Schau mir in die Augen, bevor du mich tötest!

Die Fleischeslust überwinden — erst das macht uns zu besseren Menschen.

11.12.2009 von Birgit Schmid , 68 Kommentare

Jetzt gehen sie wieder in den Hirschen, den Ochsen und den Bären, um sich mit Tieren vollzustopfen. Je blutiger und lebendiger, desto besser. Vor der Schlachtplatte wähnen sie sich im Kampf und beweisen: Wir sind noch echte Kerle. Sie kommen so ins Schwitzen über Ringelschwänzchen und Leberwurst, dass sie beim tierischen Gelage am liebsten gleich noch ihren Speckbauch entblössen (siehe «Magazin» Nr. 43) und sich in New York mit Hamburgern (siehe «Magazin» Nr. 49) vollstopfen.
Eine Sorte von Männern stellt sich gern als Karnivore dar und zelebriert die Inkorporation von Tieren geradezu. In Reiseberichten werden Hundeeintopf und Affenhirn zu kulinarischen Herausforderern, die man mutig besiegt hat. Wer sich vor solchen Szenarien graust, gilt schnell als unmännlich, als sensible Memme, die womöglich auch Latte Macchiato einem doppelten Espresso vorzieht.
Zeit, einem Tier wieder mal in die Augen zu schauen. Oder eines zu umarmen. Partei zu nehmen, in seinem Namen zu sprechen! Gerade jetzt, wo Rinder und Lämmer, Hirsche und Ziegen in Herden auf unseren Tellern landen, sollte sich jeder überlegen, warum er eigentlich Fleisch isst.
Ich habe mal ein Pferd aus dem Transportwagen wiehern gehört, er fuhr es in die Metzgerei, und das zurückbleibende Pferd im Stall wieherte ihm nach. Ich habe den Pulpo gesehen, der mit seinen Fangarmen an den Deckel der Pfanne schlug, in deren siedendes Wasser man ihn warf. Ich bin auf dem Fleischmarkt in Kuala Lumpur einer Katze begegnet, die in einem Vogelkäfig steckte und jämmerlich miaute.
Mit zwölf wurde ich Vegetarierin. Aus Gründen, die jedes Kind angibt, das irgendwann aufhört, Fleisch zu essen, und wenn auch nur eine Mahlzeit oder zwei Wochen lang: Mitleid mit der Kreatur. Dieser kindliche Instinkt, schreibt der amerikanische Romanautor Jonathan Safran Foer in seinem neuen Buch «Eating Animals», sage zwar noch nichts über die Richtigkeit oder die Verkehrtheit von Fleisch aus. Er könne einen aber prägen. Foer fand mit neun heraus, dass das Poulet auf seinem Teller zuvor ein Huhn war. Er ernährte sich fortan vegetarisch, begann wieder Fleisch zu essen und hörte erneut auf, als er Vater wurde und eine neue Verantwortlichkeit spürte. Obwohl er manchmal Lust auf ein Steak hat, verzichtet er auf das Steak. Darum geht es: um den willentlichen Akt. Um die Überwindung. Mit dem Ende jugendlicher Ideale vergisst man leider meist die Formen und Farben der Tiere. Man wird gleichgültig. Das Schnitzel oder der Hamburger schmecken zu gut. Der Genuss setzt heute voraus, dass man das Tier aus dem Blick verloren hat.
Emotional zu argumentieren, warum man auf den Fleischkonsum verzichtet oder ihn stark einschränkt, damit überzeugt man noch keine Protein-Junkies. Genau diese Protein-Junkies werden ihre Hunde und Katzen auch dieses Jahr zu Weihnachten grosszügig beschenken. In den USA lassen Aquariumbesitzer sogar ihre Fische am Fest der Liebe teilhaben, und sie sind ihnen nicht wenig wert. Jedes Schwein, jeder Truthahn und Lachs aber wird für den historischen Zufall bestraft, dass sie nicht unsere Schosstiere sind.
Natürlich findet heute keiner mehr mit dem Philosophen Descartes, Tiere seien gefühllose Maschinen. Tiere können Schmerz und Angst empfinden. Nur deshalb türmen Stiere auf dem Weg ins Schlachthaus, bevor sie die Rampe in den Tod hinauftrotten. Von einem tierethischen Standpunkt aus gesehen, kommt es auch nicht darauf an, ob Tiere denken können oder genau so intelligent sind wie wir, sondern, dass sie fühlende Wesen sind. Das macht die Frage, ob man Tiere töten darf, um sie zu essen, moralisch. Tierrechtler wie Peter Singer forderten schon vor Jahren die Befreiung der tierischen Sklaven.
Der Mensch sei von Natur aus ein Allesfresser, könnte man entgegnen. Der Verzehr von Tieren hat uns evolutionsbiologisch zu einer höheren Spezies gemacht. Gerade so gut kann man es aber als zivilisatorischen Fortschritt betrachten, die Fleischeslust zu überwinden. Wir hausen ja auch nicht mehr in Höhlen und nagen an Mammutknochen. Sondern haben ein moralisches Bewusstsein entwickelt, was uns wiederum von den Tieren unterscheidet.
Dieser Prozess hat immerhin dazu geführt, dass gebildete Menschen zunehmend Eier von Hühnern kaufen, die Würmer picken und Schinken von Schweinen, die sich im Schlamm wälzen. Die industrielle Tierhaltung steht jedoch nicht nur am Pranger, weil Bio ein gutes Gewissen macht, sondern auch, weil Bio als gesünder gilt; also aus einem eigennützigen menschlichen Interesse. Die Schweiz mag bezüglich tierfreundlicher und umweltschonender Landwirtschaft das fortschrittlichste Land der Welt sein. Entgegen einer verbreiteten Meinung, stieg der Konsum von Fleisch in den letzten Jahren an, und darunter ist kaum nur «gutes» Fleisch. Wirklich konsequent bezüglich dem, was wir essen, sind die wenigsten. McDonald’s hin und wieder, das gehört einfach dazu.
Gehört zu was? Viele Produkte essen wir seit Kindheit an, und mit ihnen verdauen wir immer auch Geschichten. Der Besuch bei der Grossmutter ist nicht ohne Filet im Teig zu denken, der Fussballmatch nicht ohne Bratwurst. Da opfert man Mastschweine, die nur das Stalllicht der Welt erblicken, gern den lieb gewonnenen Traditionen. Jeder religiöse Feiertag hat sein Fleischgericht. Meist sind mit Schüfeli und Hacktätschli Familienrituale verbunden, die einen genährt haben und also irgendwie: ausmachen. Sushi oder Truthahn aufzugeben, schreibt Jonathan Safran Foer, sei «ein Verlust, der weit über den Verzicht auf ein angenehmes Essenserlebnis hinausgeht. Essgewohnheiten zu ändern und Geschmack von Erinnerung zu lösen, bedeutet kulturellen Verlust. Vergessen.» Vielleicht lohne sich diese Art von Vergesslichkeit aber, ja, man könne sie sogar kultivieren, denn: «Ich muss gewisse Geschmacksvorlieben verlieren, um meine Werte aufrechtzuerhalten.»

Einsperren, töten, essen
Wenn man seine ethischen Standards unbeirrt anwenden würde, müssten viele aufhören, Fleisch zu essen. Niemand kann es gutheissen, dass Tiere wie eine Ware behandelt werden, nur um als saftiges Stück Fleisch zu enden. Doch das zählt in dem Moment zu Tisch nicht mehr. Wer sich als Vegetarier outet, weil er sich auf Ideale beruft, wird nicht nur dumm gefragt: «Was, wenn du herausfindest, dass Karotten auch Schmerz empfinden?» Er wird überhaupt als Gefühlsmensch belächelt.
Zu unrecht, zeigt Foer mit einem hübschen Beispiel: Zwei Freunde bestellen Lunch. Sagt der eine: «Ich habe Lust auf einen Burger», und bestellt einen. Der andere sagt: «Ich habe Lust auf einen Burger», erinnert sich aber, dass es Dinge gibt, die ihm wichtiger sind als das, worauf er gerade Lust hat. Er bestellt etwas anderes. Wer ist nun der Gefühlsmensch?
Seinen Gelüsten nachzugeben, zu verschlingen, wonach einem gerade ist, zeugt von wenig Selbstkontrolle. Sonst bestimmen Moralvorstellungen durchaus unser Triebleben. Der Geschmacksinn scheint davon ausgenommen. (Ein sexhungriger Mann vergewaltigt nicht einfach ein Tier. Einsperren, töten und essen tut er es. Aus einem einzigen Grund: Es mundet ihm.)
Warum Tiere ethischer behandeln, als sie es selbst untereinander tun in freier Natur?, mag der Fleischliebhaber einwenden. Ich habe mal einen Leoparden eine Gazelle jagen, töten und fressen gesehen, den Fötus zerfetzte er auf einem Baum. Eine Szene, schwer zu ertragen, auch für Fleischesser, da die wenigsten ein Tier mit eigener Hand töten könnten; so weit entfernt von der Natur haben wir uns dann doch. Genau deshalb hinkt der Vergleich mit der Brutalität von Wildtieren. Denn wie können wir unsere Moral auf die Gesetze der Natur abstützen? Mord und Vergewaltigung wären demnach auch «natürlich». Menschen müssen Lebewesen zudem nicht töten, um zu überleben. Tiere schon.
Sein Tun ständig mit «Natur» zu rechtfertigen, führt nirgendwohin. Dann müssten wir, statt Fischstäbchen vorzuziehen, wirklich dem Fisch auf dem Teller ins glasige Auge blicken und ihn samt Eingeweiden verzehren. Gleicht man den Speiseplan mit eigenen Haltungen ab, merkt man vielleicht: Tiere essen, gehört eigentlich nicht dazu. Oder man macht es wie Franz Kafka, der vor einem Aquarium stand, die Fische im beleuchteten Becken anschaute und sich direkt an sie wandte. «Jetzt kann ich euch endlich in Frieden betrachten», sagte er zu ihnen. «Ich werde euch nicht mehr essen.»

«Eating Animals» von Jonathan Safran Foer ist seit November auf Englisch erhältlich. In deutscher Übersetzung erscheint es im Herbst 2010 bei Kiepenheuer & Witsch.
«Die Befreiung der Tiere» von Peter Singer, Hirthammer, 1976

Birgit Schmid ist Redaktorin des «Magazins».

Die Diskussion

68 Reaktionen

  1. chocosky

    Danke, für diesen treffenden Text.

    Ein Gedanke bezüglich der gegen Ende angesprochenen Grausamkeit der Natur:
    Ich glaube, dass es falsch wäre, von der Grausamkeit der Wildtiere darauf zu schliessen, dass Mord und Vergewaltigung «natürlich» sind. Oder kennen Sie eine Tierart, welche aus purer Lust am Töten tötet? Diese Art der Grausamkeit kennt nur der Mensch.

    Die Natur ist grausam, sie war es schon immer. Bloss haben wir verlernt, uns dieser Grausamkeit zu stellen. Wir debattieren gerne über Ethik und schauen sentimental weg, wenn eine Gazelle von einem Leoparden durch die Steppe gejagt wird. Andererseits gehen wir auf eine Art mit den Tieren um, die uns zu Heuchlern macht. Die Grausamkeit des Leoparden ist eine natürliche. Der Pulpo in der Pfanne wurde Opfer einer ganz anderen.

    Ich glaube darum, dass es weniger um einen zivilisatorischen Fortschritt geht, als um ein Einsehen der simplen Tatsachen: Das blutige Stück Fleisch auf dem Teller war einmal ein Tier. Und das wurde von jemandem getötet. Dies willentlich und dem Genuss zuliebe zu vergessen, ist heuchlerisch und von jeglicher Ethik weit entfernt.

    Ich persönlich halte es seit vielen Jahren so: Solange ich es nicht fertig bringe, einem Lebewesen eigenhändig den Hals umzudrehen, werde ich es auch nicht essen. Denn wer das, was er auf dem Teller hat, selbst getötet hat (oder dies zumindest ganz direkt beim Bauern oder Fischer miterlebt hat), der soll sein Steak von mir aus geniessen. Mal abgesehen davon, dass er dies vermutlich deutlich seltener tun wird.

  2. friendlyghost

    Ich glaube der Redakteurin ihre überaus fortschrittlichen Gefühle (die hier in nicht gerade originellem Gewand vorgebracht werden) – sie werden mich nicht vom fleischlosen Leben überzeugen. Menschliches Fleischessen ist weder natürlich – noch kulturell, sondern (wie die meisten menschlichen Handlungen) in einem dialektischen Wechselspiel zwischen beiden Polen angelegt. Das wäre mal ein Anfangsgedanken für einen Text übers Fleisch… (Übrigens stört es mich überhaupt nicht, einem Fisch in die Augen zu schauen, bevor ich ihn verspeise. Blubb.)

  3. Ziad Accaoui

    Der freundliche Geist hat leider keine Ahnung von Dialektik (sie ist im übrigen beschreibend und nicht rechtfertigend), der Artikel ist hervorragend.

  4. kotzbroeckli

    Nach zwei starken Magazin-Nummern ist nun wieder die zweite Garde zum Zug gekommen. Bekenntnis-Prosa, wie man sie sich von Gymi-Schülern wünschte. – Sein Tun ständig mit Menschlichkeit zu rechtfertigen, führt direkt in die Doppelmoral.

  5. Peter Aufenast

    Ja, liebe Birgit, zerknirscht stelle ich fest, sie sind als Vegetarierin ein besserer Mensch und ich als fleischfressender Genießer ein schlechterer Mensch. Ich bin mehr oder weniger immer noch auf der Stufe unserer Vor- Vorfahren, die sich vor 10.000 bis 15.000 Jahren ausschließlich mit Fleisch ernährten. Der Mensch war zu dieser Zeit noch gar nicht in der Lage, Getreide vernünftig zu verwerten. Noch heute haben wir Probleme damit. Dies ist eine Ursache von Blähungen z.B. bei Hülsenfrüchten — wir haben Probleme die Nahrung aufzuschließen. Tatsache ist auch, dass die Menschen zu dieser Zeit besser ernährt waren als heute. Dies hat man durch Messungen der Knochendichte einwandfrei nachweisen können.

    Nun, ich liebe nun mal Fleisch in allen Variationen. Fleisch von Kalb, Rind, Schwein, Wild, Geflügel bis zu Fisch. Saftig gebraten, geschmort oder schlicht und einfach auf den Punkt gegrillt. Das ist nicht meine Schuld. Meine Großmutter, eine imposante Frau, war eine hochbegabte Herrschaftsköchin und hat ihre einmaligen Fleischkreationen in einem handgeschriebenen Buch festgehalten. Dieses Buch erbte ihre Tochter, also meine Mutter mit dem Versprechen, unter keinen Umständen die Rezepte an Nichtfamilienmitglieder weiterzugeben. Mit der gleichen Auflage vererbte meine Mutter das wertvolle Buch weiter an meine Frau. Und meine Frau ist ein Genie und ich ein Glückskind. Die herrlichen Fleischstücke die via Pfanne, Topf, Backofen und Grill den Weg in meinen Teller finden und dort mit ausgesuchten exzellenten Beilagen Bekanntschaft schließen, sind kulinarische Träume. 18- und mehr Punkte Köche würden glatt vor Neid erblassen. Das Fleisch und auch die Beilagen beziehen wir von unseren Bauern in der Nachbarschaft, die von Boxen und Käfighaltung nichts halten. Auslauf für die hervorragend gehaltenen Tiere heißt ihre Devise. Und die Bauern sind zufrieden und auch wir sind zufrieden. Ob die Tiere auch zufrieden sind, weiß ich nicht. Auf der Weide führen sie, soweit ich das beurteilen kann, ein glückliches Leben und wann es zu Ende ist wissen sie zum Glück nicht. Und da befinden sie sich in guter oder je nach Perspektive in schlechter Gesellschaft mit uns Menschen.

    Und noch etwas: Vegetarier sind schon ein komisches Völklein. Zugegeben, nicht alle. Aber die militanten Besserwisser, die sich bei jeder Gelegenheit lauthals zu Wort melden, gehen uns fleischessenden Genießern manchmal schon etwas auf die Nerven mit ihren stereotypen Horrorgeschichten und genüsslich verwendeten Wortwahl wie „Leichenfresser“ & Co. Die gleiche „Spezies“ findet man auch auf Reisen rund um den Globus. Lauthals werden die Essgewohnheiten in anderen Kulturen angeprangert und verurteilt. Man fühlt sich ja so erhaben und schaut verächtlich auf diese Menschen hinunter, denen ethische Standards offensichtlich abgehen. Diese Barbaren befriedigen ihre Genüsse nach dem chinesischen Sprichwort: „Dass alles was 4 Beine hat und den Rücken zum Himmel kehrt sowie alles was am Himmel fliegt, gegessen werden darf (ausgenommen Tische, Stühle und Flugzeuge!) Nebst Ratten, Mäusen, Schlangen, Affen und noch vieles mehr, sind als besondere Leckerbissen auch Hunde beliebt. Diese Barbaren höre ich immer wieder von entsetzten Touristen.

    Und im gleichen Atemzug werden im Luxusressort, die Bäuche vegetarisch vollgeschlagen, während nicht weit davon entfernt bis auf die Knochen abgemagerte Kinder ums nackte Überleben kämpfen und nicht selten von schiesswütigen Polizisten wie tollwütige Hunde abgeknallt werden, wenn sie beim Diebstahl von Nahrungsmitteln erwischt werden. Das sieht man nicht oder man will es nicht sehen. Ist man doch vollbeschäftigt, den streunenden Hund oder die lahmende Katze zu bedauern und die Zustände auf den Freimärkten in asiatischen und weiteren Breitengraden als bestialisch anzuprangern.

  6. Finn Canonica

    @Kotzbrocken

    Schade, dass man sich seine Leser nicht aussuchen kann. Ein Minimum an Intelligenz sollte auch in der Kritik voraussgesetzt werden. Und dann noch hasenfüssig sich verstecken hinter einem Pseudonym.

  7. Raphael

    Ausser die Macht der Gewohnheit und einem eigensinnigen geschmacklichen Interesse gibt es keinen Grund tierliche Produkte zu konsumieren.

    Nur auf Fleisch von Tieren zu verzichten bringt keinem Tier etwas. Milch gibt eine Kuh nur wenn sie jährlich ein Kalb gebärt welches ihr kurz nach der Geburt entrissen, gemästet und getötet wird. Die männlichen Geschwister von den eierlegenden Hennen werden kurz nach der Geburt zermahlt oder vergast. Die Tiere (auch vom ‘Bio’-Hof) landen nach einem Bruchteil ihrer natürlichen Lebensdauer im Schlachthof, wo aus ihnen Schnitzel, Kleider und Salben hergestellt werden.

    Der Artikel richtet sich an Menschen, die sich leider nur selten mit diesem so wichtigen Thema auseinandergesetzt haben (es betrifft das Schicksal von Milliarden von Lebewesen täglich) und hat gute Ansätze, womit scheinbar einige Leser bereits überfordert werden (@Aufenast).

    Für moralisch denkende Menschen gibt es keine Ausreden, die ethische Beweislast für den Veganismus ist überwiegend und ist nicht nur ‘zivilisatorischer Fortschritt’, sondern eine moralische Pflicht.

    Tiere Ernst zu nehmen und sie mit den ihnen zustehenden Rechten eigenständiger Individuen zu versehen, heisst, sie nicht als Besitztum anzusehen. Foers Argumente greifen (wie übrigens Singers Utilitarismus) dafür viel zu kurz und sein Buch hat etwas Unbeholfenes, Sensations-bedürftiges. Siehe dazu auch die Kritik von Adam Kochanowitz (vegan examiner, englisch)

    http://www.examiner.com/x-4198-Vegan-Examiner~y2009m12d6-The-tragic-lust-for-activist-popularity

    Der Versuch aus den Vorgängen in der Natur auf das Gute zu schliessen ist übrigens hinlangst als ‘naturalistischer Fehlschluss’ bekannt.

  8. Peter Aufenast

    @RAPHAEL

    Ob ein Artikel mich überfordert, der sich an Menschen richtet, die sich leider nur selten mit diesem so wichtigen Thema auseinandergesetzt haben, weiß ich nicht. Es genügt vollauf wenn sie es wissen!

    Was ich aber weiß, dass Menschen die bei jeder Gelegenheit die Begriffe: „Moral und Ethik“ in den Mund nehmen und sich feige hinter einem Pseudonym verstecken, vielmals mit der Moral und der Ethik auf Kriegsfuss stehen. Mich erinnern diese lieben Zeitgenossen an das treffende berndeutsche Chanson: „Am Sunntig unentwägt luti Psalme singe, am Wärchtig Vögu u als Wappetier dr Aal!“

  9. Raphael

    Der Feiglings-Vorwurf ist vollkommen unangebracht.

    Wahrlich feige ist es doch wenn für die eigenen ‘kulinarischen (Alb)Träume’ leidensfähige, sprachlose und unschuldige Lebewesen ihrer Freiheit beraubt, gemolken, kastriert und geschlachtet werden.

  10. Dieter

    Schade, dass diese Position noch immer nicht selbstverständlich ist und sich Vegis weitgehend immer noch als Aussätzige vorkommen müssen. Wohltuend ist der Beitag gerade im Vergleich zur widerlichen Metzgete-Ausgabe des Magazins vor ein paar Wochen, wegen der ich das Tagi-Abo fast gekündigt hätte. Der Artikel über den Segen des Fleischessens hätte perfekt in die Weltwoche gepasst. Er hat den Eindruck erweckt, dass im Magazin jeder schreiben kann, was er will, auch mal auf den Tisch hauen darf und sich nicht immer um die blöde political und ethical correctness scheren muss. Dieser Eindruck wie auch jener, dass das Magazin und der Tagi keine Linie hat, bleibt allerdings bestehen.

  11. Kevin

    Und wer bestimmt die Grenze, welche Lebwesen man ethisch und moralisch bedenkenlos essen kann? Rüebli, Salate und Kartoffeln sind auch Lebewesen und die sind auch tot nach der Ernte. Sprachlos sind sie auch und noch hilfloser als die Tiere. Wer bestimmt, welches Tier/Lebewesen noch fühlen kann? Frösche? Fische? Spinnen? (So gegrillte Insekten sind ja in gewissen Kulturen sehr beliebt)
    Es ist rein kulturbedingt, das gegrillte Spinnen nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Speisen gehören im Gegensatz zu Steak.

    Schlussendlich wird das Leben durch die Einteilung in “moralisch essbar” und nicht in wertvolleres und weniger wertvolleres eingeteilt und die Grenze wird rein subjektiv sein.

  12. Rana-jeanne

    Nun, Frau Schmid, würden Sie nicht nur mit Moral argumentieren, sondern sich mit Themen wie Ethik auf einer nicht wohlfühl-bezogenen subjektiven Ebene auseinandersetzen, würde ich Ihnen danken ein so interessantes Thema anzusprechen. Leider liess mich bei und nach der Lektüre ein Gedanke nicht los: Wann geht es am aller wenigsten um Moral? Wenn sie als Rechtfertigung für subjektive Meinungen herangezogen wird. Das trifft wohl auf 99% aller derartigen Äusserungen zu.
    Nicht dass ich behaupten möchte, Sie trieben hier Schindluder mit dem Begriff der Moral. Es mag eine berechtigtigte Kategorie sein, in moralisch und unmoralisch zu teilen. Dennoch, was antwortet man, wenn einem eine subjektive Meinung als moralisch vorgesetzt wird?
    Ich würde antworten: Frau Schmid, Sie haben völlig Recht! Die armen Tiere! Man kann doch keine Tiere essen, wo Babys so viel besser schmecken. Und noch dazu sind die klimafreundlicher in Haltung und Zucht und man wird dem Überbevolkerungsproblem HERR… aber das wäre böse, soetwas zu antworten… In höchstem Masse unmoralisch…und unmoralisch will ich bestimmt nicht sein!

  13. Gini Minonzio

    Es ist schade, dass die Gelegenheit für einen vertieften Artikel verpasst wurde.
    Dazu nur zwei augenfällige Belege.
    Als erstes Beispiel: Frau Schmid schreibt: “Menschen müssen LEBEWESEN zudem nicht töten, um zu überleben.” Richtig ist, dass KEIN Mensch überleben kann, ohne Lebewesen zu töten. Denn definitionsgemäss sind nicht nur Tiere Lebewesen, sondern u.a. auch Pflanzen, Pilze, Bakterien.
    Es ist auch sehr schwer zu überleben, ohne Tiere zu töten. Schauen Sie doch einmal bei der Bereitung eines Saatbettes für ein Weizen- oder Salatfeld zu: Da werden massenhaft Regenwürmer und selbst allerliebste Mäusebabys in ihren Nestern zerhackt. Es gibt viele ehrenwerte Gründe, Vegetarier zu sein. Zu sagen, der Mensch müsse für sein Überleben nicht notwendigerweise Lebewesen oder Tiere töten, ist jedoch eine kolossale Selbsttäuschung.
    Als zweites Beispiel: Frau Schmid führt als Fachmann ausgerechnet Peter Singer an. Seine Positionen sind hinlänglich bekannt, ist er doch auch schon in Zürich aufgetreten. Mich schaudert, wenn Singer das Leben eines Babys oder eines geistig Behinderten tiefer einschätzt, als das Leben eines erwachsenen Normalos. Oder gar das Leben einer Maus als wertvoller einstuft als das Leben eines Menschen. (Nachzulesen z.B. auf seiner Homepage http://www.princeton.edu/~psinger/faq.html). Es gäbe wahrlich andere Ethiker zu zitieren, als ausgerechnet Singer.
    Ich möchte keinesfalls Fleischgeniesser gegen Vegetarier ausspielen. Das aufgegriffene Thema ist sehr wichtig, der Artikel wäre aber zweifellos interessanter, wäre er fundierter.

  14. Viktoria

    Das Argument mit dem “armen Gemüse”, das man auch töten müsse, um es zu essen, zieht nicht.
    Denn natürlich muss ich das arme Gemüse töten, um es zu essen. Aber damit wird ausschliesslich das Gemüse meinem Überlebenstrieb geopfert. Wenn ich ein Tier esse, das vorher auch Gemüse, also Lebewesen, verspeist hat, habe ich wesentlich mehr “Leben” auf dem Gewissen.

    Natürlich ist es lächerlich. Aber es sind ja immer die Fleischesser, die mit diesem Argument ihren Fleischkonsum rechtfertigen wollen.

    Im Übrigen wäre ich fast froh, man würde das blöde Thema endlich nicht mehr diskutieren – denn als pragmatische Vegetarierin, die eine persönliche Entscheidung getroffen hat, möchte ich diese einfach nur leben können, ohne mich ständig bei jedem Essen “outen” und “erklären” zu müssen.

    Ich möchte niemanden bekehren und ich möchte es auch nicht diskutieren. Ich möchte einfach nur in Ruhe gelassen werden – obwohl ich halt von der “Norm” abweiche. Ich hasse nichts mehr, als irgendwo auswärts zu essen, nach einem vegetarischen Menü zu fragen und danach erstmal eine halbe Stunde mit allen anderen Gästen am Tisch über die Vor- und Nachteile der vegetarischen Ernährung und die dahinterliegenden ethischen Grundsätze zu diskutieren.

    In meiner Erfahrung – und die bestätigen mir die meisten Vegetarierinnen und Vegetarier, die ich kenne – sind es nicht “wir”, die andere bekehren wollen – sondern eher die Fleischesser, die uns umdrehen oder zumindest “provozieren” wollen. Am Ende des Abends scheint es dann, als hätte ich alle anderen bekehren wollen, weil alle einen über die Beweggründe des Vegetariertums ausgefragt und ihre Meinung dazu kundgetan haben.

    Das Argument, das mich überzeugt hatte, war im Übrigen einzig und allein die Tatsache, dass ich selbst nicht in der Lage wäre, ein Tier eigenhändig zu töten und zu essen. Und ich habe das Gefühl, dass wir uns in unserer modernen Gesellschaft so stark vom eigentlichen “Rohstoff” entfernt haben, dass wir uns gerne einreden, das schön präparierte, abgepackte und unkenntlich gemachte Stück Fleisch im Supermarkt sei gar nie ein Tier gewesen. Aber sobald man einem Produkt ansieht, was es eigentlich war, sobald es blutet oder man noch Kopf oder Augen sieht, schauen viele angewidert weg. Ihhh.

    Übrigens: Ich mochte den Text über die Mezgete vor ein paar Wochen. Diese direkte, ehrliche Art des Fleischkonsums, wo man noch sieht, was man isst, die find ich okay.

  15. Skeptiker

    Ich befinde mich noch nicht auf dieser erlauchten Stufe der Zivilisation: Ich vermag mich nicht schuldig zu fühlen, weil ich ein saftiges Steak geniesse. Den masssvollen Verzehr von Fleisch geniesse ich 3-4 Mal pro Woche. Bei der Tatsache, dass viele Menschen zu den Carnivoren zählen, kann ich keine ethische Frage erkennen.
    Natürlich soll man keine Tiere quälen. “Der Pfadfinder schützt Tiere und Pflanzen”, klar. Man soll die Natur respektieren, aber auch deren Wildheit zur Kenntnis nehmen.
    Vordringlicher erscheint es mir, an der Zivilisation des Menschen, also konkret für Frieden, gegen Gruppenhass, gegen Neid und Gewinnsucht kämpfen. Das sind Fragen der menschlichen Natur, die mit frommen Sprüchen weder nach 2000 Jahren Christentum noch mit 500 Jahren Aufklärung “erledigt” werden konnten! Vor solchen Fragen kommt mir Vegetarismus als “tierethische” Frage reichlich abgehoben vor.
    Ich stelle übrigens am 24.12. keine getötete Tanne in mein Wohnzimmer.

  16. Columbo

    Meh. Die Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg.

  17. Andrea (Martina) Graf

    Es will mir einfach nicht in den Kopf gehen, dass, sogar in unserer christlichen Musterdemokratie, Tiere vorsätzlich gemordet werden, einzig um Mensch wenige Minuten Gaumengenuss zu ermöglichen. Es macht mich traurig zu hören, wie sogar Friedens-/ MenschenrechtsaktivistInnen, MitPazifistInnen, sogar sehr spirituelle Menschen ihren Fleischkonsum rechtfertigen, mit Argumenten wie:
    Tiertöten ist halt Tradition
    ich esse nur wenig Fleisch (nur ein bisschen Töten) + wenn, dann BioFleisch (Biotiere werden natürlich human geschlachtet, BioFleisch wird gar von den Bäumen gepflückt)
    ich spüre, dass mir Fleisch gut tut
    Oder wenn z.B. die KAGFreilandOrganisation vor Festtagen das ev. doch ein wenig schlechte Gewissen wegwischen will mit Schlagworten wie “mit gutem Gewissen geniessen” “Fleisch von glücklichen Tieren”, tiergerechtes Fleisch: Kann Mensch überhaupt wissen, was “tiergerecht” ist?
    Gewiss ist wohl nur, dass keinerlei (vorsätzliches) Morden “tiergerecht” ist, wohl jedes Tier möchte leben und nicht als Karfreitagsfisch, Osterlamm, Weihnachtsgans, Sonntagsbraten, St.Galler Bratwurst oder Züri Gschnätzlets auf einem Teller landen, um Mensch einige Minuten Gaumengenuss zu ermöglichen.

    Diese Abschlachterei nimmt insbesondere vor religiösen Feiertagen orgiastische Dimensionen an, je höher der Feiertag, umso hochtouriger läuft die Tötungsmaschinerie.

    Welch Wahnsinn, dass dieser tägliche SchlachtWahnsinn vom fleischessenden Normalbürger gar nicht mehr als Wahnsinn wahrgenommen wird.

    Wieso Tiere überhaupt töten, wenn Mensch ohne Tiertöten/-lassen bestens leben kann?

    Wieso endet Ethik oft am Tellerrand?

    Wenn bereits Pythagoras, Sokrates, Seneca, Ovid, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Gandhi u.a. fleischlos leben konnten, sollten wir’s in unserem Schlaraffenland mit all seinen Fleischalternativen erst recht können.

    Eine gewaltarme vegetarische Ernährung wäre ein wesentlicher Schritt in Richtung friedlichere Welt.

    Wann endlich werden wir die ganze Schöpfung in unsere Nächstenliebe einbeziehen?!

    Von wegen Vegetarier töten auch Pflanzen: Stimmt, aber um 1 kg Fleisch zu züchten werden xMal mehr Pflanzen getötet als wenn man sich vegetarisch ernährt.

  18. Skeptiker

    @Andrea (Martina) Graf: … und für die Zucht von jeder Kartoffeln und jedem Rüebli werden X Tiere vergiftet, damit sie das Gemüse nicht vor Ihnen wegfressen. Aber der Mord von Kleinstlebewesen ist natürlich kein Mord.
    Konsequent BIO reicht auch nicht so ganz für 7 Milliarden Menschen, sondern nur auf unserer Wohlstandsinsel dank perfekter Vertriebslogistik – das Zeug würde sonst vorher verfaulen.

  19. Billo Heinzpeter Studer

    Ich kenne beide scheinbar miteinander so unversöhnlichen Haltungen aus eigener Lebenserfahrung, die des Essers tierischer Produkte und die des bewusst vegan sich Ernährenden. Seitdem ich eine Haltung «dazwischen» eingenommen hab, setze ich mich nebst meiner Arbeit im «Nutztierschutz» (schreckliches, aber gerade darum unverzichtbares Wort) mit Fragen zur Ethik im Umgang von Menschen mit Tieren auseinander. Die Frage des Fleischessens ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, und leider ist sie im vorliegenden Artikel nicht besonders gut gestellt und schlecht beantwortet. Kein Wunder, sind die Kommentare ebenfalls wenig schlüssig. Das liegt aber nicht allein an den Autor/innen, sondern auch daran, dass eine schlüssige Ethik zum Fragenkreis bis heute nicht geschrieben ist. Das mögen Militante auf beiden Seiten zwar anders sehen; aber sie kommen damit nicht gerade weit, wie figura zeigt. In dieser Lage scheinen mir Kommentare wie jene von Gini Minonzio und Viktoria der vorläufig erreichbaren Wahrheit wohl am nächsten zu kommen.

  20. Peter Aufenast

    Schmunzelnd konsumiere ich die pro und kontra Meinungen zu diesem Thema. Leider gibt es auf beiden Seiten militante Verfechter, die man nur bedauern kann. In meinem etwas sarkastisch formulierten Beitrag habe ich mich schon als fleischessender Genießer geoutet. Ein gemeinsames Essen, hervorragend gekocht und serviert, (das Auge isst mit!) mit Freunden ist für mich auch eine Portion Kultur. In unserem illustren Kreis gibt es auch einige Vegetarier, die ihre ebenfalls hervorragend gekochten und servierten Gerichte genießen. Unterschiedliche Geschmäcker sind auch bei den Getränken festzustellen. Während ich einen edlen Tropfen, passend zu den jeweiligen Speisen genieße, habe ich ebenfalls volles Verständnis, wenn Mineralwasserliebhaber ihr Wässerchen mit oder ohne “Blöteri” genießen. Der langen Rede kurzer Sinn: Man kann auch mit unterschiedlichen Auffassungen und ohne gegenseitige Beleidigungen gemeinsam ein gutes Essen genießen ohne mit Belehrungen einen Andersdenkenden zu bekehren. Wenn allerdings ein Vegetarier die Meinung vertritt, ihm vergehe der Appetit, wenn ihm aus meinem Teller ein auf den Punkt gebratenes Steak oder ein Fisch aus heimischen Gewässern aus traurigen Augen anstarrt, dann ist er fehl in unserer Runde und unter Seinesgleichen besser aufgehoben.

  21. Jörg

    Ich arbeite seit 5 Jahren in der (vegetarischen) Lebensmittelproduktion. Hier meine Erfahrungen nach unzähligen Degustationen:
    - wir, dh. fleischlose Lebensmittelproduktionen, erleben einen beispiellosen Boom hin zu fleischloser Ernährung, es könnte gut sein (zusammen mit der Klimasituation), dass der Anteil der fleischlosen Ernährung diejenige der Fleischnahrung schneller aufwiegt, als wir es uns denken.
    - Frauen sind, was Essen anbetrifft, fortschrittlicher (zukunftsgewandter) als Männer.
    - Fleischesser fühlen sich von Vegetarieren eher provoziert als umgekehrt und reagieren in der Konfrontation häufig aggressiv. Eine Ursache: Vegetarier machen es Fleischesser schwer, die unethische Tierhaltung zu verdrängen an der sie auch selber leiden.
    - Zu den Begriffen: Ich finde den Begriff FLEISCHREDUZIERT zeitgemässer. Ausserdem trifft der Begriff Genussmittel für Fleisch (statt Nahrungsmittel) präziser zu.
    - Ich habe VIER Jahre gebraucht, um vom Fleischesser zum Vegetarier zu “mutieren”. Und das wohlgemerkt in einer vegetarischen Produktion. Ich kann deshalb bezüglich Ernährungsgewohnheiten nur für mehr Geduld und Nachsicht plädieren.

  22. andy marti

    Es ist nicht so dass geerntetes Gemüse (Salate, Obst ect.) “tot” ist. Ein Rüebli etwa kann nach (geeigneter) monatelanger Lagerung problemlos wieder in den Boden gepflanzt werden, es wächst weiter und wird blühen. Wie oft habe ich die dumme Entgegnung “sind denn Rüebli keine Lebewesen” die letzten dreissig Jahre gehört. Würde die “1. Welt” weniger Fleisch konsumieren könnte auf der Welt viel gegen Hunger und Klimaerwärmung getan werden…

  23. serpenser

    Mit gemischten Gefühlen lass ich die vielen Meinungen und Botschaften auf mich wirken. Ich ernähre mich meist vom Bio-Feld vor meiner Türe. Bio hin oder her, bevorzugen tu ich dies ausschliesslich weil das Gemüse noch nach Gemüse schmeckt ob es nun einen Wurm drinn hat oder eine grüne Raupe sich im Broccoli vergnügt, reiner Genuss und das Empfinden dass dies zu einer gesunden Ernährung passt. Ich treibe viel Ausdauersport und benötige eine ausreichend ausgewogene Ernährung. Auch wenn ich auf dem Lande lebe, jage ich nicht der Nahrung hinterher, aber nebst einer gesunden Lebenseinstellung zur Ernährung & Lebensweise geniesse und erfreue ich mich am Fisch und Geflügel.
    Die Umstände ergaben, dass ich Enten und Hühner in meinem Garten halte und einen verantwortungsvollen Bezug zum Fleischkonsum zu versuchen vermag. Dennoch ist wie bereits viel erwähnt die direkte Konfrontation – das persönliche Erlegen des Tieres ein schwerer Gang. Ein Akt der nach Verantwortung schreit, ja ich erlege ein Tier, fühle den Herzschlag an meiner Brust der Ente wenn ich Sie zum Holzpflock trage wo ich ihr den Kopf abschlage , die Federn rupfe und mit meiner Hand die noch warmen Innereien behutsam vom Körper trenne, es ist ein Akt, der zum Nachdenken und Nachfühlen anregt. Nicht unter Genuss verzehre ich dann die frischen Lebern oder lass das Fleisch im Gefrierschrank verschwinden, es sind immerfort die selben Gedanken, haben wir das Recht (auch wenn wir das Tier von Schmerzen erlösen) über das Tier in dieser Form zu verfügen? Ich weiss es nicht, der erstgefühlte Moment sagt mir, dass ich weder Fleisch noch Fisch benötige, aber auch dass ich mich erfreue dass ich meine Tieren einen weiten und vorallem freien Platz zum Dasein ermögliche. Fazit: Ich geniesse den Presunto, die Dorada, die Hühnerbrust, aber nur wenn ich meinen Teil einer aufwendigen Tierhaltung beitragen kann. Auf das Thema Rüebli oder Spinat töten kann ich aus Respekt zur allgemeinen Hungers-Situation in Drittweltstaaten nicht eingehen. Da erübrigt sich jeglicher Kommentar. Ich wünsche allen genussvolle Festtage, und dass die bevorzugten Köstlichkeiten unter Gleichgesinnten in vollen Zügen und ohne schlechtem Gewissen genossen werden können.

  24. daniela

    Gratulation der Autorin für den Mut zu diesen klaren Worten! Im Alter von ungefähr 4 Jahren hab ich angewidert das letzte Stück Fleisch ausgespuckt, als ich realisierte, dass es mal ein Wesen mit Augen, Ohren und Gefühlen gewesen war und wartete fortan vor der Metzgerei auf meine Mutter, weil mir vom Kadavergeruch übel wurde. Noch heute dreht sich mein Magen, wenn ich Leute in bluttriefende Steaks schneiden oder an Knochen nagen sehe. Und der Gedanke, dass Kälber und Lämmer nie erwachsen werden, stimmt mich traurig. Da wir bewiesenermassen von Tieren abstammen, sind diese “Artgenossen im weiteren Sinn” des Menschen. Und der Verzehr von Artgenossen ist Kannibalismus…

  25. Markus Schmidli

    Offenbar kommen sich die Vegetarier als die “besseren” Menschen vor: diejenigen, die das richtige tun. Von der Sorte gibt es aber schon genug auf der Welt. Nur ein paar Punkte:
    * Sowenig wie ich mein Essen vorher selber schlachten muss, brauche ich meinen Rechner vorher selber zusammenzubauen. Was ist das für eine blöde Idee? Darf ich vielleicht auch keine Medikamente nutzen, weil ich sie nicht selber synthetisieren kann? Sperrt die Vegetarier mal einige Tage zusammen mit einem Tier ein und seht ein paar Tage später nach, wer von beiden es über’s Herz gebracht hat, seinen Hunger am anderen zu stillen.
    * Ich glaube nicht, dass Nur-Pflanzenfresser die besseren Menschen sind als Auch-Fleischfresser. Wenn euer Kreuzzug zu irgendetwas führen soll, so beweist mir, dass Vegetarier intelligenter sind und auch stärker als wir anderen. Ich bezweifle stark, dass dieser Beweis erbracht werden kann.
    * Es ist eine äusserst dumme Idee zu glauben, der Mensch brauche bloss zum Vegetarier zu mutieren, damit sich problemlos 12 Millarden Menschen auf dem Erdball tummeln können.
    * Ich bedauere die Haustiere (Hunde, Katzen) von Vegetariern, denen aufgezwungen wird, sich nur von Gemüse zu ernähren. Dagegen freue ich mich über jede Katze, die entwischt und mausen geht.
    * Ich stelle mir vor, dass gut durchgebratenes Fleisch von Vegetariern ähnlichen Geschmack haben müsste wie derjenige von wiederkäuenden Weidetieren, etwa Kühen. Ich wäre dafür, dass sich ein Vegetarier zur Degustation zur Verfügung stellt. Ich hätte Lust mal einen Bissen Vegetarierfleisch zu kosten. Natürlich nur von einem Vegetarier, der seine weltverbessernde Meinung frei und überall hat äussern können. Dafür zahle ich dann auch gerne einige Franken mehr das Kilo.
    * Fleisch schmeckt in vielerlei Zubereitungsart. Wer keine dieser Zubreitungsarten goutiert, leider an bedauerlicher Geschmacksverirrung. Ausserdem nährt Fleisch aber auch wunderbar und gehört deshalb ganz unbedingt zu den Nahrungsmitteln.
    * Den Vegetariern möchte ich zu bedenken geben, dass Früchte höherwertige Lebewesen sind als Gemüse, dass sie also besser ohne Früchte auskommen sollten. Am besten sollten sie ihre Ernährung auf Algenbasis aufbauen, vielleicht entwickeln sie dann selber ein paar Chlorophyll-Zellen und können sich direkt über Photosynthese erhalten, jetzt wo’s jedes Jahr wärmer wird.
    * Im übrigen warte ich darauf, dass wir darüber abstimmen können, ob auch die Tiere Menschen sind.

  26. Merlin

    Offenbar ist was dran, am Thema.
    Warum sonst wogen die Emotionen der Tierkörperesser so hoch und werden so aggressive Wortschlachten geführt?
    Nagt etwa das schlechte Gewissen? Doch das Unrechtbewusstsein? Fleischessen bedeutet brutalste Tierquälerei!
    Das ist grausamstes Unrecht. Zivilisierten Menschen unwürdig, ist dieses abscheuliche Verbrechen an den Tieren bewusst – deshalb sind diesbezügliche Diskussionen vermehrt aktuell. Und das ist gut so! Je mehr offen über diese Tier-Katastrophe geredet wird, umso besser für die Aufklärung. Jeder Fleischkonsument mit normal entwickelter Empfindungsfähigkeit und einem zeitgemässen Informationsstand leidet ohne Zweifel an nagenden Gewissensbissen!
    Hier ein Tipp für (noch) Fleischesser: Ohne verwesendes Kadaverfleisch im Bauch, ist der Mensch logischerweise gesünder – und hat ein reines Gewissen – weil er weiss, dass er sich nicht mitschuldig macht an den täglichen Gräueltaten an den unschuldigen Tieren – was bekanntlich gut schlafen lässt …
    Danke an die Journalistin für den meisterhaften Bericht, der längst schon fällig war!

  27. Jörg

    @markus schmidli
    “…Ausserdem nährt Fleisch aber auch wunderbar und gehört deshalb ganz unbedingt zu den Nahrungsmitteln…”
    Es ist hinlänglich erwiesen, dass v.a. rotes Fleisch verantwortlich für Erkrankungen des Dickdarms ist. Denn der Fäulnisprozess beim Fleisch beginnt mit dem Tod des Tieres und dieses Fleisch mit seinen Fäulnisbakterien befindet sich zu lange in menschlichen Verdauungsprozess. Im Gegensatz zur schnellen Verdauung und Ausscheidung beim Raubtier hat der Mensch eben den langsameren Verdauungsprozess eines Pflanzenfressers. Diese Tatsache kann auch ein noch so vehementer Befürworter von Fleisch nicht aus der Welt schaffen.
    Deshalb ist Fleisch für menschliche Ernährung höchstens ein Genussmittel und niemals Lebensmittel.

  28. Lukas Frei

    @ Merlin
    “Fleischessen bedeutet brutalste Tierquälerei!”?
    Noch viel brutaler ist Milchproduktion. Rindfleisch kann verhältnismässig “tiergerecht” produziert werden. Das Kalb kann zusammen mit seiner Mutter und anderen Artgenossen aufwachsen. Das die Schlachtung kein schöner Akt ist, das steht gar nicht zur Debatte.
    Milchproduktion bedingt, dass die Kuh einmal pro Jahr ein Kalb bekommt. Dieses wird auf der Stelle von der Kuh separiert und wird nie an einem Euter säugen können.
    Als Abfallprodukt der Milchproduktion entsteht Fleisch. Jedes Jahr von jeder Kuh ein Kalb.

  29. Headmaster Om

    Als erstes ist anzumerken, dass es die ganzen Nutztiere ja gar nicht gäbe, wenn wir sie nicht essen würden. Ist es besser, gar nicht zu leben oder ein schönes Leben auf der Weide bis zu einem frühen Ende zu haben?
    Als zweites gebe ich zu bedenken, dass der grösste Schaden, den wir der Tierwelt zufügen in der Zerstörung des Lebensraums besteht. Leider stehen wir da mit der Tierwelt in direkter Konkurenz (fragen sie doch mal die indischen Tiger). Nur eine radikale Reduktion der Weltbevölkerung bietet sich da als Lösung an (esst Kinder statt Rinder, höhö)
    Ein Wort noch zur Gesundheit: in jüngster Vergangenheit häufen sich die Hinweise, dass an unseren Zivilisationskrankheiten gar nicht Fleisch (und damit Fett) schuld sind sondern die raffinierten Kohlenhydrate. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass eine Diät aus Fleisch und grünem Gemüse dem Wohlbefinden und der Verdauung, aber auch der Linie äusserst zuträglich ist.
    Ich glaube die Debatte um die vegetarische Ernährung lässt sich als eine moralische Frage nicht lösen. Alles hängt davon ab, welchen Wert man dem Leben eines Tieres an sich zuschreibt (also seiner Seele, wenn man so will). Dagegen wägt man die eigene Gesundheit und den Genuss ab. Ich denke, da findet man soviele Meinungen wie Diskussionsteilnehmer.
    Aber mein wichtigstes Argument für den Fleischgenuss ist dies: Speck!

  30. Marcel Peter

    Tierische Produkte sind heutzutage in der Ernährung nicht mehr notwendig. Sie sind reine Genussmittel (Luxus), die aber immense Kosten (u.a auch Leid) verursachen. Tierische Produkte sollten 10 mal teurer sein.

  31. Merlin

    … ich bin nicht traurig, wenn Fleischesser an Darmkrebs erkranken …

  32. Merlin

    @ Lukas Frei
    Es ist eine unsagbare Brutalität, ein Neugeborenes seiner Mutter zu entreissen, es isoliert und ohne Sozialkontakte einzusperren, ihm die Muttermilch vorzuenthalten … usw. … und das nur, damit die Kuh mehr Milch gibt – ist das nötig? Nein, denn dieses Tun ist eine von Geldgier blinde und perverse Machenschaft einzelner Mitglieder unserer Gesellschaft! … aber es gibt immer mehr Menschen, die dagegen protestieren … die Augen offen haben und sehen, was läuft, wie die Konsumenten punkto Produktion tierischer Produkte schamlos belogen werden! Wie sieht die Milchwerbung aus, die Werbung für Eier usw. – eine krasse Lüge – jeder weiss doch, wie die allermeisten Nutztiere ein elendes Leben fristen – geschunden, gequält, ausgebäutet, entwürdigt und ermordet!

  33. sneaker

    ..den Hamburgerartikel fand ich ehrlich gesagt ein bisschen besser…

  34. roger.kaestle

    Der Mensch wird also menschlicher durch Fleischverzicht? Weil er gegen sein Naturell seine ethischen Standards ins Felde führt? Wie einfach!

    Aus Ihrem (die Sie doch durch mehrere Jahre Vegetarismus geläutert und auf einem anderen ethischen Level sind) Artikel spricht vor allem eines: der Mann, das tumbe, sexhungrige Wesen vergewaltigt dank seiner Selbstkontrolle zwar keine Tiere, frisst sie aber auf.

    Ich wurde zwar in den 70er Jahre schulisch sozialisiert und habe demnach lange genug davon gehört, die Frau sei der bessere Mensch, aber selbst ich habe die kaum mehr latente männerfeindliche Haltung gespürt.

    Zu meinen ethischen Standards gehört, seine Stereotypen zu hinterfragen – in einem Artikel über Fleischverzicht unkommentiert das Adjektiv unmännlich zu verwenden, zeugt von unreflektierter Nachbeterei von Idealen, die man nicht mit sich selbst in Bezug gesetzt hat. Dazu gehört auch die quasi Heiligsprechung der Herren Singer/Foer, die geläutert und als männliche Abtrünniger in den eigenen Reihen empfangen werden.

    Fleisch essen oder nicht – eine Frage, die sich jeder selbst stellen soll und das ständig und immer wieder. Eine solche Lebenshaltung auf einen Entscheid als 12jährige(r) abzustellen, scheint mir nicht das Richtige zu sein.

    Viel mehr sollten wir wieder Respekt vor den Tieren haben, das beginnt nicht zuletzt bei der Vorstellung, nur ein billiges Poulet sei ein gutes Poulet. Respekt bedeutet auch Gefühl für das Leben und Opfer des Tieres zu entwickeln.

    Wichtiger bleibt aber der Respekt vor den Menschen und deren Entscheidungen. Und dabei sind durchaus die Männer Teil der Menschheit.

    PS. Ich kann seit bald 20 Jahren aus medizinischen Gründen keine Säugetiere mehr essen.

  35. roger.kaestle

    @FINN CANONICA

    Schade, dass man sich seine Autoren im Magazin nicht aussuchen kann. Ein Minimum an Intelligenz sollte auch beim Artikel schreiben vorausgesetzt werden können. Und dann noch hasenfüssig keine Stellung zum Thema nehmen.

  36. melissa

    Viktoria, ich bin ganz deiner Meinung.

  37. bezaugg

    bravo, ein ausgezeichneter artikel!
    leider lassen sich dümmliche kommentare der fleischesser/innen nicht vermeiden…

  38. friendlyghost

    Die Kommentare von Peter Aufenast und Viktoria sind treffend. – Leider lassen sich dümmliche Kommentare aber eben nie vermeiden, auch nicht die von den den Vegis. Zum Beispiel: “Ich bin nicht traurig, wenn Fleischesser an Darmkrebs erkranken”? Hallo ethische und moralische Haltung, die ja scheinbar die vegetarische Geisteshaltung begründen soll..?? Mitleid mit der Kreatur? Naja, zum Trost über unser
    Schicksal als degenerierte, pathologisch triebgeschüttelte Allesfresser bleibt uns wenigstens ein schönes saftiges Stück Rindfleisch!

  39. Hellish

    Die Diskussion ist doch ewig. Es wird immer die einen und die andern geben. Wieso kann man sich nicht gegenseitig in Ruhe lassen? Ich esse Fleisch, geniesse es und stehe dazu. Ich weiss, dass die Tiere selten artgerecht gehalten werden, denn ich bin gut informiert. Aber, und das ist das Problem unter anderem von Fanatikern wie denen vom VGT: es ist mir egal! Ganz einfach. Ich scher mich nen Dreck um die sogenannten Ethik- und Moralvorstellungen anderer, was das betrifft. Ethik und Moral sind auch nur Standpunkte aus einer gewissen Perspektive. Ich hab auch keine Probleme damit, ne Kuh zu erschiessen bevor ich mir ein schönes Filet reinziehe wenn’s denn sein muss. Ich pfeife auf „ethical correctness“. Egoistisch? Mag sein. Geht aber keinen was an. Also lasst die Vegis Ihre Gemüselust zelebrieren und uns unser Schnitzel geniessen. Meien Schwestern sind seit ich denken kann Vegis, trotzdem können wir in Frieden am selben Tisch essen und Festtage begeheh.

  40. Peter Aufenast

    @alle

    Heute schreiben wir den 14. Dezember im Adventsmonat. Verbleiben also noch vier Tage bis zur nächsten Magazin Onlineausgabe. Vier Tage für einen genüsslichen Schlagabtausch zu diesem emotionalen Thema. Schüchterne Frage: Sind sich einige, zum Glück nicht alle Forenteilnehmer eigentlich bewusst, dass sie sich mit ihrer “Schreibe” selber disqualifizieren? Man kann auch eine gegenteilige Meinung mit einer gutgewählten Wort- und Begriffswahl ohne Beleidigungen vertreten.

    Obwohl ich nicht der gleichen Auffassung wie die Autorin des Artikels bin, entlockte mir der Einstieg in das Thema mit den “echten Kerlen, die am liebsten noch ihren Speckbauch entblößen!“ ein verschmitztes und zustimmendes Lächeln!

  41. Estrella

    Das Schöne – wenn man sich nicht von tierlichen Produkten ernährt – ist, dass man sich keine Gedanken über Tierhaltung machen muss. Eine echte Erleichterung im Alltag!

    Und an alle, die von Karotten mit Gefühlen reden: Schon mal drüber nachgedacht, weshalb man in einer Schlachterei nicht alles sehen darf, in einer Gärtnerei die Schlachtung von Brokkoli, Peperoni und Co uneingeschränkt beobachten kann?

  42. Freak

    Kompliment für den tollen Artikel. “Der wahre Verrat besteht darin, die Zustände in der Welt so zu akzeptieren wie sie sind, und den Verstand darauf zu verwenden, sie zu rechtfertigen”, hat mal jemand gesagt. Grossartig, wie Birgit Schmid die letzten Argumente der Fleischesser demontiert.

  43. Merlin

    … ich habe keinen Respekt vor Menschen, die genüsslich ein Steak verspeisen und wissen, mit welcher Brutalität das Tier geschlachtet wurde, welch unwürdiges Dreck-Leben es hatte, welche Entberungen und Schmerzen es aushalten musste und schliesslich, wie es zum Schlachthof geprügelt wurde und welche panische Angst es hatte vor dem getötet werden. Nein, ein Mensch, dem dies alles egal ist, vor dem habe ich kein Fünkchen Respekt – im Gegenteil, eher eine grosse Verachtung! Und als Vegetarier bin ich kein Gesundheitsapostel und auch kein Missionar und von Fanatismus weit entfernt – ich bin nur ein Mensch der sieht und fühlt – mitfühlt mit den hilflosen, stummen und so elend ausgelieferten Tieren. Es wird schon eine andere Zeit kommen – die werden wir wohl nicht mehr erleben – da wird man mit Entsetzen zurückblicken auf unsere Barbarei mit den Tieren.
    Es ist dermassen abstossend, wie sich Menschen falsch ernähren, meist überessen und sich dann noch wohlgefällig auf die Schultern klopfen und stolz verkünden, dass es ihnen nichts ausmache, eine Kuh zu töten … In meinen Augen sind das uninformierte, denk- und gefühlsgeschädigte Fleisch-Fanatiker!

  44. Lukas Frei

    Eine nachhaltige Landwirtschaft ist auf Tierhaltung angewiesen. Sei es um in ackerbaren Flächen die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, oder sei es, da die landwirtschaftliche Fläche aus topographischen oder klimatischen Gründen bloss als Grünland bewirtschaftet werden kann.
    Insofern unterstützt jeder Gemüseesser die Tierhaltung und damit auch die Fleischproduktion.

  45. Amadeus

    Es geht meiner Meinung nach bei dieser Frage nicht um Moral oder Ethik. Für mich ist es ganz einfach so, dass man entweder mit anderen Lebewesen mit-fühlt, oder eben nicht. Ob das eine oder das andere richtig ist, sei übergeordnet dahingestellt. Für mich ist immer nur das richtig, was mein Empfinden zulässt. Sprich, wenn ich andere Lebewesen in ihrer Wichtigkeit der meinen gleichstelle oder ihr gar überordne (und damit meine ich nicht bloss Tiere, auch Menschen), so hat das etwas mit meiner Empfindungsfähigkeit zu tun und nichts mit Moral oder Ethik. Für mich trifft letzteres zwar zu – ich meine zu wissen, dass jedes Lebewesen das Recht hat, frei und glücklich zu sein, so wie ich auch – und ich bin auch vegetarierer, aber ich finde, dass dies nicht zwingend auf andere Menschen zutreffen muss und auch, dass das nicht jeder verstehen kann oder muss. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern schlicht mit der eigenen Empfindungsfähigkeit. Jeder empfindet eben so, wie er empfindet. Dass manche ihre eigene Empfindung durch aktives Ignorieren übertünchen, ist ein anderes Thema. Jedenfalls habe ich abschliessend das Gefühl, dass man niemandem etwas beibringen kann, was er nicht fühlt und deswegen ist es vermutlich auch richtig, dass jene, die nicht mit anderen Lebewesen mit-empfinden, auch ohne sich dafür schämen zu müssen, Fleisch essen dürfen. Dass ihr Verstand ihnen über Moral und Ethik dazu verhilft, sich dafür einzusetzen, dass die Lebens-, Transport- und Schlacht-Umstände derer, die sie letztlich essen, verbessert werden, finde ich jedoch äusserst begrüssenswert.

  46. Claudia Meier

    Zumindest diejenigen Fleischkonsumenten, die Fleisch aus konventioneller Tierhaltung essen (und das ist leider immer noch die grosse Mehrheit), halte ich für abgestumpfte und degenerierte Menschen. Sie akzeptieren (unnötiges) Leid, ja unterstützen die Tierquälerei in den Fleischfabriken geradezu – ob aus Geiz, Dummheit oder Ignoranz und für ein bisschen Genuss. Vegetarier und bewusste Fleischkonsumenten sind zivilisiertere Menschen, keine Frage. Und wie viel bzw. wie wenig IQ braucht es, um das Leid von Hühnern oder Schweinen in einer Tierfabrik/einem Schlachthaus mit dem Pflanzen und “Schlachten” von Brokkoli gleichzusetzen?…

  47. short

    @Merlin, bevor sie andere Menschen des Fanatismus bezichtigen, sollte sie ihre eigenen Texte überdenken.

  48. linalina

    eine grundsätzliche, nicht themenorientierte frage: ist der forumgast finn canonica wirklich der chefredaktor finn canonica? hoffe es nicht, fände ich zu krass, wenn der sich dazu herablassen würde, hier mitzutun…

  49. Profile Pic
    Max Dauch

    @Linalina
    Habe mir die selbe Frage bereits zu einem anderen artikel (http://dasmagazin.ch/index.php/zwitscher-zwitscher-zwitscher/)
    gestellt.
    Prinzipiell finde ich es toll, wenn der Chefredakteur sich in die Niederungen der Online-Diskussion begäbe.
    Was dieser ‘Finn Canonica’ postet, ist jedoch gehässig und frustriert.
    Ich hoffe demnach, er ist es nicht – das wäre wirklich peinlich…würde mich freuen, wenn die Magazin-Redaktion darüber aufklärt…

  50. Merlin

    @ Short, bevor Sie anderen ihre absolut und intensiv durchdachten Denkarbeit-Texte kritisieren und sich hier als überheblicher Juror aufschwingen, sollten Sie vielleicht statt dessen auch mal was gescheites denken und in einer Textarbeit hier präsentieren … Das ist halt mit Anstrengung verbunden und nicht so schnell zu tippen, wie Ihr unüberlegter und dürtiger Einwand. Sind Sie ein Fleischesser?

  51. DanielaS

    Auch ich zähle mich zu den Fleisch(fr)esser dieser Welt und beim Lesen des Artikels kam mir die Abstimmung bezüglich des Waffenexportverbotes in den Sinn. Musste ich mich gegen Neinstimmer ständig verteidigen und mir ihre Argumente anhören. “Weisch, wenn d’Schwyz kei Waffe produziert, denn maches halt anderi!” An alle vegetarischen Kriegsmaterialbefürworter:
    Es gibt leider keine Idealisten mehr und wenn ich kein Fleisch esse, dan tun dies eben andere..
    Wer kann mich vom Gegenteil überzeugen?

  52. Merlin

    @ Danielas
    Das Fleisch, das Sie nicht kaufen, das bleibt unverkauft … und wie mehr Menschen diese Qualprodukte liegen lassen, umso schneller suchen sich die blutbesudelten Tier-Ausbeuter andere Erwerbsquellen! Ganz einfach.

  53. Claudia Meier

    @ Danielas: Wenn Sie schon auf Fleisch nicht verzichten können oder wollen, versuchen Sie doch Ihren Konsum auf ein- bis zweimal pro Woche einzuschränken und kaufen Sie nur Bio-Fleisch. Damit unterstützen Sie zumindest keine Tierfabriken und tun auch etwas für Ihre Gesundheit.

  54. Hellish

    ach Merlin…. es ist mir egal ob Leute wie Du Respekt vor mir haben. Darum gings ja in dem Artikel auch nicht, sondern darum dass viele Leute automatisch zum Vvegi würden, wenn sie ihre Tiere selber töten müssten. Ich gehöre nicht dazu, stehe zu meinem Fleischkonsum und ob Dich das stört oder nicht ist mir sowas von egal. Ich geh nicht für den Fleischkonsum missionieren aber genau das scheint bei vielen Vegis zum Programm zu gehören. Essen und essen lassen…

  55. Mela Dittrich

    Interessant finde ich die angetönte Gleichstellung von Tier und Mensch. Ob das Richtig ist oder nicht, ist eigentlich nebensächlich. Wir haben uns bereits vor Jahrtausenden die Erde mit all ihrem Leben Untertan gemacht. Die Frage ist also entschieden.
    Wenn wir nun beschliessen, dass Tiere und Menschen gleich sind auf diversen Ebenen und uns Fragen wie das ist mit der Würde der Tiere (wie es im Tierschutzgesetzt bereits angedeutet ist), dann wirft das für Menschen weitreichende Fragen auf: Wenn wir Tiere essen – weshalb auch immer – dürfen wir dann auch Menschen essen? Warum forschen wir nicht direkt an Menschen (inkl. Babies und Embryonen und Alzheimer Kranken etc.)? Ist Würde abstufbar? Und wenn nein – was macht das mit unserem Begriff von Ethik oder Moral?
    Tier und Mensch gleichzustellen ist keine moralische Frage, sondern wenn dann eine ethische. Die Autorin und viele der Kommentatoren sollten sich doch bitte noch mal über den Unterschied Gedanken machen!

  56. Danielle

    Markus Schmidli beantwortet seine Frage nach der höheren Intelligenz von Vegetariern offensichtlich gleich selbst… dümmer als er ‘argumentiert’ keiner in diesen Beiträgen.
    Im Übrigen habe auch ich es satt, mich dauernd gegen die aggressiven Angriffe (aus schlechten Gewissen – weshalb sonst?) der Fleisch Essenden wehren und meine Wahl rechtfertigen zu müssen, denn ich lasse die anderen auch leben und gehe nicht missionieren, obwohl ich seit 20 Jahren fleisch- und fischlos gut lebe. Schön wäre es, wenn sich jeder so viele Gedanken zu Ethik und Fleischkonsum machen würden wie viele der Kommentierenden. Die grosse Masse allerdings frisst Fleisch und Fisch genauso gedankenlos in sich rein wie sie sonst durchs Leben trampelt. Niemand ist perfekt, und wollten wir ideale, nicht-tötende, die Welt nicht schädigende Lebewesen sein, müssten wir uns die Kugel geben – aber Hirn und Herz einschalten bei seinem täglichen Tun darf man schon. An Aufklärung fehlt es heute niemandem mehr in der westlichen Welt.

  57. Martin Sigg

    Warum esse ich seit Jahren kein Fleisch mehr?

    Ich kann das Töten und Zerlegen von Tieren nicht mitansehen, ohne von starker Übelkeit und einem äusserst unangenehmen Druck/Schmerz in der Herzgegend befallen zu werden. Zudem hat mir Fleisch eigentlich gar nie geschmeckt. Ich habe es vor allem aus Gewohnheit gegessen.

    Das schwierige an diesem Thema sind für mich die eigentlich völlig überflüssige Frontenbildung in “gute und schlechte Menschen” sowie das sehr verbreitete Bedürfnis (von beiden Seiten!), bei jeder Gelegenheit missionieren zu müssen.

    Es gibt in dieser Frage einfach kein absolut “gut” oder absolut “schlecht”. Der Entscheid Fleischessen ja oder nein, muss aus eigener Überzeugung und ohne aktive Beeinflussung (=Missionierung) erfolgen und muss neben rationalen Gründen vor allem auch ein Entscheid aus dem Herzen sein.

    Wenn man sich wirklich offen und ehrlich mit dem Thema auseinandersetzt und vor nichts die Augen verschliesst, hat man auch nicht das Gefühl, sich als besserer Mensch zu fühlen. Dann lebt man einfach nach seiner Überzeugung, lässt aber auch den Andersdenkenden ihren Standpunkt und verzichtet auf jegliche Besserwisserei, Verurteilung und Gehässigkeiten und wirkt somit als Brückenbauer.

    Auch ich als Vegetarier akzeptiere Gründe, welche für das Fleischessen sprechen! Schliesslich habe ich über 40 Jahre lang Fleisch gegessen. Ein Wirt hat uns kürzlich mit leuchtenden Augen erzählt, mit welcher Hingabe und Ehrfurcht und auch mit welchem Respekt er ein selbst erlegtes Reh gehäutet und zerlegt hat. Das ist nun wirklich nicht meine Welt, aber ich akzeptiere es! Zudem hat er auch ausgezeichnete Vegikost in seinem Angebot.

    Man kann meinen Standpunkt als “Wischi-Waschi-Meinung” abtun, weil ich mich weigere, auf einer Seite der Front in Stellung zu gehen um auf die andere Seite zu schiessen. Aber ich habe einfach genug von den ständigen “Gut-oder-Böse-Kämpfen”, welche sich ja nicht nur auf das Thema Vegi/Fleisch beschränken, und versuche Brücken zu schlagen und Leute auf konstruktive und neutrale Weise zum Nachdenken anzuregen.

  58. Claudia Meier

    @ Martin Sigg: Solange es Tierfabriken gibt und Fleisch aus Massentierhaltung konsumiert wird, werden Sie kaum Brücken schlagen können. Der Hauptgrund für die Abneigung oder gar Agressionen gegenüber Fleischessern, aber auch das Missionieren mancher Vegetariern – ist wohl die Massentierhaltung. Ich glaube, die meisten Vegetarier können wie ich den Biofleisch-Konsum akzeptieren. Menschen aber, denen die grauenhaften Zustände in den Tierfabriken beziehungsweise das Leid dieser Tiere egal sind, halte ich für primitiv und will mit ihnen möglichst nichts zu tun haben. Ich kann für sie nur Verachtung empfinden.

  59. kingamadeus.ch: Amadeus Paulussen

    [...] Paulussen Kategorie wählen Kanal Reflektion Töten Antwort auf Schau mir in die Augen, bevor du mich tötest! Es geht meiner Meinung nach bei dieser Frage nicht um Moral oder Ethik. Für mich ist es ganz [...]

  60. Jan Holler

    Gott muss böse gewesen sein, als er eine Welt erschaffen hat, in der die Lebewesen sich gegenseitig fressen, aber er ist ja auch nur ein Mann. Der Mensch ist böse, da Gottes Ebenbild, und er frisst auch Tiere. Wenn er wenigsten selber gefressen würde. Tiere sind nicht böse, sie fressen zwar auch Tiere, aber sie wissen es eben nicht besser. Frauen, sind gut, denn es sind die Männer, die böse sind, und überhaupt jemand muss ja gut sein, also wird es gepachtet. Die moralischen Überlegenheitsgefühle der Autorin (und einiger im Forum) sind der wahre Trumpf und das wahre Motiv der Nichtfleischfresser. Erhaben wird auf den armseligen Rest der Welt hinab geblickt und darf beschimpft und verachtet werden. Dieser Weg führt schnurgerade in die Misanthropie und zu einer Art Rassismus (Wertigkeit des Lebens). Er gipfelt schlussendlich in weinerlicher Tierliebe (”ach, der arme Bär Finn”) und bösartigem Menschenhass (”… ich bin nicht traurig, wenn Fleischesser an Darmkrebs erkranken …”). Welch wunderbare friedliche Welt.

  61. Beka

    Wieso sind Vegetarier eigentlich immer so aggressiv und schlecht gelaunt?
    Danielle nennt in ihrer Hybris andere Leute dumm, Merlin empfindet keinerlei Empathie, wenn «wenn Fleischesser an Darmkrebs erkranken». Wird man so, wenn man kein Fleisch isst? Oder werden Leute mit einem solchen Charakter zu Vegetariern? Oder besteht da kein Zusammenhang?
    Jedenfalls erinnern sie mich an Konvertiten. Die sind auch voller Hass und Eifer auf alle, die nicht auf ihre Seite wechseln. Und sie halten sich für edle Menschen, weil sie glauben, was sie glauben.

  62. Peter Aufenast

    BEKA — Chapeau zu diesem Schlussstament. Gewissen Teilnehmern in diesem Thread wird ein Spiegel vorgehalten. Und ein Spiegel lügt nicht!

  63. Lionel

    Das Argument “jeder soll selber entscheiden, was er isst” kann ich nicht ganz vorbehaltlos befürworten. Klar ist, dass wen eine Sache oder ein Tun sehr negative Folgen und Konsequenzen für andere hat, das dies dann auch gesetzlich eingeschränkt oder verboten ist. Ein Autofahrer kann auch nicht einfach behaupten, dass jeder so schnell aufs Gaspedal drücken soll wie er will.
    Genauso stellt sich die Frage beim Fleischkonsum – die Diskussion muss auf jeden Fall erlaubt sein und wo die Grenzen sind.
    Was sind die negativen Folgen beim Fleischkonsum? Gesundheitlich betrachtet muss diese jeder Fleischkonsument selber entscheiden.
    Der massive Landverbrauch für die Tierhaltung und den Anbau der Futtermittel ist insbesondere in Südamerika verantwortlich für das Abholzen der Regenwälder.
    Belastung durch Jauche: die Emissionen durch die Jauche (vorallem Ammoniak) belasten in der Schweiz Böden und Seen enorm. Ich erinnere daran, dass der Sempachersee “künstlich beatmet” werden musste.
    Die Fleischindustrie ist ebenfalls für den Anstieg des Treibhauseffekt verantwortlich (Methangas). Studien belegen, dass dies gleich schwer wiegt wie der weltweise Auto- und Flugverkehr.
    Der Wasserverbrauch ist ebenfalls um einiges höher beim Fleisch – mit dem Wasserverbrauch für 1 Kg. Fleisch könnte man ein ganzes Jahr lang duschen.
    Die Massentierhaltung: BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe… die Massentierhaltung ist unter anderem verantwortlich für diese Krankheiten.
    Deshalb ist für mich klar: Fleischkonsum hat sehr viele gravierende Nachteile und die Diskussion muss erlaubt sein: darf man einfach alles machen, nur weil es gut schmeckt?

  64. Claudia Meier

    Die meisten Vegetarier stören sich wie ich vor allem an der Massentierhaltung. Das hat nichts mit „schlechter Laune“, „weinerlicher Tierliebe“ oder „bösartigem Menschenhass“ zu tun, sonder mit der Tatsache, dass vielen Fleischessern das Mitgefühl für das Leid der Nutztiere völlig abhanden gekommen ist (als Kind hat man es ja). Die Zustände in Tierfabriken zeugen von Abgestumpftheit und Verachtung leidensfähigen Lebewesen gegenüber. Leute, die diese betreiben oder dort arbeiten, machen mir ehrlich gesagt Angst. Genauso beängstigend finde ich die Gelassenheit, mit der Steaks oder Hamburger aus Massentierhaltung gegessen werden. Diegleichen Leute erwarten aber Empathie, wenn sie Darmkrebs bekommen… Wichtig finde ich eine Debatte um die Massentierhaltung und den Fleischkonsum im Allgemeinen auch wegen der vielen Nachteile, die mein Vorkommentator erwähnt hat.

  65. miau

    im spirituellen bild nehmen wir die angst des sterbenden tieres auch mit ein, so gibt es sehr agressive menschen, die viel fleisch verzehren, der schweinenacken kommt vor. erstaunlich wie aggressiv veganer und vegetarier immer angefochten werden. auf meinem lsd trip kürzlich in der karibik sah ich in einem stück holz einen tierschädel, der unaufhörlich weinte, weinte, bis auch ich mir das herz ausweinte über unsere schamlose vergreifung an unseren mitspezien. aber die egos die auf diesem planeten rumrennen werden weder vor fleischkonsum noch vor erhöhter umweltbelastung haltmachen. wünschen wir ihnen fürs neue jahr augen, die das weinende tierauge in der wurst erkennen.

  66. uberVU - social comments

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by patricebkk: hoch, oh du, mein zeigefinger. an guata! http://dasmagazin.ch/index.php/schau-mir-in-die-augen-bevor-du-mich-totest/…

Kommentar Schreiben

Nur angemeldete Benutzer können Kommentare schreiben.