20.02.2009 von Michèle Roten , 11 Kommentare
Nein, das ist kein Kinderwunsch. Ich denke nur, es ist ganz sinnvoll, solche Sachen zu erledigen, solange man noch die Zeit und Musse hat und noch nicht doof geworden ist vor lauter Liebe. Oder schon auf dem Totenbett liegt und anderes zu tunhat. Ich fang jetzt einfach mal irgendwo an.
— Die anderen haben oft recht.
— Kein Mensch auf der ganzen Welt kann einen Apfel oder eine Banane würdevoll kauen. Alle Menschen auf der ganzen Welt sehen dumm und hässlich aus, wenn sie einen Apfel oder eine Banane kauen. Versteck dich dabei, und versteck dich auch, wenn der Mensch, in den du verliebt bist, das erste Mal eine Banane oder einen Apfel zu essen im Begriff ist.
— Aufs Klo zu gehen nach dem Sex verhindert Blasenentzündungen. Und wenns doch mal passiert, wirkt nur Kapuzinerkresse.
— Lies jede Zeitungsmeldung, die anfängt mit «Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden…», mit allergrösster Skepsis.
— Schwule sind die liebsten Freunde und die gemeinsten Feinde.
— Etwas Bouillon in der Salatsauce ist das Geheimnis.
— Ehrlichkeit ist überbewertet.
— Nichts hilft besser gegen Erkältungen als Zink.
— Wenn du für ein Kleidungsstück auffallend viele Komplimente vom einen Geschlecht bekommst, bedeutet das zwingend, dass es dem anderen Geschlecht überhaupt nicht gefällt.
— Falls du irgendwann auf die Idee kommen solltest, du seist jetzt erwachsen und ich könnte deine Freundin werden, dann liegst du falsch.
— Was für den Mann die Reibung, ist für die Frau der Druck.
— Es gibt die echte, grosse Liebe, aber vielleicht findest du sie nie.
— Lass dir deine Weisheitszähne so früh wie möglich entfernen.
— Verweigerung macht dich nicht interessant.
— Freundschaften mit Frauen sind zu behandeln wie Liebesbeziehungen.
— Die besten Haargummis sind von «scünci».
— Sei vorsichtig mit Veganern, politisch Radikalen, Antialkoholikern und militanten Nichtrauchern.
— Männer und Frauen können sehr wohl befreundet sein, was aber nicht zwingend bedeutet, dass der Mann nicht trotzdem gern mit der Frau ins Bett gehen würde, und was ebenfalls nicht zwingend bedeutet, dass die Frau es nicht geniesst, das zu wissen.
Aspirin macht den Kater nur schlimmer. Honig hilft ein bisschen.

Schild beim Triemlispital Zürich: Irgendwie klingt «Schnellschnitt» in diesem Kontext etwas beunruhigend. | Michèle Roten
die besten haargummis sind tatsächlich von scünci!
Sehr geehrte Frau Rothen,
wir finden ihren Text gar amüsant und auch wahrlich treffend (bis auf die Haargummis, da kennen wir uns nicht aus). Doch ein kleiner Satz hat uns verwirrt. Wir verstehen ihn nicht!
Was genau bedeutet: Was für den Mann die Reibung, ist für die Frau der Druck.
Hier unser schriftlicher Austausch zum Thema:
linda schreibt: „ich überleg halt ob sie das ganz physisch meint.. oder eben doch psychisch.. aber dann finde ich das männer eben keine reibung mögen (die habens lieber harmonisch und so.. es soll passen) und die frauen sind auch eher weniger die, die den druck ausüben. obwohl. ja doch, manchmal schon. und physisch… reibung mag ich noch verstehen… aber druck?“
sämi meint: „schön überlegt, bis auf zum “manchmal schon” würde ich gerne – vielleicht als fussnote – folgendes hinzufügen: im psychisch druck ausüben können frauen weltmeisterinnen, also richtige pressdrucklufthämmer sein. zur perfektion treiben sie es, wenn sie den druck zudem intrigant eingefädelt auf ihr opfer loslassen. wobei dieser druck von dem empfänger (mann oder frau) weder als reibung noch als druck, sondern wohl eher als überdruck empfunden wird.“
über ihre Aufklärung freuen wir uns sehr.
Hochreibungsvoll, linda und sämi
http://rulesformyunbornson.tumblr.com/
@ Linda Klein: Wer ist Frau Rothen schon wieder und was tut sie am liebsten? Das ist jedenfalls meine Interpretation der Dinge…
Die Michèle triffts natürlich wieder mal auf den Punkt. Gemeint ist natürlich das Schäferstündchen, welches Mann und Frau gelegentlich abhalten. Und recht hat sie.
Was für den Mann die Reibung, ist für die Frau der Druck.
Ja eben, was heisst jetzt das? Meine Frau fand, es sei ja klar, das erstere sei physisch gemeint und das zweite psychisch. Und ich konnte mir gar keinen Reim drauf machen…
bitte auch um Klärung des Sachverhaltes.
Ich denke da, sie meint beides sehr physisch! Und wahrscheinlich will sie damit sagen, dass Frauen nicht so auf das Rein-Raus-Spiel (wie man so schön sagt..) stehen, sondern eher auf Druck, zb wie bei der Selbstbefriedigung.
Naja, meine Interpretation! Frauen: wenn dies völlig falsch ist, bitte korrigieren!
also erst mal:
@ Florian Peter: jaja, ich weiss schon wer Frau Rothen ist – oder zumindest vorgibt zu sein – und was diese Person am liebsten tut. Deswegen erklärt es mir das Wort Druck nicht. Obwohl – Herr Heggli da doch sehr genau drauf eingeht. Vielleicht hat er Recht?
und Herr Wyss: also ich verstehe was ihre Frau da meint. Scheint mir irgendwie logisch. Aber noch genauer erklären kann man das nicht. Danke an Frau Wyss also…
Wer nun recht hat, werden wir wohl nie erfahren.
Finde das immer wieder ein spannendes Thema!
Und was Frau Wyss da meint, das raff ich definitiv nicht!
Das schlimmste jedoch finde ich, dass ich bei jedem Apfel und jeder Banane denken muss: “Darf ich den jetzt essen oder sieht das wirklich so beschissen aus!?”
Ich weiss, die Notizen sind für deine Nachkommen geschrieben, habe aber trotzdem etwas Bouillon in meine Salatsauce getan – lecker!
Ich muss – leider viel zu spät – noch unbedingt ein Lob loswerden. Ich bin aber etwas irritiert: Diese Kolumne erscheint in 2 Ausgaben, was noch verständlich ist, weil für die spätere der beiden Ausgaben, keine Kolumnen produziert wurden. Leider ist das Datum aber verschieden (20-Feb-2009 und 27-Feb-2009), und die Kommentare sind nicht zusammengefasst. Warum erscheint in der Ausgabe, für die keine Kolumnen produziert wurden, kein Verweis auf die vorhergehende (oder die folgende) Ausgabe mit den Kolumnen? So hätte man das Problem vermieden. Irreführend ist auch, dass die URLen verschieden sind:
http://dasmagazin.ch/index.php/notizen-fur-meine-tochter/
http://dasmagazin.ch/index.php/notizen-fur-meine-tochter-oder-meinen-sohn/
Die Skepsis bei Meldungen, die mit “VSamerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden…” anfangen, ist leider angebracht. Ich predige das schon seit Jahren und wurde in meinem Bekanntenkreis dafür schon belächelt. Bei mir ist der Groschen gefallen, als ich erfuhr, wie die VSamerikanischen Forscher die Geschlechtsunterschiede, also die unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen auf verschiedenen Gebieten, hochgespielt hatten. Die damaligen Statistiken gaben das garnicht her. Das Max-Planck-Institut in Berlin hat selbst geforscht und nur auf 2 irrelevanten Gebieten Unterschiede gefunden. Inzwischen behaupten auch VSamerikanische ForscherInnen, dass die Unterschiede zu vernachlässigen sind.
Ich hab noch keine Bouillon in der Salatsoße ausprobiert (es käme dann sicher noch auf die Bouillon an – und ev. auf den Salat, gilt das auch für Gemüsesalate?), aber ich hab erst vor 4 Jahren etwas anderes herausgefunden, das meine Salatsoße schlagartig um 1 Klasse verbesserte. Da ich täglich koche, war das ein drastischer Fortschritt – aber auch eine peinliche Erkenntnis meiner bisherigen, unzureichenden Qualität, die ich mir nur ungern eingestand. Denn geht es nicht den meisten von uns, die regelmäßig kochen, so:
Hobby-Koch
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
bemerkte, daß es ihm missriet.
Weil er’s für sich selbst gebraten,
tut er so als sei’s geraten,
damit er sich nicht straft der Lügen,
isst er’s auch noch mit Vergnügen!
nach Roth Eugen
oder so:
Ein Mensch rührt leider jahrelang
Salatsoß’ ohne Bouillon an
Dann liest er Roten Michels Rat
Und sehr gut nun schmeckt sein Salat
Doch Fortschritt ist nicht nur genehm
Denn, was ihn schrecklich wurmt seitdem:
War doch das Lob der vielen Gäste
Nicht mehr wert als des Essens Reste