Reich der Tritte

China entwickelt sich von einer linken zu einer rechten Diktatur. Tibet ist da nur ein Beleg unter vielen. Die wichtigste olympische Disziplin diesen Sommer in Peking ist deshalb: die Undisziplin.

04.04.2008 von Kai Strittmatter , 20 Kommentare

«Die chinesische Kultur ist nichts anderes als ein Festessen aus Menschenfleisch, das nur den Reichen zum Genuss zubereitet wird.» Lu Xun, 1925

Lu Xun war der grösste Schriftsteller, den China jemals hatte. Wenn ein Chinese den Literaturnobelpreis verdient hätte, dann er. Er starb, zu seinem Glück, kurz bevor die Kommunistische Partei 1949 an die Macht kam. Vor ein paar Jahren erschien das Kantoner Hochglanzmagazin «New Weekly» mit einem Holzschnitt von Lu Xun auf dem Titel. «Alles, was wir heute verfluchen möchten», lautete die Titelzeile, «hat Lu Xun schon verflucht.» Das ist so wahr wie tragisch. Einen Bürgerkrieg, ein kommunistisches Experiment und Dutzende von Millionen Toten später, wird China noch immer von denselben Geistern verfolgt. Sie flüstern von schamloser Bereicherung, von Machtmissbrauch und Unterdrückung. Heute wie damals steht China ratlos vor denselben existenziellen Fragen: Wie soll es mit der Welt umgehen und wie mit seinen eigenen Bürgern?
Es ist kein Zufall, dass sich das Lu-Xun-Wort von der «Menschenfresser-Gesellschaft» wiederfand in einem chinesischen Blog kurz nach dem Blutvergiessen in Lhasa.
China ist die Zivilisation, und die Zivilisation ist China. So lehrten das die Konfuzianer. Dies war das Reich der Mitte. Das Zentrum der zivilisierten Welt. Allein durch sein Charisma ordnete der Herrscher Chinas die Welt, befriedete sein Reich und schlug die Völker an den Rändern der Welt in seinen Bann. Die Konfuzianer lehrten auch dies: «Der Herrscher sei Herrscher, der Untertan sei Untertan.» Wenn jeder seinen Platz kennt, dann herrscht Harmonie.
Die Kommunisten haben Konfuzius einst verbrannt. Jetzt ziehen sie seine Bücher aus der kalten Asche hervor und richten ihnen Altäre ein. Im ganzen Land eröffnen konfuzianische Schulen. Die Kommunistische Partei hat die Parole von der «harmonischen Gesellschaft» ausgegeben. Lu Xun hasste die Konfuzianer.
Wie einst mühen sich die Herrscher, ihrem Volk Tugend einzuflössen. Bei den Olympischen Spielen gehe es auch darum, meint Zhang Fuqiang vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK), «die Qualität unseres Volkes zu steigern». Das Pekinger Amt für geistige Zivilisation hat also einen «Schlange-stehen-Tag» eingeführt. An jedem 11. eines Monats werden die Pekinger ermuntert anzustehen, anstatt sich vorzudrängeln. Jeder 22. eines Monats wurde zum «Platz-geben-Tag» erklärt: Dann soll man in Bus und U-Bahn für Alte und Schwangere aufstehen. Der Pekinger «Zivilisationsindex», meldet Professor Sha Lianxiang von der Volksuniversität erfreut, stehe im Moment bei 73,38 von 100: «Das sind 4,32 Punkte mehr als noch vor einem Jahr.» Wird das reichen? Und wie hoch ist er in Zhongnanhai, jenem Teil des alten Kaiserpalastes, der seit Maos Tagen Sitz der Staats- und Parteiführer ist?

«Augen offenhalten!»Lu Xun, 1925

Vielleicht hätten die Herren vom Internationalen Olympischen Komitee doch genauer hinschauen sollen, im Februar 2001, als sie Peking auf seine Tauglichkeit zur Olympiastadt abklopften. Tage vor der Ankunft der Inspektoren sprühten Wanderarbeiter entlang den Hauptstrassen die kümmerlichen braunen Grashalme knallgrün. Schliesslich hatte die Regierung ein «grünes Peking und grüne Spiele» versprochen. Ein weiteres Versprechen: «Wenn Sie Peking zum Gastgeber machen, dann helfen Sie der Entwicklung der Menschenrechte.» (Liu Jinming, Vizepräsident des Pekinger Olympia-Komitees im April 2001)
Konfuzius hatte einst auch gefordert, «die Begriffe richtigzustellen». Dieses Anliegen ihres neuen Stichwortgebers ignorieren die Kommunisten beharrlich. Wenn sie von «Stabilität» sprechen, dann meinen sie ihre ewige Herrschaft – Worte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrecht leiten sich von dem Ziel ab. Das einst so grossartige Peking haben sie nach der Olympiazusage komplett «umgespatelt», wie der Schweizer Stadionbauer Jaques Herzog einmal verblüfft ausrief: Die Altstadt wurde abgerissen und als seelenlose Kopie von Tokionewyorksingapur neu aus dem Boden gestampft. «Den Charme des alten Peking pflegen», nennen sie das im Internetauftritt der Olympiastadt Peking. Das China der KP ist oft ein grosses Trompe-l’Œil, doppelte Böden, hohle Kammern überall; vieles ist nicht, wie es scheint, und schon gar nicht, wie behauptet.
Dazu passt das grossartigste Gebäude im neuen Peking, vielleicht das gewagteste Stück Architektur in ganz Asien: der Doppelturm des holländischen Architekten Rem Koolhaas, der dasteht, als sei ein Blitz in die Stadt gefahren. Der Bau, so der Plan, sollte gemeinsam mit dem grandiosen Olympiastadion und der eisblauen Schwimmhalle die Bilder beherrschen, die die Fernsehteams nach Hause funken. Er sollte Glanz verleihen und Moderne behaupten, wo nackte Macht und Lüge herrschen: In den Turm wird CCTV einziehen, das Staatsfernsehen.
CCTV ist «Kehle und Zunge» der Partei. «Der Dalai Lama ist ein Wolf in Mönchskutte, ein Teufel mit dem Gesicht eines Menschen, aber mit dem Herzen einer Bestie.» Solche Worte schickt CCTV in alle chinesischen Wohnzimmer. Zhang Qingli, der Parteisekretär der Autonomen Region Tibets, äussert sich nicht immer so böse. Er sagt auch: «Die Kommunistische Partei ist wie Vater und Mutter zum tibetischen Volk. Das Zentralkomitee der Partei ist der wahre Buddha der Tibeter.»
Manchmal spricht der chinesische Aussenminister direkt zur ausländischen Presse. Im Januar pries er die Redefreiheit in China. «Suchen Sie sich zehn Leute auf der Strasse, die zu einem Polizisten gehen und die ihm zehnmal oder hundertmal ins Gesicht sagen ‹Menschenrechte sind wichtiger als die Olympischen Spiele›», erklärte Minister Yang Jiechi: «Wenn die Leute müde werden vom langen Reden, dann wird der Polizist ihnen eine Tasse Tee anbieten.»

«Nehmen wir doch nur die Gentlemen, die täglich das Wort ‹Vaterlandsliebe› im Mund führen und die doch zur Liebe zum Menschen nicht fähig sind.»Lu Xun, 1907

Chinesen wüssten am besten Bescheid über die Lage der Menschenrechte in China, wies im Februar das Aussenministerium Kritiker zurecht. Also lassen wir Hu Jia zu Wort kommen, einen 34-jährigen Pekinger, der sich direkt an die Olympiabesucher wendet: «Wenn Sie nach Peking kommen, dann werden Sie Wolkenkratzer, breite Strassen, moderne Stadien und begeisterte Menschen vorfinden. Und das wird die Wahrheit sein, aber nicht die ganze Wahrheit, so wie Sie von einem Eisberg nur die Spitze sehen. Es wird Ihnen vielleicht entgehen, dass Blumen, Lächeln, Harmonie und Wohlstand gebaut sind auf einem Fundament von Kummer, Tränen, Haft, Folter und Blut», schrieb Hu Jia in einem offenen Brief.
Hu Jia ist ein fröhlicher Mann mit Brille und schlaksiger Gestalt. Er ist Buddhist. Hu Jia ist zum Buddhisten geworden, als er 15 war. In der Nacht zum 4. Juni 1989 war das. Der Buddhismus lehrt, man solle keine Mücke töten. In jener Nacht zerquetschten die Panzer der Volksbefreiungsarmee Studenten und Arbeiter, die auf dem Platz des Himmlischen Friedens demonstriert hatten. Hu Jia isst kein Fleisch mehr seit jener Nacht. Er hat eben erst eine Tochter bekommen, Qianci. Wozu hat der Mensch einen Mund?, hat Hu Jia sich gefragt. Zum Schweigen? Und wozu hat er ein Gedächtnis? Zum Vergessen auf Befehl? Hu Jia möchte nicht, dass seine Tochter so aufwächst.
Also spricht er in seinem Brief. Und erinnert. An die Brüder Ye, die sich wehrten gegen den Abriss ihres Hauses vor den Olympischen Spielen, die verhaftet und misshandelt wurden: zwei von mehr als einer Million Menschen, die aus ihren Häusern gezwungen wurden. An den behinderten Diskuswerfer Fang Zheng, der zwei nationale Rekorde hält, den aber die Sicherheitsbehörden nicht antreten lassen bei den Paralympics 2008: weil er seine beiden Beine am 4. Juni 1989 verloren hatte, unter einem Panzer. An die mehr als dreissig Journalisten und mehr als fünfzig Internetbenutzer, die wegen eines Essays oder eines E-Mails im Gefängnis sitzen. An Chinas Umerziehungslager, die Laojiao, in denen einer verschwinden kann, ohne einen Anwalt oder ein Gericht gesehen zu haben. An die Elektroschocks und die Verbrennungen, die Insassen dort widerfahren. An die jährlich wahrscheinlich 8000 Hingerichteten. China exekutiert noch immer ein Vielfaches mehr als der Rest der Welt zusammen. Nach ihrem Tod werden den Hingerichteten Organe entnommen und für Transplantationen verwendet.
«China hat den Olympischen Spielen das Motto ‹Eine Welt, ein Traum› gegeben», schrieb Hu Jia, «alles, was wir wollen, ist, dass die Regierung ihre Versprechen hält.»
Ende Dezember kamen zwanzig Polizisten zu Hu Jias Wohnung. Eine Tasse Tee bot ihm keiner an. Sie verhafteten ihn. Wegen «Aufrufs zum Umsturz der Staatsgewalt». Wie sie auch im Nordosten Yang Chunlin den Prozess machten, weil der «Menschenrechte statt Olympischer Spiele» gefordert hatte. Fünf Jahre Haft, das Urteil wurde vorletzte Woche verkündet – am Tag, an dem in Athen die olympische Flamme entzündet wurde.
Und so hat China nun nicht nur olympische Stadien von Weltrang und olympische Hostessen mit millimetergenau vermessenem Knochenbau, es hat auch olympische Häftlinge. Und es hat die wohl jüngste politische Gefangene der Welt: Hu Jias vier Monate altes Töchterchen Qianci steht gemeinsam mit seiner Mutter seit Monaten unter Hausarrest. Ihr Wohnblock trägt den Namen «BoBo Freedom City».

«Und wie leicht wir doch zu Sklaven werden können und auch noch äusserst zufrieden damit sind.»
Lu Xun, 1925

All das, was Hu Jia schreibt, ist längst bekannt und lässt sich vielfach nachlesen. Wie kommt es, dass die Welt das bis zu den Massakern in Tibet vergessen und verdrängt zu haben schien? Nicht nur hat Peking seine Versprechen nicht gehalten – es hat die Olympischen Spiele schon früh zum Anlass genommen, die Schrauben noch einmal anzuziehen. Kein Bettler und kein Dissident, kein enteigneter Bauer und kein zorniger Tibeter sollte das Fest stören, das die Partei zu ihrem eigenen Ruhm ausrichten wollte. Kein Stäubchen sollte auf den glänzenden Fassaden des neuen Peking liegen, in denen sich die bass erstaunten Gesichter der 20 000 anreisenden Journalisten spiegeln würden.
Und so steckte China im letzten Jahr wegen «Subversion» mehr als 740 Bürger in Arbeitslager und Gefängnis, doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Und in Peking trat das «Zentralkomitee für die umfassende Steuerung der öffentlichen Sicherheit» zusammen und erteilte Polizei und Geheimdiensten einen Marschbefehl für März bis September: «Konflikte, Chaos und Aktivitäten gegen die öffentliche Ordnung» seien auszumerzen. Stabil nämlich sieht China nur an der Oberfläche aus. Die Polizei selbst hat Zahlen veröffentlicht, wonach sich die Zahl von «Zwischenfällen mit den Massen» – Demonstrationen und Unruhen mit mehr als fünfzig Beteiligten – von knapp 9000 im Jahr 1993 auf 87 000 im Jahr 2005 erhöht hat. Das sind eine Menge zorniger Leute.
Es ist Zeit für den Westen, sich von einer lieben Illusion zu verabschieden: der Legende, dass der wirtschaftliche Aufstieg das Land demokratischer machen würde, dass mehr Wohlstand automatisch zu mehr Freiheit führt. Alt-Bundeskanzler Gehard Schröder ist ebenso ein Anhänger dieser These wie das IOK und die meisten Geschäftsleute, die in Peking aufkreuzen. Vielleicht, weil sie daran glauben, vielleicht, weil sie bequem ist. Sie stimmt bloss nicht. «Chinas Erfolgsgeschichte ist die ernsthafteste Herausforderung für die liberale Demokratie seit dem Faschismus der Dreissigerjahre», schreibt der China-Kenner Ian Buruma. In China ist zwar der Kommunismus tot – aber die Herrschaft der Partei quicklebendig. China ist dabei, sich von einer linken in eine rechte Diktatur zu verwandeln. Dies ist ein Regime, in dem die Partei- und die Wirtschaftselite Hand in Hand gehen bei der Plünderung des Volksvermögens, in dem diese Elite sich das Wohlwollen einer urbanen Mittelschicht mit deren Teilhabe am Wohlstand erkauft und sich gegen den Rest auf die Macht der Armee stützt.
China hat es all denen, die sich gern täuschen lassen, immer leicht gemacht. Es hat ja auch spektakuläre Erfolge vorzuweisen bei Wirtschaftswachstum und Hungerbekämpfung. Fahren sie nicht Audi, die Pekinger und Shanghaier? Trinken sie nicht Cappuccino bei Starbucks? Sehen sie nicht MTV? Reisen sie nicht nach Bangkok und nach Grindelwald? Man suchte nach Vertrautem und fand Chinesen im Konsumrausch. Sind sie nicht wie wir? Entsteht hier nicht die Mittelklasse, die unweigerlich nach Demokratie verlangen wird?
Der Australier David Goodman hat ein Buch über Chinas neue Reiche geschrieben und kommt zu dem ernüchternden Schluss, dass Chinas neue Unternehmer «weniger eine neue Mittelklasse bilden als vielmehr einen zentralen Teil der künftigen herrschenden Klasse»: Nicht die Kapitalisten übernehmen die Partei, sondern die Partei übernimmt die Kapitalisten. Die meisten Städter haben ohnehin den faustischen Pakt akzeptiert, den ihnen die Partei nach Tiananmen 1989 angeboten hat: Mach Geld – und halt den Mund.
Es wäre schon etwas gewonnen, wenn der Westen die Natur des Wandels in China nicht länger leugnete. Die letzten Monate wurde endlos das Klischee wiedergekäut, Olympia 2008 werde die «coming out party» Chinas als respektierte Nation im Kreis der Weltmächte. Nun hatte das Regime sein Comingout mit Tibet 2008 schon fünf Monate früher als geplant: Für einen Moment wurde der Vorhang gelüpft, stand der Kaiser nackt da.
Es ist ja kein Rückfall, was da zu sehen ist. Es ist die Konsequenz von dem, für was die KP bis heute steht. Dieses Regime kann gar nicht anders, als jede noch so kleine Herausforderung ihrer unumschränkten Macht zu vernichten.

«Ausländern, die China aus Unwissenheit loben, kann verziehen werden… Wenn die Ausländer ausgehen, stehen ihnen Autos zur Verfügung, wenn sie unterwegs sind, werden sie eskortiert. Ganz zu schweigen von den üppigen Banketten, die man ihnen bereitet. Natürlich werden die Ausländer da China preisen. Wenn nun ein Ausländer, obwohl er zu einem Festmahl eingeladen ist, an unserer Stelle die Zustände in China verurteilt, dann ist dies ehrenwert und bewunderungswürdig.» Lu Xun, 1925

China ist heute eines der ungerechtesten Länder der Erde. Die Kluft zwischen Reich und Arm ist grösser als in vielen Ländern Afrikas. Die Zahl der Milliardäre ist laut dem «Hurun Report» von fünfzehn im Jahr 2006 auf mehr als hundert nur ein Jahr später angewachsen. Gleichzeitig werden Bauern verprügelt und eingesperrt, weil sie sich gegen die Enteignung ihrer Länder wehren. «Heute sind die Kader wieder Grossgrundbesitzer geworden und die Bauern Leibeigene», hiess es letztes Jahr in einem Manifest der Bauern von Fujin in Nordostchina. Wie vor der Revolution. Aber auch in den Städten verdecken die Fassaden eine haltlose Welt. Dieser Staat, der glaubt, es sich leisten zu können, seine besten und engagiertesten Bürger wegzusperren, der hat auch die Gesellschaft korrumpiert. Jeder misstraut jedem, die Jagd nach Geld hat alle Werte abgelöst.
Die erstaunlichste Abkehr von den Olympischen Spielen hat Ai Weiwei vollzogen, ein Pekinger Künstler von Weltruf, einer der Schöpfer des Olympiastadions. Anfang des Jahres verkündete er reumütig, er schäme sich für seine Mitarbeit; die Herrscher in Peking seien «mächtige Manipulatoren», die der Welt ein «falsches Lächeln» zeigen wollten. «‹Eine Welt?›», zitiert Ai Weiwei in seinem Blog das offizielle Motto: «Welche Welt? Keine Gerechtigkeit, keine Gleichheit, nur Betrug und Verrat. ‹Ein Traum?› – Welcher Traum? Mehr korrupte Kader, endlose Lügen und fragwürdiger Wohlstand.»
Die Frage ist, warum vielen im Westen nicht nur die Kritik an Peking, sondern schon der Blick auf die Realitäten so schwer fällt. Wo doch einiges auf dem Spiel steht, auch für uns. Der Blick in chinesische Internetforen ist erhellend, selbst wenn man nicht vergessen darf, dass alle pekingkritischen Stimmen sofort gelöscht werden, vom Betreiber selbst oder von einem der mehr als 30 000 Internetpolizisten Chinas. Das Thema: Tibet. Zeitpunkt: während der Unruhen.
«Wer hat euch all das Geld vom Vaterland geschickt?», fragt einer die Tibeter, «habt ihr das alles vergessen?» Ein anderer meint, es sei gut von der Regierung, «diesen Krebstumor herauszuschneiden». Ein dritter warnt die Tibeter: «Wenn ihr euch schlecht benehmt, dann nehmen wir eure Kultur und stecken sie ins Museum.» Ein Blogger schreibt: «Warum reden wir überhaupt? Separatistischer Müll sollte getötet werden. Und wenn wir eines Tages Demokratie haben, dann will ich die Nationalisten an der Macht sehen.»
Was das zeigt? Erstens, dass Zensur funktioniert und der Siegeszug des Internets ebenso wenig wie der des Kapitalismus China automatisch in ein freies Land verwandeln wird. Zweitens gibt das einen Vorgeschmack auf die Zukunft nach der KP – eine Erinnerung daran, dass die Kommunisten nicht nur ökologische und moralische Verheerungen anrichten, an denen künftige Generationen noch zu tragen haben. Junge Chinesen wissen nichts von Darfur, nichts von Tiananmen 1989, nichts von der wahren Geschichte Taiwans oder Tibets. Die KP hat sie mit Nationalismus geimpft. In den Schulen wird die Geschichte Chinas als endlose Abfolge von Demütigungen durch ausländische Mächte gelehrt, von der erst die KP Erlösung bringt. Dreissig Jahre lang ist Chinas Wirtschaft nur gewachsen – was aber passiert, wenn es zu einer Krise kommt? Wie werden die Kommunisten dann ablenken? Es gibt junge Chinesen, die halten einen Krieg mit den USA für unausweichlich.
Ein Grund mehr, China zu engagieren. Ein Grund mehr aber auch, nicht zu schweigen. Ein Grund mehr, sich nicht zum Komplizen zu machen. Nicht wie Microsoft und Google auf ihren lokalen Seiten Suchbegriffe wie «Demokratie» und «Dalai Lama» zu sperren. Nicht wie Yahoo den Autoren Shi Tao an die chinesischen Schergen auszuliefern. Nicht wie jener deutsche Geschäftsmann zu flüstern, China sei gar nicht anders zu regieren, überhaupt wisse der Chinese mit Demokratie ohnehin nix anzufangen.
«In meiner Brust schlagen zwei Herzen: das des Sportlers und das des Menschen», sagte ein nach Peking 2008 befragter deutscher Ruderer. Höchste Zeit, die beiden wieder zusammenzunähen. Während IOK-Präsident Jacques Rogges sich vor seine «unschuldigen Athleten» stellte, klammerte sich Vize Thomas Bach an den frommen Wunsch, die Spiele müssten «politisch neutral» sein. Er möchte auch bei der Eröffnung keine protestierenden Sportler sehen. Begründung: Man wolle ja auch nicht, dass bei der Feier «Diktaturen für sich werben». Hat der Mann wirklich gesagt.
Derweil hat die Partei die Spiele zu Propagandafutter gemacht und überschüttet damit die eigenen Bürger: Schaut her, die Welt respektiert und hofiert uns, also tut ihr gut daran, das Gleiche zu tun. Noch der Fackellauf durch Tibet soll Symbol sein für den Anspruch Chinas auf das Dach der Welt und ist nun nichts anderes als eine Verhöhnung der Opfer.
Aber es genügt ja, das IOK bei seinen eigenen Worten zu packen. Die olympische Idee, erklärt es auf seiner Webseite, beruhe «auf der Achtung fundamental und universell gültiger ethischer Prinzipien». Klingt nach Menschenrechten. Also Boykott? Im Gegenteil. Hinfahren ist viel besser. Maul aufmachen. Hinter die Fassaden gucken. Mit Chinesen sprechen. T-Shirts mit dem Gesicht Hu Jias tragen. Stirnbänder in den Farben Tibets. Als Sportler der Eröffnungsfeier fernbleiben, dafür einen Blog schreiben. Als Journalist die Funktionäre in Pressekonferenzen stellen – die kommunistischen wie die olympischen. Beim Start des Marathons auf dem Tiananmen-Platz nach jener Nacht im Jahr 1989 fragen. Sich nicht einwickeln lassen. China vier Wochen lang daran erinnern, was es braucht, um wirklich eine respektierte Macht zu werden. Swiss Olympic ruft alle Peking-Fahrer auf, sich mit «passion, power und performance» auf Olympia vorzubereiten. Auf gehts.

Die Diskussion

20 Reaktionen

  1. Thomas Buechli

    Meine Hochachtung, Kai Strittmatter! Tatsachen beim Namen nennen, hinschauen, wo wir Verletzungen der Menschenrechte vermuten und dazu stehen, dass wir im Umgang mit Chinas Machthabern immer auf Messers Schneide wandeln, bringt uns und den entrechteten Menschen in China und Tibet mehr als die Wischi-Waschi-Politik der meisten Akteure auf dem olympischen Parkett.
    Hoffentlich darf Kai Strittmatter noch lange aus Peking berichten, was besonders nach den Spielen notwendig sein wird!

  2. ulrich mannweiler

    Der Artikel von Kai Strittmatter ist wie alles, was derzeit über China geschrieben wird tendenziös. Selbstverständlich ist die Frage der Menschenrechte ein zentrales Thema, das für die ganze Menschheit gilt. Allerdings hackt man jetzt auf China herum, ohne sich zu Fragen, wie es der Mehrheit der 1.3 Milliarden Menschen in China geht. Wie stark leiden sie unter den Menschenrechten, wie stark verlangen sie nach mehr Demokratie?
    Ich reise seit 25 Jahren in alle Teile Chinas und kann nur feststellen, dass es den Menschen jedes Jahr besser geht, dass sie sich frei bewegen können (ich ebenfalls), dass sie zu Essen haben, dass sie zur Schule gehen können, dass sie Sehnsüchte haben nach einem Leben, das besser ist als das ihrer Eltern. An Demokratie sind sie nicht interessiert, wie das seit vielen Jahrtausenden nie der Fall war. China wurde immer zentral regiert, sei es in den Dynastien oder heute von der zentralistisch gesteuerten Partei.
    Wir verlangen von den Chinesen, dass sie innerhalb von 5 Jahren das zu erfüllen haben, für das wir 50 Jahre gebraucht haben (z.B. Umweltschutz). Diese Anmassung sollten wir unterlassen.
    Es gibt andere Länder wo die Menschenrechte, trotz Demokratie, mit Füssen getreten werden, z.B. in Amerika wo verurteilte Menschen nach wie vor hingerichtet werden, wo Gefangene ohne jegliche Rechtsgleichheit und Schutz behandelt werden (Guantanamo). Schauen sie nach Indien, wo 400 Millionen Menschen („The untouchables“) ohne jegliche Rechte wie Sklaven behandelt werden. Schauen sie in eine Schweiz, wo eine demokratisch gewählte Bundesrätin von einer Partei grundlos zum Rücktritt aufgefordert wird, weil diese Partei es nicht verkraftet, dass ihr Repräsentant abgewählt wurde.
    China ist ein phantastisches Land, mit Leuten die begeisterungsfähig sind, auch für die olympischen Spiele. Die Chinesen sind stolz, dass sie Gastgeber sein können für einen Anlass, der weltweit Beachtung findet und finden wird. Lassen wir sie die Spiele geniessen, wie auch wir das tun möchten.

  3. Andreas Luethi

    Wir “gewöhnlichen” Bürger können protestieren, demonstrieren, Leserbriefe schreiben…doch nähme es mich wunder, was die Auswirkung wäre, wenn ein integrer und geachteter Sportler wie Roger Federer an einer Pressekonferenz statt einer Matchanalyse seinen Boykott der Olympischen Spiele bekannt geben würde. Dass er nicht gedenke, mit seiner Teilnahme die chinesischen Menschenrechtsverletzungen zu legitimieren. Es wäre ein Hammer.

  4. A Stricker

    Ein Highlight unter vielen zweifelhaften Artikeln über China, die man in den letzten Jahren über sich ergehen lassen musste. Denn alles ist, wie der Autor selber schreibt, “längst bekannt und lässt sich vielfach nachlesen. Wie kommt es, dass die Welt das bis zu den Massakern in Tibet vergessen und verdrängt zu haben schien?” (Doch wohl weil das Business wie immer wichtiger war als das Wohlergehen von anderen Menschen.)

    Es würde mich auch interessieren, was Jacques Herzog zu alledem erwidern würde, der sich noch vor wenigen Monaten im “Magazin” folgendermassen zitieren liess:

    «Nein, ich habe keine befriedigende Antwort auf die Frage ‹Warum baut ihr für China?›», sagt Jacques Herzog bei meinem Besuch in Basel – um sich dann dennoch ausführlich zu rechtfertigen. «Ich kann nur sagen, dass wir bei diesem Bau keinerlei Konzessionen gemacht haben, wir haben uns niemals ideologisch einspannen lassen für eine Weltanschauung.» De Meuron und Herzog hoffen im Gegenteil, mit ihrer Arbeit vielleicht dazu beizutragen, den Geist der chinesischen Öffnung sichtbar und damit für die Machtträger auch verpflichtender zu machen. Pierre de Meuron sagt: «Ich glaube nicht, dass dieser Prozess der Öffnung umkehrbar ist. Und an diesem Wendepunkt der Geschichte zu sagen, ‹nein, für euch bauen wir nicht, weil ihr nicht unsere Demokratie habt›, wäre dumm. Es wäre sogar feige.»
    http://dasmagazin.ch/index.php/ein-nest-fur-das-neue-china

    Was die Frage zurücklässt, was in diesem Fall wohl schlimmer ist: (Von Herzog definierte) Feigheit oder Naivität.

  5. Philipp Zimmermann

    Kai Strittmatter gibt die Situation exakt so wieder, wie ich diese anlässlich meiner regelmässigen Reisen ins Reich der Mitte seit zwanzig Jahren selbst erlebt habe. Gewiss findet eine kapitalistische Revolution statt – allerdings vollständig zu Lasten der wenig privilegierten Bevölkerungsschichten auf dem Land. Zu behaupten, dass die olympischen Spiele hätten keinen politischen Charakter, wie die das IOC versucht, ist schlicht scheinheinheilig.

    Schon immer haben totalitäre Regimes versucht, die Spiele für Propagandazwecke zu nutzen. Als Beispiele mögen Berlin 1936 oder Moskau 1980 dienen. Zudem wurde China aufgrund des Tiannanmen-Massakers vom 4. Juni 1989 von der Teilnahme an der Olympiade 2000 ausgeschlossen. Daraufhin organisierte das Regime als Reaktion die “Asian Games”.

    Am 4. Juni 1999 weilte ich in Beijing. CNN hatte einen Beitrag zum 10. Jahrestag des Massakers im Programm. In China wurde diese Sendung unterdrückt. Dafür “durfte” ich mir eine Stunde lang nett anzuschauende Bilder der sozialistischen Idylle China ansehen.

  6. Matthias Bringolf

    Ich denke die Erwartung, es mit einem demokratischeren, unzensierteren China zu tun zu haben, weil es die olympischen Spiele abhält ist eine Illusion, was auch klar in dem Artikel gezeigt wird. Ich schätze es wird noch 10-20 Jahre brauchen, bis sich die chinesischen Gesellschaft und auch die Partei in dieser Richtung sichtbar verändert haben wird. Das ist die Hoffnung.
    Auf der anderen Seite möchte ich aber auch folgendes zu den Unruhen sagen; dass die chinesischen Behörden nicht einfach tatenlos zusehen konnten , wie Tibeter ganze Strassen umkehrten und auch Menschen in Flammen umkamen und zusammengeschlagen wurden leuchtet mir ein. Was passiert wäre, wenn sie das nicht hätten, hat man 2002 in Indien Gujarat gesehen, wo durch den Hindu Mob über tausend Moslems getötet und ihre Läden komplett verwüstet wurden. Das Einschreiten der Behörden als ein Massaker darzustellen ist meiner Meinung nach eine Übertreibung und deshalb auch teilweise Propaganda der westlichen Medien.
    Auf der anderen Seite muss man natürlich auch die Geschichte Tibets sehen und da wird einem schon klar, dass die Tibeter immer wieder unter der Unterdrückung durch China gelitten haben. Sicher würde ich ein unabhängiges Tibet verstehen und auch begrüssen. Doch ist das realistisch? Ich schätze nicht und eigentlich wahrscheinlich noch weniger, wie die oben erwähnten Erwartungen.
    Realistisch ist, wie auch der Dalai Lama betont eine Autonomie und damit der Appell zu Verhandlungen.
    Dass China nicht ein Staat ist, in dem Menschenrechte grossgeschrieben werden ist klar.
    Andererseits sollte man sich aber auch im klaren sein, dass Menschenrechte auch durch und in demokratischen Staaten missachten werden. Dass die Rechte des Einzelnen immer marginalisiert und korrumpiert werden, wo es um die Interessen der Mächtigen und Reichen geht. Sei das nun in China oder auch sonst wo auf der Welt.

  7. Eugen Suter

    Dieser Artikel sticht aus den meisten anderen durch seine realistische Darstellung heraus.
    Die Anregung des Verfassers “T-Shirts mit dem Gesicht Hu Jias,… Stirnbänder in den Farben Tibets…” zu tragen, finde ich sehr gut.
    Nur: Wo finde ich diese T-Shirts und wo die Stirnbänder? Wie könnten sie leicht zugänglich gemacht werden?
    Einfach so die olympischen Spiele zu besuchen, zeigt dem Chinesen nur, dass der Westen sein Regime akzeptiert hat. Und eine Diskussion mit den Leuten ist so oder so unmöglich, weil von uns fast niemand Chinesisch spricht und fast kein Chinese eine Fremdsprache beherrscht. Wollen Sie aber mit jemandem, der z.B. Englisch spricht, über politische Themen sprechen, so werden Sie sofort abgeblockt, “…dieses Thema ist zu schwierig für mich…” und sie spüren die Furcht des Gesprächspartners, mit irgend einer Aussage in eine Falle zu treten. Somit ist ein persönlicher Kontakt nahezu ausgeschlossen. Der vorgeschlagene Weg über z.B. T-Shirts oder Stirnbänder ist somit fast die einzig realistische Möglichkeit, seine vom Regime abweichende Meinung kundzutun.
    E. Suter

  8. urs bachmann

    ist es nicht sehr einfach, zu kritisieren? ich will nichts und niemanden entschuldigen. das gute gibt es. das schlechte, böse auch. wenn alle menschen nur gutes täten, wäre die welt eine andere. gäbe es keine kriege und keine menschenrechtsverletzungen. auf der ganzen welt gibt es gutes und schlechtes. überall. auch in der schweiz. schliesslich sind wir alle menschen. natürlich soll man kritisieren. natürlich soll man missstände aufzeichnen und bekannt machen.

    schön wäre, wenn wir realisieren würden, dass alles sehr komplex ist. das schwarz-weiss-denken ist doch schon lange out oder täusch ich mich? schön wäre, wenn wir uns hin zu mehr, zu noch mehr differenziertheit hinbewegen würden. noch genauer schauen, noch präziser forschen. und vor allem noch präziser werden in unseren aussagen, in unserer kommunikation.

    gut ist wohl auf alle fälle, dass diskutiert wird, dass meinungen ausgetauscht werden – dabei, finde ich, soll auch erlaubt sein, seine eigene sicht der dinge immer wieder zu überdenken, vielleicht auch mal seine meinung zu ändern.

    dass menschen ihre macht oft missbrauchen, ist keine neue menschliche verhaltensweise – ob sie je verschwinden wird? schliesslich gehts ums überleben.

    meine zeilen mögen angesichts der realität, in der sich viele menschen befinden, ein affront sein. ich möchte niemanden zu nahe treten.

    könnte es aber sein, dass allein durch unsere geburt, durch unsere anwesenheit auf diesem planeten, reibungen entstehen? differenzen? ich werde so oder so tangiert. ein problemfreies leben ist doch unmöglich oder nicht? und geht mein überleben nicht stets auch auf kosten von jemandem?

    und – müsste nicht vor jeder diskussion über jetzt in diesem fall zb. china die geschichte dieses landes, dieses gebietes, intensivst studiert werden? und nicht nur die geschichte wäre gefragt in diesem zusammenhang, auch die soziologie und andere disziplinen auch.

    in diesem zusammenhang stellt sich die frage, ab welchem zeitpunkt diskussionen zu führen erlaubt sei? welche grundvoraussetzungen müssen für eine fruchtbare diskussion mitgebracht werden?

    und – ist objektivität überhaupt möglich in einer diskussion?

    langer rede kurzer sinn: gut wird diskutiert, gut auch deshalb, weil wir uns so im diskutieren üben können, weil wir es vielleicht verlernt haben oder gar noch nie richtig konnten. laden wir alle ein mitzureden und mitzuforschen, die nötigen informationen zusammenzutragen, damit eine fruchtbare diskussion möglich wird.

    danke dem “magazin”, dass es eine diskussionsplattform zu verfügung stellt.

    urs bachmann

  9. Pascal Merz

    Den Sport und die Ideale verraten

    Geht es um glamouröse Auftritte sind die grossen Organisationen wie das IOC, die FIFA die UEFA usw. nie um grosse Worte verlegen. Sport als Völker verbindendes Element, Sport als Friedenstifter, Sport als Entwicklungshelfer usw. Doch es sind genau jene Organisationen, die diese Ideale verraten. Nach den Grundsätzen des IOC hätten die olympischen Spiele niemals an China vergeben werden dürfen. Mit hochtrabenden Worten wurde die Entscheidung, die nach den ethischen Grundsätzen nicht zu rechtfertigen ist, damals versucht zu rechtfertigen. Die ethischen Grundsätze aber zählten bei der Olympiavergabe an China gar nicht, es ging vielmehr um den Stoff, der unsere Welt regiert, Geld. Die Ereignisse in Tibet und vor allem der Zeitpunkt sind für das IOC sozusagen ein GAU. Was könnte dies besser illustrieren, als die Nichtreaktion von Jacques Rogge auf die gewaltsamen Unterdrückungen Chinas im Tibet. Doch das IOC wird darauf hoffen, dass das mediale Interesse und damit auch das Interesse der Weltöffentlichkeit sich bald einmal aus dem Tibet wieder einem anderen Ort zuwenden. An der Situation der Tibeter wird dies nichts ändern, doch das IOC ist ja bekanntlich nicht für die Politik zuständig.

  10. Pascal Merz

    Das harte Los der Tibeter

    Vor nicht allzu langer Zeit demonstrierten im Burma Mönche gegen Unterdrückung und für mehr Menschenrechte. Damals beseitigte das diktatorische Militärregime mit Hilfe der schützenden Hand Chinas gewaltsam den friedlichen Aufstand. In Tibet greift China nun selbst wieder zum Instrument der Gewalt gegen Mönche und Zivilisten. Folter und Unterdrückung ist das harte und tägliche Los vieler Tibeter. Doch dies steht im Schatten von boomenden Metropolen wie Shanghai. So lange der Profit winkt, werden rund um die Menschenrechtslage in China gerne beide Augen zugedrückt. In diesem Land wird bald einmal die Sommer Olympiade stattfinden. Eine Katastrophe. Wirtschaftlich mag China zur Grossmacht avancieren, wenn es aber um Menschenrechte und Demokratie geht, so ist China ein Entwicklungsland. Doch so lange für uns im Westen der Profit stimmt, müssen die Probleme der Tibeter und anderer in China unterdrückten Minderheiten halt hinten anstehen.

  11. Fux Uli

    Hallo Herr Mannweiler,

    Sie verwechseln vieles in Ihrem Beitrag.

    Es geht doch garnicht darum, dass man von China eine Demokratie nach westlichem Zuschnitt fordert oder sogar einen Wandel innert 5 Jahren. Es ist ganz einfach: Kein Regime darf ein anderes Volk unterdrücken. Chinesen haben in Tibet einfach nichts verloren. Das Geschwätz von der Modernisierung war doch nur ein Vorwand, mehr als 80% der natürlichen Ressourcen Tibets zu plündern und Tibet mit Chinesen zu fluten. Mehr als 4000 Klöster mit ihren unschätzbaren, in Jahrtausenden geschaffenen Steinrelieffen wurden zerstört, Lhasa fast vollständig ruiniert (dass die Altstadt von Beijing das selbe Schicksal ereilte darf nicht als Entschuldigung herhalten).

    Ich persönlich hab nichts gegen eine Dikdatur, solang sie die Menschen pfleglich behandelt. Das ist aber in China weder innen- noch außenpolitisch der Fall. Auch die lächerlichen bis fürcherlichen Drohungen gegen Taiwan sind inakzeptabel. Es geht auch nicht darum, die einzelne Chinesin schlechtzumachen. Ich glaube Ihnen gern, dass es der Mehrheit besser geht und dass die Chinesinnen liebe Leute sind. Aber das entschuldigt nicht die verbrecherische Umsiedlung von mehreren Millionen Menschen und Umwelt- und Kulturzerstörung beim Bau des 3-Schluchten-Dammes. Sie werfen Leute und Regierung in einen Topf.

    Wenn man Maßstäbe wie Menschenrechte, Außenpolitik und staatspolitische Sünden zu Grunde legt, müsste man natürlich als erste die VSA von den Olympischen Spielen ausschließen. Es ist
    vollkommen verlogen, wie man jetzt wegen ein paar 100 Toter Tibeter und einer seit 1950 bestehenden Besetzung ein großes Lamento anstimmt, während die VSA ein Kapitalverbrechen nach dem anderen begehen: Mehr als 1 Million getöteter Iraker, systematische Folter in

    Geheimgefängnissen, Entführungen unbescholtener Bürger auf dem Staatsgebiet anderer Nationen – um nur die jüngsten Schandtaten zu nennen. Eigentlich müsste man die VSA zerschlagen und ihre
    Vermögenswerte zum Reparieren der Schäden heranziehen (Stichwort: Vietnam ist durch Agent Orange verseucht – was hatten die Amis in Vietnam verloren??).
    Und natürlich müsste man auch Russland wegen seines barbarischen Wütens in Tschetschenien von den Olympischen Spielen ausschließen.

    Ich schlage vor, dass wir nur noch Olympische Spiele mit Nationen veranstalten, die sich in den letzten 16 Jahren keine gravierenden Verbrechen haben zu Schulden kommen lassen – und die nicht dopen. Der Austragungsort darf nur in einem Land liegen, das sich in den letzten 32 Jahren keine gravierenden Verbrechen hat zu Schulden kommen lassen. Die Vergabe muss von einer Ethik-Komission genehmigt werden, die nicht mit dem IOC verbunden ist.

  12. Inge Vetsch

    Eindrücklicher Bericht. Danke. Weil man eigentlich schon lange weiss bzw. wissen kann, dass die Situation in China so ist, habe ich noch nie die Billigprodukte aus China gekauft, die unterdessen bereits schon fast überall angeboten werden – auch nicht, wenn sie so schön und bunt aussehen wie das Küchengeschirr von der Migros, welches AUSGERECHNET auf der Tagi-Magi-Seite vor dem China-Artikel (S.11/12) als ganzseitige Werbung platziert ist (das Geschirr IST “Made in China”, ich habe das extra noch in einer Migros-Filiale abgecheckt). Obwohl es ja nicht viel Hoffnung gibt, dass sich Hersteller/Konsumenten/Werber/Medien einmal aus diesen Verflechtungen verabschieden werden: hoffentlich überlegen sich aufgrund Ihres China-Artikels doch einige Leser neu, ob sie die Billigware aus China kaufen wollen oder lieber nicht.

  13. Heinrich Frei

    Unser Wohlstand beruht auf der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter in China.

    Kai Strittmatter schildert die Situation in China drastisch. Derweil sitze ich auf einem Stuhl den IKEA durch eine Fabrik in China produzieren liess. Ich trage schöne, qualitativ hoch stehende Schuhe Made in China, die einen Pappenstil kosteten. Den Brief hier schreibe ich auf einem PC, der DELL vielleicht auch in China herstellen liess. Wir profitieren von der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter in China, unseren Wohlstand erarbeiten die Chinesen. Von uns, den Industrieländern, werden auch Waffen nach China exportiert und Produktionseinrichtungen für die Rüstungsindustrie. Dieses importierte Kriegmaterial oder die Waffen die auf importierten Maschinen aus Ost und West hergestellt wurden, kommen vielleicht einmal zum Einsatz, wenn chinesische Arbeiterinnen und Arbeiter einen gerechten Lohn und Demokratie am Arbeitsplatz fordern.

    Laut dem Stockholm International Peace Research Institute, SIPRI, wurden von 1997 – 2007 für 23’923 Millionen US Dollar Grosswaffen nach China exportiert, von Ost und West. Kleinwaffen und Kleinbestandteile für die Rüstungsindustrie sind in diesen Zahlen nicht enthalten, auch Produktionsanlagen für die Rüstungsindustrie nicht. Laut der SIPRI Statististik verkaufte die Schweiz China von 1997-2007 für 83 Millionen US Dollar Kriegsmaterial, (laut SIPRI GDF 35mm, AA gun, offensichtlich Fliegerabwehrsysteme von Oerlikon-Contraves (Rheinmetall. Nach der Statistik des Bundes wurde jedoch nach China in dieser Periode kein Kriegsmaterial exportiert. Laut Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes EVD, handelt es sich in der Datenbank von SIPRI um einen „Lizenzvertrag, der 35 mm Fliegerabwehrsystem zum Gegenstand hat. (*)

    (*) Wie Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftdepartementes EVD, am 16. Oktober 2007 schrieb, handelt es sich in der Datenbank von SIPRI um einen „Lizenzvertrag, der 35 mm Fliegerabwehrsystem zum Gegenstand hat. Bis zum Inkrafttreten des neuen Kriegsmaterialgesetzes im Jahre 1998 war die Übertragung von Immateriellgütern oder der Abschluss von Lizenzverträgen bewilligungsfrei“, stellte Frau Leuthard fest. Und weiter erklärte sie: „Unter dem neuen Kriegsmaterialgesetz hat das SECO weder Ausfuhren von Kriegsmaterial noch den Anschluss entsprechender Lizenzverträge nach China bewilligt. Die jährlich publizierte Statistik des Bundes über Kriegsmaterialausfuhren, die auf den Angaben der Zollbehörden beruht, gibt Auskunft über die tatsächlichen Exporte von Kriegsmaterial aus der Schweiz. Nicht darin enthalten sind Zahlen über den Abschluss von Lizenzverträgen, das diese in der Handelsstatistik nicht erfasst werden.“ Soweit Bundesrätin Doris Leuthard in ihrem Schreiben.

  14. Marc Deschamps

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Er zeigt wie so oft eine von vielen Seiten, die unumstritten reell ist und der Verbesserung bedarf. Nach zehn Jahren Leben und Reisen in Asien mit Wohnorten Bombay, Singapur sowie zuletzt auch Shanghai erlaube ich mir, inzwischen etwas differenzierter mit Information zum Thema China umzugehen.
    Dies gilt ebenso für die allgemein tendenziös einseitige Berichterstattung der westlichen Medien wie auch der dogmatisch propagandistischen Informationspolitik der lokalen staatstreuen Medien in China. Eine Mischung von Beidem, angereichert durch interessante Diskussionen mit Chinesen (in China, im Westen, im restlichen Asien) geben ein wohl eher ausgewogenes Bild der Gesamtlage.
    Ich empfehle, auf ein Sprichwort zu verweisen, nein, für einmal nicht ein Chinesisches: Gut Ding will Weile haben!
    Wir sprechen hier von einem Prozess des Wandels und der Öffnung in China, der Generationen dauern wird und soeben erst begonnen hat. Das Resultat wird – Überraschung – nicht eine Kopie der sogenannt westlichen Demokratien sein. Lassen wir uns überraschen. Wichtig ist, dass wir weiter darüber sprechen, dass wir Wandel im positiven Sinne positiv bemerken und unterstützen und Misstände weiterhin beanstanden und, wo möglich, zum Positiven beeinflussen durch unsere Handlungen. Die effektivste Weise ist, das System von innen zu ändern, nicht durch (ohnehin zensurierte) Texte von aussen.
    Millionen Chinesen werden zur stärksten Touristenmacht global und werden so mit (unzensurierten) differenzierteren Ansichten zur Aussenwahrnehmung von China konfrontiert. Dies beeinflusst, bereichert, fördert und beschleunigt den Wandel, der in China bereits heute stattfindet. Und scheuen Sie sich nicht, diese Touristen freundlich willkommen zu heissen und mit Ihnen das Gespräch zu suchen, nicht Sie zu isolieren und zu kritisieren. Sie werden über die Ansichten einiger dieser Leute wahrscheinlich erstaunt sein. Lassen Sie sich überraschen…
    Xie Xie Ni

  15. Birgitta Holenstein

    Ich wünsche mir dass die Menschen auf der Welt nicht immer da hinschauen, wo es gerade am angenehmsten ist. Ich hoffe dass die Not der Chinesen, die genauso wie die Not der Tibeter von einer verblendeten altertümlichen und geistig verkrüppelten Herrscherklasse verursacht wird, endlich wahrgenommen wird.
    Mein Gott was haben die jungen Europäer damals mit Maos kleinem roten Büchlein herumgefuchtelt und seinen Namen bei Demonstrationen im Chor geschrien.
    Wie blind sind wir gewesen, diese Monster haben wir vergöttert, uns selber Kommunisten genannt und geglaubt, weil wir welche sein wollten, wären sie auch welche.
    Nun sitzen wir da und die Wahrheit ist wieder einmal schwer zu ertragen Dann kommt ein Journalist und zieht den Schleier weg und nennt das Kind beim Namen. Und…herrje…wird prompt zurechtgewiesen, er solle dies nicht tun, wegen den Olympischen Spielen.
    Aber ach, ihr Götter des Olymp, könntet ihr nicht herabfliegen und dem Treiben aller bestialischen Regierungen auf diesem Planeten endlich einmal ein Ende setzen?
    Und wenn nicht, dann gebt doch wenigstens den lieben Menschen die Courage endlich einmal Menschenrechte vor “Pane et Circenses” zu setzen.
    Danke!

  16. Martin Hafen

    Liebe Brigitta Holenstein

    Haben Sie gestern die Nachrichten verfolgt?
    - 37% der weltweiten Getreidevorräte werden für die Tierfütterung und 5% für die Benzinproduktion verwendet – Tendenz steigend.
    - Die weltweiten Nahrungsmittelreserven sind so tief wie nie in den letzten 50 Jahren.

    und erinnern Sie sich?
    - weltweit leiden 850 Millionen Menschen an Hunger
    - alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger; das sind 12 pro Minute, 720 pro Stunde, also zwei gut gefüllte Jumbo Jets – pro Stunde oder 24 pro Tag.

    Sind daran die Chinesen schuld? Oder der Kommunismus?

    Und was ist mit der Klimaerwärmung?, den Selbstmorden von Jugendlichen in der Schweiz?, dem Blutbad im Iraq (soeben werden am Radio wieder 50 Tote bei Anschlägen gemeldet), den Todesschwadronen in Brasilien, die Strassenkinder liquidieren?, den Strassenkindern überhaupt? usw. usf.

    Es geht doch nur darum, dass es weder absolut gute noch absolut böse Staaten, Regierungsformen, Menschen etc. gibt, sondern lediglich Grautöne mit ganz geringen Differenzen. – Es ist ein zentrales Erfordernis des seriösen Journalismus, diesen Differenzbereich auszuleuchten.

    Beim vorliegenden Fall (China) heisst das, neben den kritikwürdigen auch die guten Seiten des Landes, seiner Menschen, ja sogar seiner Regierung aufzuzeigen. Es heisst auch, jedes andere Land mit der gleichen Differenziertheit zu beschreiben.

    Was dabei rauskommt, ist ein detailliertes Bild unserer modernen Gesellschaft, in der nicht nur alles schlechter, sondern auch vieles besser wird.

    Das Reich-des-Bösen-Bild, das Kaj Strittmatter von China zeichnet, hat in etwa das Komplexitätsniveau des Weltbildes von George Bush. Und das ist sicher nicht das, was wir brauchen, um die Probleme der Welt zu lösen.

    mit freundlichen Grüssen

    Martin Hafen

  17. Martin Hafen

    ein kleiner Rechenfehler: Natürlich sind es 48 Jumbo Jets mit verhungerten Kindern pro Tag nicht 24. Um so mehr Grund, darüber nachzudenken, ob das derzeit populäre China-bashing nicht vor allem die Funktion hat, den Blick von anderen Missständen auf unserer Welt abzulenken.

  18. Peter M. Haller

    Der Westen ist auf einem Auge blind, wenn es um Menschenrechte geht:
    Wer hat heute, am 15.04.08 Demonstrationen für die Opfer in Irak veranlasst? Wie viele Demos gab es für die tausenden von Toten in der Vergangenheit?

    Wer ging oder geht auf die Strasse als die grösste Immigrantengemeinde der Schweiz aus dem Balkan in Sippenhaft genommen wurde? Wie viele Journalisten haben darüber geschrieben?

    Wer versucht antworten zu geben und nicht im einfach im Strom der Meinungen und des menschenrechtlichen Populismus mit zu schwimmen?

    Tibet und China: Wieso kommt es jetzt zu den Kundgebungen? Wer sind die Drahtzieher? Wer hat Interesse daran China niederzumachen? Wer manipuliert wen? Die Politik die Journalisten oder die Journalisten ihre Leser? Wer hat Interesse an den Demos? Welcher Journalist stellt sich diese Fragen?

    Wie lange soll es dauern? Bis die olympischen Spiele wortwörtlich im Eimer sind? Bis der Dalai Lama abdanken muss?

    China und Tibet haben eine lange gemeinsame Geschichte. China hat Tibet aus dem Mittelalter in die moderne Zeit gebracht. China kommt aus 50 Jahren finsterstem Zeitalter mit 60 Millionen Toten. China versucht ein guter Weltbürger zu werden. und eigenen Weg zu gehen. Empfohlene Lektüre: Konrad Seitz: China – eine Weltmacht kehrt zurück.

    China will und braucht keine Demokratie nach westlicher Manier. Ostasiaten wollen nicht so werden wie wir. Empfohlene Lektüre: Hans W. Vahlefeld – ich kann Ostasien nicht vergessen.

    Also was wollen wir? Krieg? Oder vielleicht doch einer Kultur, die wir nicht verstehen und einer künftigen Macht, die Angst einflösst, bei der Integration in die Weltgemeinde helfen? Über die wirtschaftlichen Interessen hinaus? Wäre das nicht eine journalistische Aufgabe’

    Zum Schluss zwei Gedanken: Chinesen müssen und werden diesen Artikel als Hassrede auf Ihr Land und ihre Kultur empfinden – in Mainland China, in Taiwan und in der dritten Welt.

    Und ein chinesisches Sprichwort: Bevor Du Deinen Nachbarn kritisierst, schau dreimal in Deinem Hause nach.

  19. PHHorn

    Sehr geehrter Herr Strittmatter!

    Ihr Beitrag “Reich der Tritte” ist das Beste,was ich in letzter Zeit zu China,Tibet&Olympia gelesen habe.
    Auch wenn er sicherlich nicht ausgewogen ist.
    Trozdem vielen Dank!

    Gruß

    Philipp Horn;Karlsruhe

  20. Birgitta Holenstein

    Lieber Martin Hafen
    nein, ich habe die Nachrichten nicht verfolgt. Ich kann keine Schweizer Nachrichten empfangen, denn ich lebe auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Zudem bin ich Vegetarierin und besitze anstatt eines Autos ein Fahrrad, weil ich die Umwelt nicht belasten will und weil es bei uns ohnehin schon zuviele Autos gibt. Die Nahrungskrise habe ich jeden Tag vor mir, und die Treibstoff-Krise auch: hier können Viele ihre Kinder nicht mehr sattkriegen, Betriebe müssen schliessen und viele Autos stehen am Strassenrand, weil ihre Besitzer das Geld für den Treibstoff nicht mehr aufbringen können.
    Auf den Artikel von Herrn Strittmatter hatte ich seinerzeit aus folgendem Grund geantwortet:
    Ich habe einen Film gesehen,in dem gezeigt wird, wie in China lebendigen Tieren das Fell abgezogen wird. Daraufhin hatte ich einen Protestbrief an die chinesische Regierung geschrieben. Ich habe jedoch auch schon Protestbriefe an andere Regierungen wegen anderer Scheusslichkeiten geschrieben und in den Achziger-Jahren Christoph Blocher wegen seinen Südafrika-Geschäften öffentlich kritisiert.
    Sehen Sie, es ist doch ganz einfach:
    Wir Menschen müssen uns mit dem was auf dem Planeten Erde abgeht auseinander setzen und es als das sehen was es wirklich ist, und nicht so, wie es die Machthabenden gerne darstellen. Es ist doch wurscht ob das Land China heisst, oder Kuba, oder USA, oder Schweiz, oder Mauritius.
    Menschenrechte sind Menschenrechte. Lügen sind Lügen. Und Verbrechen sind Verbrechen. Es ist ein guter Artikel, den Herr Strittmatter geschrieben hat. Weil er Licht auf die Orte richtet, die bisher sorgfältig im Dunklen gehalten wurden. Ach übrigens: sind wir nicht alle auf einem Auge blind, wenn es für uns bequemer ist?

    Mit freundlichen Grüssen aus Mauritius

    Birgitta Holenstein

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