders noch immer nicht fürs kommende Jahr unterschrieben, und das machte alle furchtbar nervös. Ein früheres Treffen zwischen Saban und Schmidt hatte eine bereits sehr instabile Situation weiter eskalieren lassen.
Das grandios inszenierte Einfliegen des Milliardärs aus Hollywood mit seiner Gulfstream V weckte beim geldaffinen Harald Schmidt neue Begehrlichkeiten. In den nächsten Wochen schraubte Schmidt seine finanziellen Forderungen in stratosphärische Dimensionen. «Ich hatte Angst, die würden das annehmen», vertraute er mir später an. In Wirklichkeit war er komplett ausgebrannt, wie ich genau wusste. Als regelmässiger Zuschauer seiner Sendung und mit meiner eigenen langjährigen Erfahrung als Moderator einer täglichen TV-Talkshow erkannte ich das sofort. In einem solchen Gemütszustand kostet es immer mehr Kraft, sich vor die Kameras zu stellen, bis man es schliesslich kaum noch schafft, auf die Bühne herauszukommen.
Schmidtgate
Anfang Dezember war es soweit. Harald Schmidt hat unterschrieben, wurde vermeldet. Der Stolperstein war aus dem Weg geräumt. Die Verträge seien unterwegs. Ich solle sofort nach Berlin reisen, wurde ich angewiesen, um keine weitere Zeit zu verlieren. Vor meinem Hotel empfing mich Urs Rohner euphorisch. Ich war auf Wolke sieben.
Aber am Morgen meines ersten Tages bei Sat.1 waren die Verträge noch immer nicht beim Sender eingetroffen. Ein hektisches Telefonieren setzte ein. Dann kam die Nachricht, dass die Papiere von Köln her unterwegs seien und definitiv am Nachmittag im Haus sein würden. Und wirklich: Kurz vor 16 Uhr wurde ein grosser Umschlag in meinem neuen Büro abgeliefert. Alles war schliesslich doch noch gut gelaufen, alle atmeten auf; zwar auf den letzten Drücker, aber vor uns lagen nun endlich die lang ersehnten Verträge, die wir sofort an unsere hausinternen Juristen zur Kontrolle weiterleiteten. Nach einigen Minuten stürmte einer unserer Juristen in mein Büro. Wir haben hier ein kleines Problem, meinte er atemlos. Es seien nur zwei Verträge angeliefert worden, die zwei Einzelsendungen betrafen. Der dritte Vertrag für die tägliche Sendung sei nicht dabei. Wir riefen sofort in Köln bei Harald Schmidts Produktion an. Ein Fehler sei unterlaufen. Man habe vergessen, diesen Vertrag beizulegen.
Die Antwort traf uns wie ein Hammer. Von einem Fehler könne keine Rede sein. Harald Schmidt habe beschlossen, seine Sendung per Ende Dezember einzustellen.
Ein erster Arbeitstag ist immer aussergewöhnlich. Am Vormittag hatte mich Urs Rohner meinem Kernteam vorgestellt, das vom Senderchef-Wechsel total überrascht worden war. Anschliessend war ich vor die gesamte Mannschaft getreten, um mich vorzustellen. Da war ich nun, der unbekannte Schweizer, ganz offensichtlich ein Protégé meines Landsmanns Urs Rohner, um in Berlin die oft ungeliebte Münchner Konzernpolitik umzusetzen. Für alle war es eine emotional höchst schwierige Situation, und ich sah auch einige verweinte Gesichter.
Aber das war nur das Vorspiel gewesen! Der Verlust der Ikone des deutschen Fernsehens und Liebling des Feuilletons erhöhte den Stresslevel bis ins Unermessliche. Es dauerte einige Zeit, bis wir begriffen, was vorgegangen war, und noch etwas länger, bis wir verstanden, dass der Entscheid unumstösslich war.
Ganz langsam begann die Maschinerie zu laufen. Wie wird kommuniziert? Gibt es mit Harald Schmidt eine gemeinsame Sprachregelung? Wann informieren wir die öffentlichkeit?
Kurz vor 20 Uhr waren diese Fragen geklärt, und die meisten Beteiligten verabschiedeten sich. In meinem Büro war nur noch Matthias Alberti verblieben, der 2,12 Meter grosse Unterhaltungschef des Senders.
«Wir sollten darüber reden, was jetzt zu tun ist», sagte ich ihm. «Kommen Sie in einer halben Stunde ins Hotel Madison an der Friedrichstrasse. Ich besorge Pizza und Bier.»
Beim zweiten Bier bot ich ihm das Du an. Die Ausnahmesituation hatte uns augenblicklich zusammengeschweisst. Wir hatten nun ein Problem zu lösen – und was für eines! Am Ende des Abends hatten wir uns entschieden: Wir würden alles tun, um eine neue Late Night Show mit einem neuen Host für Sat.1 zu kreieren, auch wenn es verdammt schwer werden würde. Nein, dieses Feld würden wir nicht freiwillig räumen.
«Der Fehlstarter»
Am nächsten Tag wurde die Meldung von Harald Schmidts Weggang verbreitet, und dies löste eine Welle der Emotionen aus, wie es sie in der Geschichte des deutschen Fernsehens noch nie gegeben hat. Eine publizistische Flutwelle kämpfte sich in den folgenden Tagen über Titelseiten und durch die Feuilletons der Republik. Die «Financial Times» betitelte ein ganzseitiges Porträt von mir mit «Der Fehlstarter».
Am späten Abend schaltete ich in meinem kleinen Hotelzimmer den Fernseher ein, um wie üblich die «Harald Schmidt Show» zu sehen. Mir stockte der Atem. Während mehr als zehn Minuten seines Anfangsmonologs zog Harald Schmidt in seiner bekannten Art über mich her, den unbedarften Schweizer, zum Gaudi der Zuschauer teilweise auch in einem Sprachduktus, der in Deutschland für Schweizerdeutsch durchgeht. Die Ereignisse hatten ihn sichtlich beflügelt, denn plötzlich präsentierte er sich wieder in Hochform. «Für mich ist es menschlich ‘n bisschen hart, aber als Mediennutte muss ich mich jetzt auf den neuen Chef einstellen. Ja, das ist so in dem Job. Wes Brot ich ess’, des Lied ich sing’.» Am nächsten Tag setzte er im gleichen Stil noch einen drauf. Wieder zehn Minuten. Die unterschwellige Message war klar: Der neue Senderchef war schuld, dass Deutschland diese einzigartige Sendung verlieren würde, auch wenn Schmidt in der Presseerklärung artig von der von ihm vorgeschlagenen «kreativen Pause» schwadronierte, was ihm aber niemand so richtig abnahm. Sinistre Vorgänge wurden in vielen Artikeln als wahrer Grund für diesen demonstrativen Protest diskutiert, ohne dass man sich dabei auf irgendwelche Fakten stützen konnte. Man wollte schlichtweg nicht wahrhaben, dass die kommunizierten Gründe auch die echten waren.
In der Folge setzte Harald Schmidt ein volles Jahr aus, um danach bei der ARD nicht mehr auf den knüppelharten Rhythmus von fünf Sendungen pro Woche zurückzukehren. Er hatte sich tatsächlich – wie angekündigt – eine längere Pause genommen. Ob sie kreativ war, darüber streiten sich die Kritiker seiner neuen Sendung bis heute…
Diese Geschichte hatte für mich zwei Effekte: Erstens stand ich nun vor einer offenbar unlösbaren Aufgabe. Und zweitens hatte ich innerhalb von wenigen Tagen einen Bekanntheitsgrad erreicht, der grösser war, als mir lieb sein konnte. Nun blickte die gesamte Medienbranche auf den Schweizer, der für diese Götterdämmerung verantwortlich war.
Als wir uns einige Zeit später richtig kennenlernten, entschuldigte sich Harald Schmidt. «Du hast es abgekriegt. Für mich war es die Chance für einen fantastischen Abgang.» Und in einem von Mitarbeitern produzierten Video zu meinem Abgang von Sat.1 sagte er drei Jahre später: «Ich kann es dir jetzt sagen, wo wir unter uns sind: Es war ja für dich und den Sender nicht das Schlechteste. Denn es war wie überall, wo ich war: Richtig erfolgreich wurde der Laden erst, nachdem ich weg war.» Und dann fügte er noch hinzu: «Glückwunsch, lieber Roger. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren einen so perfekten Ausstieg eines Senderchefs miterlebt zu haben.»

«War ich nun endlich - bei diesem unglaublichen vierten Versuch - am Ziel? » | Bild: Tom Haller