08.05.2009 von Michèle Roten , 15 Kommentare
Dieser Tage sieht man ja oft Männer auf Motorrädern. Seit Neuestem kann ich keine Männer auf Motorrädern mehr anschauen, ohne Folgendes zu denken oder vor mir zu sehen, und ich weiss nicht, woher ich das plötzlich habe. Jedenfalls geht es im Wesentlichen um die gar nicht originelle Unterstellung: dickes Gefährt gleich Kompensation genitaler Unterdurchschnittlichkeit. Aber das meine ich gar nicht, zumindest nicht die Unterdurchschnittlichkeit, sondern nur die assoziative Verknüpfung. Jedenfalls befördert die spezielle körperliche Situation von einem Mann auf einem Töff folgende Visualisierung, der ich seit Neuestem absolut wehrlos ausgeliefert bin: All diese Männer sitzen zwar auf einem Motorrad, aber in ihrem Kopf sitzen sie stolz auf ihrem riesigen, bebenden Schwanz mit zwei Rädern dran. Manchmal laden sie eine Frau ein, sich hinter sie auf ihren Schwanz zu setzen, und dann trägt der Schwanz die beiden brummelnd bis brüllend durchs Land, über Pässe, an Seen, auf Raststätten.
Leider seh ich ansonsten alles ziemlich klar und realistisch im Moment. Ich sehe, dass ich mich saublöd anstelle mit meiner Lizarbeit, die seit Wochen unangetastet in halb fertigem Zustand in meinem Computer vor sich hin rottet. Ich sehe, wie meine Hemmschwelle immer grösser wird, wie ich mich inzwischen nicht einmal mehr getraue, die Datei aufzumachen, weil ich, um daran zu arbeiten, ja auch lesen müsste, was ich bisher geschrieben habe und so herausfinden könnte, dass das alles ganz grosser Quatsch ist und ich wieder von vorne anfangen müsste, und dann würde ich sterben. Ich sehe auch, dass all die Literatur in zig Büchern, die ich wie ein kleiner manischer scheiss Hamster aus der Bibliothek hole und tatsächlich auch lese, nie Eingang finden wird in die Arbeit, weil verdammt, ich studier halt nun mal nicht Neuropsychologie, WIE KONNTE ES PASSIEREN, DASS ICH MICH SO WEIT VON MEINEM THEMA WEGBEWEGT HABE?! Und was war noch mal das Thema?
Jedenfalls bewahrheitet sich gerade, was mir in Jaipur aus der Hand gelesen wurde. Da stand: life happy, life long, work good, friend good und der ganze Kack. Der wollte mich schon wegschicken, aber ich: Uni? Er: Uni? Ich: Uni. Er: Nix Uni. Ich: Doch Uni. Er: Ah! Oh… Uni. Abschluss ja, aber schwierig und aua.
Ich beschloss, dass der keine Ahnung hatte und konsultierte noch einen. Er sagte genau. Das. Gleiche. Der Arsch.
Ach ja, und vier Kinder werde ich dereinst haben.
Ich frag mich, wie ich die Lizarbeit mit vier Kindern schaffen soll.

Als Travelpartner eines Flight Attendant wird die Welt plötzlich unglaublich klein. Dann macht man mal eben einen Wochenendausflug ins Bunte anstatt ins Graue und fährt nach Hongkong. | Michèle Roten
Männer und Motorräder… Tja, der liebe Penisneid…
Dabei ist das doch ganz einfach: Das Motorrad ist das moderne Pferd und das Auto der moderne Ochsenkarren. Und welcher echte Ritter oder Cowboy reist schon mit dem Ochenskarren, wenn er ein Pferd haben kann ?!?
Interessanterweise werden echte Pferde heute vorwiegend von Frauen und Mädchen geritten… Was wohl das nun wieder zu bedeuten hat ???
Viel Erfolg bei der Lizarbeit !
“Das ganze ist das Wahre” – selbstverständlich musst du deine Fragestellung von allen nur erdenklichen Winkeln beleuchten. Gerade die Neuropsychologie verspricht einen ungeheuren Erkenntnisgewinn und zudem ist das Thema brandaktuell.
Hier ein simpler Ratschlag eines Studienabbrechers (an der Herkulesaufgabe der Liz gescheitert), wie du wieder produktiv wirst: http://imgriff.com/serien/zen-to-done/
Dann fang mal mit den vier Kindern an – spätestens beim ersten wird der Fokus leicht geändert sein… Und wenn dann trotzdem phallische Gedanken kommen zwischen den Windeln und dem Gesabber, kannst Du Dich wieder mal der simplen Lizarbeit widmen!
Wieder einmal habe ich mich köstlich amüsiert. Die Berichterstattung über das Aufrüsten von Körpermerkmalen scheint aber deutlich das weibliche Geschlecht zu bevorzugen. Ist das Zufall, oder ist bei den Männern die Dunkelziffer so hoch? Toi toi toi für die Lizarbeit!
Das Bild gibt es wirklich. Mit Räder und allem dran. Das sollte ein kleiner Hupf sein, der gemeint hat er kann alles erobern und dann hat man es später auch für andere solche Hupfe nachgezeichnet. Das haben immer alle als Kanone verstanden, aber in der Zeitung ist man ja frei und wenn einer das als Töff sehen will oder als Pferd, S-Bahn oder Herdäpfelstock, dann ist das auch Okay.
Wobei man natürlich sagen muss, dass es auch bei einer neuen Auslegung Grenzen der Freiheit gibt und die sollte man beachten. Eine Frau kann der sich also zum Beispiel nicht hinten aufladen wenn das ein Töff sein soll. Weil auf diesem Bild gibt es gar kein hinten wo die sitzen oder sich sonst festmachen könnte. Ausser vielleicht sie hockt ihm auf die Schulter, aber das geht auch nicht gut, weil sie sich dann schon beim ersten Tunnel den Kopf anschlagen würde. Im Minimum müsste man sich hinten noch eine Rolle dazudenken. Dann könnte die Frau daran auf ihrem eigenen Velo hinterher fahren.
bis anhin nur 6 – sex
! – reaktionen auf deine schwanz-provokation … und keine, die den mann/motorradfahrer als eben solchen entlarvt, wie du ihn so gerne sehen moechtest resp. musst!
auch ich als leidenschaftlicher motorradfahrer seit ca. 3 jahrzehnten werde nicht darauf einsteigen, da ein/e nicht-motorradfahrer/in diesen virus ‘freiheit auf 2 raedern’ einfach nicht nachvollziehen kann.
es verhaelt sich wie dieses wort zum papst: wer nicht selber voegelt, sollte keine regeln uebers voegeln aufstellen …
aber eigentlich ging es dir ja nur darum, moeglichst viele leser zur wahrnehmung deines schlechten gewissens resp. deiner beichte zu bewegen. ganz nach dem motto: geteiltes leid ist halbes(oder viertel/…/sextel, und mit meinem kommentar siebtel) leid!
bete zehn rosenkraenze, und ich erteile dir absolution, mein kind!
Aber in der Variante mit der auf dem Velo gehts natürlich nicht durchs Land und über die Pässe an die Seen und auf die Raststätten, sondern nur immer auf der Rennbahn im Kreis herum nochmal und nochmal und nochhundertmal und dann nochmal. Und die auf dem Velo muss die ganze Zeit trampen und trampen und das ist wahrscheinlich noch blöder als eine Litzarbeit schreiben. Es hat halt alles seine Nachteile und deshalb sollte man sich auch sehr gut überlegen was für eine Vision man sich aussucht und wie man sie dann ausmalt.
liebe michèle rothen
es juckt mir – nein, nicht am schwanz! – zu sehr in den fingern, diesen nachtrag zu tippen. denn leider bleibt dir diese erfahrung aufgrund deiner art, alles entweder schwarz oder weiss zu sehen/schreiben, oder ganz nach dem motto ‘was dae buur noed kaennt, das frisst aer noed’ postpubertaer trotzig zu verweigern, verwehrt:
ab und zu einen potenten ’schwanz’ reiten entspannt, durchlueftet das hirn, bringt einen auf andere gedanken und vermag festgefahrene (schreib)blockaden aufheben!
Und wegen dem Thema und der Entfernung davon: Es kann stimmen, dass Neuropsychologie Quatsch ist, aber dafür sind doch die Leute, die hier die ganze Zeit ausrufen ein gutes Thema und sogar DAS Thema. Leute die total auf das eingehen, was sie Provokation nennen und dabei sagen: Niemand geht darauf ein. Leute die sich selber mit jedem Wort als die Primitivsten entlarven und daweil sagen: Niemand ist entlarvt. So Leute sehen sich also alle selber total als Niemande und wenn das kein super Thema ist für eine Litzarbeit oder eine Professorarbeit, dann weiss ich nicht WAS ein Thema für so eine Arbeit ist.
… vielleicht hätte michèles “böckli” ja auch gerne ein motorrad ? er getraut sich’s nur nicht zu sagen.
aber mir gefiel die visualisierung “bebender schwanz mit zwei rädern dran”… musste ich echt lachen und genau das kann michèle gut. solche schönen be- und umschreibungen von zuständen. ich kann mir fast nicht vorstellen, dass wenn man so viel schreibt, man mühe haben kann mit einer liz-arbeit.
michèle, reiss dich bitte mal ein bisschen am motorrad… ääh … riemen ! (huch schon wieder so ein phallisches wort) ;-P
Salü Frau Roten,
Ihr Einfall mit dem Penisupgrade greift zu kurz! Welcher Mann würde sich schon, wenn er könnte, einen Riesendong hinschnippeln lassen, wenn er dabei die kleinen Kügelchen behalten müsste?!
So ein Trike käme der Sache dann schon näher, jedoch vermuten dann alle man habe a) einen fetten Arsch oder b) eine Freundin (womöglich auch mit fettem Arsch) was noch viel schlimmer wäre!
Ein Motorrad bedeutet Freiheit, Rebellion und die Chance, anderen Töfffahrern cool zuzuwinken. Wie früher die Camioneure, als noch nicht so viele Rumänen unterwegs waren. Da passt es natürlich nicht, bereits vergeben zu sein! Freiheit wäre dann ja was anderes, da wird Ihnen ihr Bock (witzig, so hab ich früher mein Motorrad auch genannt) sicher zustimmen. Die Rebellion kann man auch gleich vergessen, ist doch eine Beziehung so ziemlich das Gegenteil davon, es sei denn, es handelt sich um eine nahe Verwandte. Bleibt noch das cool rüberwinken…. Nun, der Spass mindert sich natürlich, wenn man sich immer fragen muss “Hat er jetzt mir zugewunken oder doch meine Frau angemacht”?!
Die Möglichkeit die Autofahrer zu ärgern, indem man im Morgenverkehr an ihnen vorbei fährt ist zwar noch ein Plus, aber mit der zunehmenden Bewaffnung der Zivilbevölkerung auch nicht mehr lange zumutbar.
Also was tun um einen Zusammenhang zwischen Motorrad und grossem Gemächt wieder herzustellen? Keine Ahnung. Doch ich erinnere daran, dass ein Riesenschornstein ohne Fabrikationshalle nicht viel nützt.
Und sind wir mal ehrlich: Zwei Seitenwagen sähen auch irgendwie doof aus.
@otto bugmann: Die Ironie (griechisch εἰρωνεία eironeía, wörtlich „Verstellung, Vortäuschung“) ist eine Äußerung, welche – meist unausgesprochene – Erwartungen aufdeckt, indem zum Schein das Gegenteil behauptet wird.
… Wenn er die Äußerung nicht als ironisch versteht, setzt sich der Zuhörer (anm. des primitiven: in diesem fall o.e. leser) dem Verdacht aus, nicht klug genug zu sein, den Widerspruch zwischen Aussage und Sachverhalt zu erkennen. …
… Um Ironie zu erkennen – ob sarkastisch (also beißend spöttisch) oder nicht –, müssen verschiedene Teile des Gehirns zusammenarbeiten. Wenn jemand die soziale Situation nicht versteht (beispielsweise wegen einer Beschädigung der vorderen Gehirnlappen), kann er Ironie – und damit auch ironischen Sarkasmus – nicht als solche(n) identifizieren …(quelle: wikipedia.de)
Man kann es nicht oft genug sagen. Was am Magazin Forum so gut ist, ist dass einem da niemand belehren will und anpöbeln oder sagen was man nicht schreiben soll und wie nicht und warum nicht, das schon gar nicht.
Hihi, selten so geschmunzelt. Ja, sicher auch über den Artikel aber umsomehr über den haufen Kommentare.