Personenkult: Mohamed al Fayed

15.02.2008 von Ursula von Arx

An Mohamed Al Fayed liegt es, dass die Akte Lady Di immer noch nicht geschlossen ist. Weder die Ermittlungen der französischen Polizei noch eine millionenteure, 832-seitige britische Nachuntersuchung konnten ihn davon überzeugen, dass Diana und sein Sohn Dodi bei einem Unfall starben. Für ihn war es Mord. Und das letzte Beispiel für die gesellschaftlichen Barrieren, gegen die er, der ägypter und Muslim, kämpft, seit er vor bald fünfzig Jahren in London auftauchte.
Jetzt spricht er Klartext, nennt Tony Blair einen Schwanzlecker, Prince Charles’ Frau Camilla ein Krokodil, die Windsors eine Dracula-Familie und Prinz Philip, den Drahtzieher, der Diana und Dodi umbrachte, weil er keine Muslime in der Familie wollte, diesen Philip nennt er einen Nazi, und das aktenkundig, vor Gericht. Zwischen den Beleidigungen verbreitet er seine absurde Theorie: Der britische Geheimdienst führte den Mord aus, Tony Blair, zwei Londoner Polizeichefs und die Familie Dianas halfen mit. So sehr er jetzt austeilt, so sehr buhlte er einst um die Anerkennung der britischen Oberklasse. Er spendete Millionen für Charity, kaufte urbritische Institutionen wie den Shirtmaker Turnbull?&?Asser, den Fulham Football Club und das Kaufhaus Harrods, er bemühte sich mit Bestechungen um die britische Staatsbürgerschaft.
Alles vergeblich – bis Diana kam, die Mutter des künftigen Königs, und sich in Dodi, seinen Dodi, verliebte. Sie sollte ihn heiraten, das Geschlecht der Fayeds mit dem der Windsors vereinen. (A propos Geschlecht: Die Queen war schon damals not amused, als sie erfuhr, dass sein Geschlechtsorgan zu Al Fayeds Lieblingsgesprächsthemen gehört.)
Paris, ein betrunkener Chauffeur und ein Pfeiler der Pont de l’Alma beendeten diesen Traum, das wird auch die neuerliche Untersuchung bestätigen. Doch Mohamed Al Fayed wird die Briten, denen er in tiefer Hassliebe verbunden ist, niemals verlassen. Er hat verfügt, in einer Glaspyramide auf dem Dach von Harrods beigesetzt zu werden.

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