Volk im Glück, Führung entnervt

Identitätskrise? Abstiegsängste? Isolationsgefahr? Alles halb so schlimm, sagt Bruno S. Frey. Warum der renommierteste Ökonom des Landes optimistisch für die Schweiz bleibt.

06.03.2010 von Martin Beglinger , 10 Kommentare

Dieser Mann ist ein freundlicher Mensch. Und macht einen sehr zufriedenen Eindruck. Er hat auch allen Grund dazu. Denn selten erhalten Wissenschaftler derart viel Anerkennung wie er. Bruno S. Frey, 69, seit 1977 Professor für politische Ökonomie an der Universität Zürich, ist — zusammen mit seinem Kollegen Ernst Fehr — der international renommierteste Ökonom der Schweiz und auch einer der meistzitierten. Schon vor Jahren hat sich Bruno Frey von der vorherrschenden rigiden Sicht des Homo œconomicus verabschiedet und sich als Forscher ohne Scheuklappen der ebenso einfachen wie grundlegenden Frage zugewendet, was die Menschen glücklich macht. In seinem Büröchen in Zürich trafen wir den grossen Ökonomen zu einem Gespräch über die Schweiz, die mit sich selber hadert.

Herr Frey, Sie kommen soeben von einem Glückskongress in Mexiko zurück und waren zuvor während mehrerer Wochen in Australien: Was fiel Ihnen als Erstes auf, als Sie wieder zurück in der Schweiz waren?
Die Selbstkasteiung des Landes, die aus dem Gefühl entstanden ist, die Schweiz stünde enorm unter Druck und werde von allen Seiten nur angegriffen. Ich bin es gewohnt, die Länder im Vergleich zu betrachten, und da merkt man, dass hier völlig übertrieben wird.

Der politische Druck ist doch real.
Ich empfinde es trotzdem als übertriebene Selbstkasteiung. Genauso übertrieben war es allerdings, als wir während Jahrzehnten auf allen Flughäfen der Welt den Schweizer Pass schwenkten. Auch diese Zeiten der übertriebenen Liebe und Aufmerksamkeit für die Schweizer sind vorbei.

Der Schweiz geht es wie einem Klassenprimus. Er kann nicht der Beste und zugleich der Beliebteste sein.
Ich sehe das nicht so negativ. In Australien oder Mexiko bin ich kein einziges Mal negativ auf die Schweiz angesprochen worden.

In Europa wäre das anders.
Auch in Europa ist es nach meiner Erfahrung überhaupt nicht so, dass uns alle Leute wegen dieses Steuerstreits nur noch schrecklich fänden. Steuerhinterziehung ist ja kein Kapitalverbrechen.

Heisst das, dass wir eine falsche Selbstwahrnehmung haben?
Ja. Das liegt vermutlich daran, dass die Schweiz im internationalen Vergleich sehr kleine Probleme hat. Nehmen Sie Italien, Spanien, Portugal — oder Griechenland. Dort wüsste ich beim besten Willen nicht, was ich den Griechen empfehlen wollte.

Sie sprechen von vergleichsweise kleinen Problemen, doch viele Kommentatoren und Politologen sehen die Schweiz in einer tiefen Identitätskrise.
Für mich ist das ein viel zu grosses Wort. Meine Zahlen als Glücksforscher sagen mir etwas anderes. Früher dachte ich immer, es seien viel mehr Menschen unglücklich, auch weil in den Medien halt oft das Negative betont wird. Aber unsere Statistiken zeigen, dass die meisten Leute in der Welt ziemlich zufrieden sind. Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt ein grosser Teil bei 6 bis 8. Die grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist sehr mit ihrem Leben zufrieden — auchwenn viele von ihnen nicht so aussehen, als ob sie es wären.

Glücksforschung basiert auf Befragungen von Einzelpersonen. Wie gross ist da die Gefahr, dass sich die Leute glücklicher geben, als sie tatsächlich sind, weil sie gegenüber den Befragern nicht als Verlierer dastehen wollen?
Das haben die Psychologen genau unter Kontrolle. Früher dachte ich auch, die Fragen nach Lebenszufriedenheit seien total idiotisch. Heute bin ich überzeugt, dass sie viel Wahres beinhalten.

Dann muss zumindest eine grosse Kluft zwischen der individuellen Befindlichkeit der Menschen und der kollektiven Befindlichkeit des Landes herrschen. Die Schweiz hadert und nörgelt wie nie zuvor.
Dieses Hadern und pausenlose Nörgeln finden Sie in den Medien und in der Politik, aber weniger bei den normalen Leuten. Auch die Leserbriefschreiber sind bekanntlich nur ein kleiner und nicht repräsentativer Teil der Bevölkerung. Es ist die Führungsschicht, die den Katzenjammer angestimmt hat. Unsere Politiker sollten nur schon mal lernen, nicht jede Schlagzeile so wahnsinnig ernst zu nehmen, die in einer Gratiszeitung steht.

Es gibt repräsentative Umfragen, wonach die Angst vor der Arbeitslosigkeit die grösste Sorge ist. Und sie hat deutlich zugenommen. Wie passt das zu Ihrem Befund?
In der Schweiz ist im Vergleich zu anderen Ländern die Arbeitslosigkeit zum Glück nur wenig gestiegen.

Sind die «normalen Leute», von denen Sie sprechen, ignorant und sehen die realen Bedrohungen nicht? Oder hyperventiliert die Führungsschicht auf Vorrat?
Eher Letzteres. Es war immer meine Überzeugung, dass normale Leute die Dinge eigentlich gut erspüren und vernünftig beurteilen. Nehmen Sie die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung. Neulich hat mir einer der meistgefragten Schweizer Wirtschaftsjuristen gesagt, dieser Unterschied sei gar nicht so gross, man könne den durchaus fallen lassen. Genau dieses Gefühl hat auch die Bevölkerung.

Warum haben die Eliten die Nerven verloren?
Während langer Zeit hatten wir in der Schweiz gar nicht, was man heute als politische Klasse bezeichnet. Die hat sich erst in den letzten Jahren gebildet und führt nun eine eigene Debatte unter sich. Ich glaube, dass die Isolierung dieser Elite zugenommen hat, doch steht die Schweiz immer noch wesentlich besser da als die meisten anderen Länder — dank der direkten Demokratie. Die holt die Elite wieder auf den Boden zurück.

Wie bei der Minarett-Initiative.
Ich gehörte auch zu denen, die völlig vom Resultat dieser Abstimmung überrascht wurden, aber ich fand das ehrlich gesagt gar nicht so schlimm. Die Initiative hat eine wertvolle Debatte provoziert, welche die Führungsschichten zuvor tunlichst vermieden haben. Gerade sie haben ja mit den muslimischen Einwanderern kaum zu tun, zumindest nicht so, dass es ihr persönliches Wohlbefinden gefährden würde.

Eliten hat es doch in der Schweiz immer gegeben, auch wenn sie sich vielleicht nicht so genannt haben. Warum glauben Sie, dass die «politische Klasse», welche Sie vorhin erwähnten, ein neueres Phänomen für die Schweiz ist?
Weil viele Probleme immer technischer geworden und für die Politiker nur in Zusammenarbeit mit der Bürokratie lösbar sind, welche selber wiederum ein Teil der politischen Klasse ist.

Eine der Thesen in Ihren Büchern ist: Direkte Demokratie macht glücklich. Warum?
Ich behaupte das nicht nur, mit meinem Kollegen Alois Stutzer konnte ich das auch empirisch belegen.* Der Grund liegt darin, dass die Leute die Möglichkeiten der Beteiligung hoch einschätzen — auch wenn sie nicht an jeder Abstimmung mitmachen. Tiefe Stimmbeteiligungen sind kein Problem, solange sie ansteigen, wenn ein wichtiges Thema ansteht. Echte Demokratie heisst, dass man nicht auf die Strasse gehen muss wie in Griechenland, um sich Gehör zu verschaffen.

Aber die direkte Demokratie kann auch Fehlentscheide fällen.
Sicher, doch sie lassen sich korrigieren. Das ist zwar unelegant, aber es funktioniert. Grundsätzlich bleibe ich dabei: Je direktdemokratischer der Prozess, umso besser sind die Ergebnisse des staatlichen Handelns. Denn die persönlichen Ambitionen der Politiker werden zurückgebunden, auch zum Beispiel bei der Steuerpolitik.

Wie?
Wie viel Steuern in einem Land hinterzogen werden, hat nach unseren Untersuchungen entscheidend mit der Steuermoral zu tun, und die hängt wiederum von der grundsätzlichen Einstellung eines Bürgers zum Staat ab. In der Schweiz ist diese im Grossen und Ganzen gut — dank der direkten Demokratie, obwohl es auch hier grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gibt.

Obwohl die politischen Rahmenbedingungen mehr oder weniger die gleichen sind?
Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind grösser, als man meint. Die Mitbestimmungsmöglichkeiten sind in Genf deutlich kleiner als in Baselland. Entsprechend unterschiedlich ist die Steuermoral in diesen Kantonen. Grundsätzlich kann sich aber in der Schweiz niemand an einer Party mit einer Erzählung wichtig machen, wie sehr man das Steueramt übers Ohr gehauen hat. Hier versucht man normalerweise nicht, jeden Franken herauszuschinden. Wenn ich hingegen mit Deutschen rede, dann kann oft als erste Frage kommen, ob sie ihr Büro von der Steuer absetzen können. Das zeugt nicht von guter Steuermoral.

Handkehrum ist es moralisch schlecht vertretbar, wenn die Schweiz jahrelang deutsche Bürger zu Steuerflucht motiviert hat.
Ja. Aber das ist eben nicht nur eine Frage des Gesetzes. Es geht auch darum, ob der deutsche Staat vernünftige Leistungen für seine Bürger erbringt.

Das interessiert doch die Schweizer Banken gar nicht. Die wollten einfach gute Geschäfte mit den Schwarzgeldern aus Deutschland machen.
Das ist verständlich, auch wenn sie Ausländer nicht zu illegalem Handeln animieren dürfen. Für mich ist aber etwas anderes wesentlich. Ich behaupte: Mit mehr direkter Demokratie, wie wir sie in der Schweiz pflegen, hätten die Deutschen eine bessere Steuermoral und Deutschland weniger Steuerflucht in die Schweiz. Wäre ich Frau Merkel, würde ich allerdings gleich handeln, denn unter den gegebenen Umständen sind Politiker gar nicht an einer grundsätzlichen Verbesserung des Verhältnisses zwischen Bürger und Staat interessiert. Das ist viel zu mühsam und der Zeithorizont viel zu kurz.

Die deutschen Einwanderer in der Schweiz möchten Sie allerdings mehr zur Kasse bitten, indem Sie zum Beispiel höhere Studiengebühren für deutsche Studenten verlangen oder Militärpflichtersatz für Deutsche im wehrfähigen Alter.
Es geht mir natürlich nicht um Deutsche, sondern allgemein um Einwanderer. Das Schweizer Ausbildungssystem ist gut, und dessen Leistungen sollten einen entsprechenden Preis haben. In Australien beispielsweise ist Hochschulausbildung der zweitwichtigste Export. Die USA und Grossbritannien erheben ebenfalls deutlich höhere Studiengebühren für Ausländer als für die Einheimischen, deren Eltern die lokalen Steuern zahlen. Die Militärpflichtersatzsteuer auch für Ausländer ist für mich nur eine Frage der Konsequenz. Man soll die jungen Ausländer genau gleich wie die Schweizer behandeln, die Militärpflichtersatz leisten. Das ist eine zusätzliche Steuer, und die hätte man bei den Ausländern schon längstens einführen sollen. Es ist nicht einzusehen, warum die Schweizer so viel Zeit und Energie für den Staat aufwenden sollen, die Ausländer hingegen nicht.

Aber wenn man schon konsequent sein will, müsste man auch das Ausländerstimmrecht einführen. Keine Steuerpflicht ohne Mitsprache.
Dafür spricht in der Tat einiges. Allerdings sollte man das Stimmengewicht variieren: Wer nur ein Jahr in der Schweiz wohnt, dessen Stimme sollte zum Beispiel das Gewicht 10 Prozent haben, nach fünf Jahren 50 Prozent und nach zehn Jahren dann das volle Stimmrecht. Ebenso sollte innerhalb der Schweiz das Stimmengewicht gesplittet werden: Wer die Hälfte der Zeit im Kanton Zürich verbringt (weil sie dort arbeitet) und die Hälfte der Zeit im Aargau (weil sie dort ihre Familie hat), sollte in Zürich und Aargau je 50 Prozent ihrer Stimme abgeben können. Eine solche Aufsplittung ist im Zeitalter der Elektronik leicht durchzuführen.

Was sagt der Ökonom Frey zum derzeitigen Bundesrat?
Der Bundesrat ist viel zu passiv, viel zu reaktiv. Er hat offensichtlich nichts gelernt aus der Krise rund um die nachrichtenlosen Vermögen. Nur entgegenkommend zu sein und einseitige Vorleistungen zu erbringen, reicht nicht. Das ändert nichts am politischen Kalkül der anderen Länder. Ich glaube, die Schweiz muss deutlich härter werden, mehr Gegenleistungen verlangen. Auch mal einen Dissens aushalten.

Sind die Schweizer zu brav? Zu naiv? Zu sehr auf schönes Wetter eingestellt?
Absolut. Unsere Politiker erleben jetzt zum ersten Mal, dass man in der Politik nicht nur nett miteinander spricht. Untereinander haben wir in der Schweiz einen guten Umgang. Man kann hier mit jemandem etwas vereinbaren und sich in der Regel darauf verlassen. Das ist grossartig. Doch in der internationalen Politik läuft das halt etwas anders. Im Gegensatz zu globalisierten Managern verfügen die lokal verankerten Politiker nur selten über internationale Erfahrung, weil sie immer vor Ort sein müssen, um ihre Karriere aufzubauen. Im schlechtesten Fall sprechen sie nicht einmal Englisch. Kaum einer unserer Bundesräte hat einmal für längere Zeit im Ausland gearbeitet.

Doch, Herr Merz. Aber Auslanderfahrung hilft offensichtlich auch nicht immer weiter. Würde es denn besser mit einer Volkswahl des Bundesrates?
Kaum. Die Mitsprachemöglichkeit bei Sachfragen ist viel wichtiger. Diese weltweit einzigartige Möglichkeit müssen wir unbedingt erhalten. In den USA gibt es zwar auch solche Plebiszite, aber dort sind es vierzig Abstimmungen oder mehr pro Urnengang — ein völliger Unsinn.

Was würden Sie tun, wenn Sie Bundespräsident mit Vollmachten wären?
Genau diese Frage ist nicht opportun für die Schweiz. Der Bundespräsident hat bei uns nichts zu sagen, und das ist gut so. Eine Regierung ist bei uns dann gut, wenn man die Namen der Mitglieder kaum kennt.

Damit plädieren Sie im Grunde für einen schwachen Bundesrat, was doch ein grosser Widerspruch ist, wenn Sie dem heutigen BundesratPassivität und fehlenden Widerstandswillen vorwerfen. Für Widerstand braucht es starke Figuren.
Das mag sein. Trotzdem bin ich dagegen, in einer Zeit des Malaise die Rettung in starken Figuren zu suchen. Der Glaube an eine starke Führung ist meist nicht die Lösung, weil man vergisst, dass die starke Führung oft auch völlig falsch liegen kann.

War es aus Ihrer Sicht also richtig, dass Christoph Blocher als Bundesrat abgewählt wurde?
Das gehört zum politischen Spiel und ist zu akzeptieren. Meine Einschätzung der Person Blocher unterscheidet sich von oft gehörten Meinungen. Viele Leute glauben, er brauche nur zu befehlen, was in diesem Land läuft. Das stimmt doch mitnichten. Blocher und die SVP bringen längst nicht alles durch, was sie möchten. Ich empfinde den Mann eher als Bereicherung für die Schweiz als eine Gefahr. In einem anderen politischen System hätte einer wie er eine noch viel grössere politische Karriere gemacht. Hier wird eine Figur wie Christoph Blocher erheblich gebremst.

Gibt es eigentlich nichts, worüber Sie sich ernsthaft Sorgen? Was stört Sie am meisten in der Schweiz?
Die Akademisierung der Gesellschaft.

Das sagen ausgerechnet Sie, einer der international bekanntesten Schweizer Professoren und dreifacher Ehrendoktor!
Selbstverständlich bin ich sehr für die Förderung der Wissenschaft. Aber die Entscheidung, die Schweizer Fachhochschulen zu akademisieren, halte ich für eine Katastrophe. Die gute Berufsausbildung, verbunden mit sehr ¬praxisorientierten Fachhochschulen, war bislang eine der grossen Stärken der Schweiz. Ich bin wirklich stolz, wenn unsere Köche und Handwerker Medaillen an den Berufsweltmeisterschaften holen. In welchem Land werden kaputte Toiletten und Türen schneller und besser repariert? Warum sollen jetzt möglichst alle Fachleute Akademiker werden?

Der Basler Arbeitsmarktforscher George Sheldon sagt das Gegenteil: Man solle die Berufslehre nicht heiligsprechen und die Schweiz brauche mehr Akademiker.
Hier bin ich anderer Meinung. Es braucht nicht so viele Akademiker, sondern Leute, die auf einem hohen Niveau praktische Probleme lösen können. Die Akademisierung der Fachhochschulen bedeutet hingegen, dass die Lehrenden forschen müssen, und Forschen bewirkt jenen absurden Publikationszwang in den wissenschaftlichen Zeitschriften, den ich schon oft kritisiert habe. Das führt dazu, dass sich die Professoren immer weniger um ihre Studenten kümmern können. Mein Ideal wären mehr Leute an Fachhochschulen, allerdings mit kleineren Klassen.

Sie, Herr Frey, sagen: Direkte Demokratie macht glücklich. Heisst das, dass Sie unglücklich wären über einen EU-Beitritt der Schweiz, weil dies mit einem Abbau der direkten Demokratie verbunden wäre?
Ganz genau. Dieser Abbau wäre mir viel zu stark. Zudem halte ich die Dezentralisierung für sehr wichtig, und auch dies ist nicht gerade die Stärke der EU. Die Brüsseler Bürokratie hat starke Homogenisierungstendenzen. Auch die aktuellen Prob¬leme könnte die Schweiz als EU-Mitglied nicht besser lösen.

Es fällt auf, dass Sie in erster Linie nichtökonomische Gründe gegen den Beitritt anführen.
Es gibt gewiss auch rein ökonomische. Ich war seinerzeit sehr skeptisch bei der Einführung des Euro, obwohl sie anfänglich hervorragend gelungen ist. Aber jetzt haben wir mit Griechenland genau jene Situation, vor der viele Ökonomen gewarnt haben. Da untergräbt ein Land die gemeinsame Währung, aber trotzdem kann und soll die EU nicht einfach Panzer nach Athen schicken. Leben wir in der Schweiz weit über unsere Verhältnisse, verliert der Franken an Wert, und die Regierung hat einen starken Anreiz, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Das ist der zent¬rale Unterschied.

Wird die Schweiz in zehn Jahren Mitglied der EU sein?
Vielleicht in zwanzig.

Warum?
Weil zu viele Leute an den Pseudofortschritt glauben. Auf politischer Ebene wird die EU immer noch als etwas Fortschrittliches betrachtet.Auch in der Schweiz gibt es Leute, welche die direkte Demokratie für überholt halten.

Jene Manager, die das behaupten, sind nicht mehr auf ihren Posten oder sehr still geworden.
Darüber bin ich nicht traurig.

Wie würden Sie die Schweiz künftig international positionieren, wenn nicht als EU-Mitglied?
Indem sie sich international als Vorbild für die direkte Demokratie entwickelt. Denn die Menschen des 21. Jahrhunderts verlangen mehr Selbstbestimmung, am Arbeitsplatz wie in der Politik. Mit dem Programm «Mehr Autonomie, weniger Autorität» liegt die Schweiz genau richtig. Wenn die Schweiz das vorleben kann, dann hat sie eine Aufgabe in der Welt.

Könnte es sein, dass sich die Welt gar nicht dafür interessiert?
Meine Erfahrung ist, dass sich die Leute im Ausland sehr dafür interessieren.

Aber nicht die Politiker.
Logisch. Die direkte Demokratie schränkt die Politiker ein. Letztere wollen vor allem Macht, Anerkennung und Einkommen. Diese An¬sprüche werden durch direkte Demokratie schön im Zaum gehalten, nicht ideal, nicht besonders elegant, aber im Vergleich zu anderen Ländern doch relativ gut.

Was hat uns die Ökonomisierung der Gesellschaft gebracht?
Diese Ökonomisierung sehe ich vor allem bei den Leistungslöhnen, welche überall eingeführt werden, an den Spitälern, Universitäten, selbst bei Pfarrern. Das halte ich für total falsch. Denn Menschen reagieren nicht nur auf finanzielle Anreize, sondern sie haben auch eine innere, die sogenannte intrinsische Motivation, und diese ist für mich zukunftsweisend. Wir brauchen viel mehr Leute, die eine Arbeit aus Freude am Inhalt tun. Leistungslöhne zerstören die intrinsische Motivation. Wird ein Banker nur für die Zahl der abgeschlossenen Deals bezahlt, dann ist ihm alles andere rundherum entsprechend egal.

Wie lässt sich diese Ökonomisierung aufhalten?
In der Bankenwelt ist ja mittlerweile durchgesickert, dass diese Leistungslöhne schädlich sind. An den Universitäten hingegen hält man weiterhin daran fest, doch dagegen kämpfe ich an. In einem Bereich ist hingegen die Ökonomisierung stark geschwunden: beim Heiratsmarkt. Heute wird unbesehen vom Kontostand geheiratet.

Sind Sie da so sicher?
Natürlich werden immer noch Ehen aus finanziellem Kalkül geschlossen, aber das ist die Ausnahme. Auch Kinder werden nicht mehr um der eigenen Altersvorsorge wegen gezeugt. Das ist ein grosser Fortschritt.

Ist die Frage der materiellen Absicherung deshalb weniger wichtig, weil man glaubt, im Notfall stehe der Sozialstaat bereit?
Schon möglich. Aber das ist auch nicht so schlimm.

Ich glaube nicht, dass sich der Sozialstaat auf dem heutigen Niveau halten lässt, wenn immer mehr Leute so denken.
Nach meiner Erfahrung nutzen nur we¬nige Leute den Sozialstaat aus, indem sie ganz genau kalkulieren. Wer sich der Arbeit entzieht und nur staatliche Unterstützung kassiert, der ist auch nicht glücklich, weil er in dieser Gesellschaft nicht viel zählt.

Amerikanische Ökonomen sagen, je heterogener und multikultureller eine Gesellschaft sei, umso brüchiger werde auch die politische Akzeptanz des Sozialstaates, weil die einen befürchten, die anderen würden die staatlichen Leistungen missbrauchen. Sehen Sie das auch so?
Ich teile diese Einschätzung, und das beschäftigt mich sehr. Das ist wie bei der Steuermoral eine Frage der Einstellung zum Staat. Betrachte ich den Staat als Gegner, dann ist es legitim, ihn abzuzocken. Betrachte ich mich hingegen als Teil des Staates, dann tue ich das nicht. Umso wichtiger ist die Integration der Migranten, die ja auch die Einstellung zum Staat und dessen Institutionen betrifft. Hierzu braucht es nicht abstruse Wohlfühl-Psychokurse, sondern möglichst viele konkrete Vorbilder, also Migranten, die hier den Aufstieg geschafft haben.

Da könnte die Schweiz von den USA lernen.
Finde ich nicht. Bei uns funktioniert die Aufwärtsmobilität eigentlich gut. Die junge Generation der Italo-Schweizer ist mittlerweile an den Universitäten angelangt.

Die Bildungsforscher sagen allerdings, dass der Schulerfolg schon fast erschreckend vom sozialen Status des Elternhauses abhängt. Wenn ein Unterschichtenkind Erfolg haben will, braucht es überdurchschnittlich viel Talent, um seine Schichtzugehörigkeit wettzumachen.
Einverstanden. Aber auch hier: Im Vergleich zu Deutschland, Frankreich und selbst zu den USA liegt die Schweiz vorn. In den USA meint man bloss, es sei besser. Mehr Sorgen macht mir, dass die Einkommensverteilung in der Schweiz und in Europa auseinandergeht. Das macht die Leute hier unglücklicher, im Unterschied zu den USA, wo man sich sagt: Wenn mein Kind künftig Karriere macht, ist es gut, wenn es sehr viel verdient. Das ist natürlich eine Täuschung.

Was denken Sie über die Boni-Diskussion?
Ich rede lieber vom Gesamteinkommen als nur von den Boni. Wenn man jetzt die Boni senken und stattdessen die Fixeinkommen erhöhen will, dann halte ich das nicht für eine gute Lösung. Ich war immer skeptisch gegenüber dem Finanzsektor. Dass dieser noch immer derart viel Geld mit dem Herumschieben von Geld verdient ohne offensichtliche produktive Leistung, finde ich stossend. Hohe Löhne sollen jene verdienen, bei denen die meisten Leute nachvollziehen können, dass die persönliche Leistung auch deutlich besser ist. Zum Beispiel Roger Federer. Dessen Supergehalt stört fast keinen.

Sehen Sie eine Begründung für Daniel Vasellas Gehalt?
Der würde genauso viel arbeiten, wenn man seinen Lohn halbieren würde. Es geht ja bei diesen Leuten ausschliesslich um den Statuswettbewerb, und der ist leider total internationalisiert. Die Schweizer Manager haben im internationalen Vergleich sehr hohe Löhne. Wenn die Schere zwischen den tiefen und den hohen Einkommen immer mehr auseinandergeht, wie das auch in der Schweiz der Fall ist, dann werden die Menschen unglücklicher. Auch das lässt sich empirisch belegen.

Jetzt kommt wieder das Korrektiv der direkten Demokratie ins Spiel — in Form von Minders «Abzocker»-Initiative.
Ich finde die keineswegs so schrecklich. Was ist schlimm daran, wenn die Aktionäre über die Löhne befinden? Die grossen Unternehmen gehören einigen Investmentfirmen und den Pensionskassen. Aber diese Kassen sollen für uns arbeiten und nicht eine schöne Koalition mit dem Management machen.

Literatur:
Bruno S. Frey/Claudia Frey Marti,
«Glück — Die Sicht der Ökonomie», Rüegger-Verlag, erscheint am 19. März 2010
Bruno S. Frey/Alois Stutzer: HAPPINESS & ECONOMICS, Princeton University Press, 2002

Martin Beglinger ist Stv. Chefredaktor des «Magazins».

Die Diskussion

10 Reaktionen

  1. AyersRock

    Natürlich bringt einem Pessimismus nicht weiter, aber so wie der Ökonom Bruno S. Frey die Dinge sieht, scheint es mir doch recht schön gefärbt. Ich möchte nichts unterstellen, aber ähnlich wie die Politikerkaste, das Establishment, die linksliberale grossstädtische Presse gehört man als Ökonom einer bestimmten Einkommensklasse an und bewegt sich unter seinesgleichen. Ergo fehlt die Bodenhaftung. Die Sorgen und Nöte von breiten Bevölkerungsschichten haben inzwischen ungemütliche Züge angenommen und vielen steht das Wasser bis zum Hals. Zudem möchte ich festhalten, dass die EU die sinnvolle POLITISCHE Antwort ist auf einen entfesselten, raffgierigen Neoliberalismus, der unsere westlichen Gesellschaften um Haaresbreite in den Abgrund gestürzt hätte. Wir haben alle genug von Deregulierung und Liberalisierung. Das Modell der meisten Ökonomen ist – mit Verlaub – gescheitert.

  2. RolandMeier

    @AyersRock: EU als Antwort auf Neoliberalismus? Falsch.
    1. Neoliberalismus ist ein “Kampfwort”, eine Diskussion ist deshalb schon mal schwierig. Ich versuche es aber trotzdem.

    2. Die EU hat gerade diesen Neoliberalismus GEFÖRDERT und geprägt. Sie ist KEINESWEGS der Gegenspieler. Die EU treibte in der Vergantgenheit die Liberalisierung voran – Strom-, Post-, Telekom, Bahnmartk => Steht alles in den Regulierungs und Liberalisierungsplänen der EU. Die Schweiz hinkt der EU-Politik diesbezüglich hinterher (siehe Strom, SBB, Post, Telekom, …). Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich tendiere zu gut.
    Die politische Antwort auf die Neoliberalisierung hat – wenn sie jemand hat – nicht die EU, sondern die Schweiz mit ihrem politischen System.
    Und wenn sie schon von Raffgier schreiben – auch hier ist die EU ein denkbar schlechtes Beispiel, wenn man sich das Beamtentum der EU sowie die Politiker in Brüssel ansieht.

    3. Lenken wir einen Blick über Europa: Griechenland, Euro, Verschuldung, Arbeitslosigkeit, soziales Gefälle… Das sieht mir nicht wirklich nach einer Antwort aus, sondern vielmehr nach Verzweiflung und mach politischer heisser Luft, die in den letzten 10 Jahren produziert wurde.

  3. Polikritiker

    Das ist das Beste, was ich bisher in der Diskussion über die gegenwärtige Lage der Schweiz gelesen habe. Bruno Frey setzt die richtigen Akzente und stellt die Diskussion in die richtige Perspektive.

    Der Schweiz geht es verglichen mit sämtlichen übrigen Ländern immer noch sehr gut. Dabei spielen die direkte Demokratie, der Staatsaufbau von unten nach oben und die institutionell gewollte schwache Zentralregierung eine eminent wichtige Rolle. Bei uns erwarten die Bürger nicht das Heil von oben, sondern wissen, dass sie für ihr Schicksal selbst verantwortlich sind. Sie wissen aber auch, dass sie als Stimmvolk die grösste Macht im Staat sind, an der sie ganz konkret und so oft als nötig teilnehmen können. Das wissen natürlich auch die Politiker, die bei ihrem Tun immer an die Stimmbürger denken müssen, die letztlich entscheiden können.

    Dass vielen Politikern die direkte Demokratie nicht passt, ist klar, denn ihre Machtgelüste werden durch sie stark eingeschränkt. Das passt aber auch vielen “Meinungsmachern” nicht, die glauben der intellektuellen Elite anzugehören. Dass auch sie sich dem Willen des “dummen” Volks zu unterwerfen haben, finden sie unter ihrer Würde.

    Interessanterweise wagen die meisten dieser “Intellektuellen” aber nicht, den offenen Kampf gegen die direkte Demokratie aufzunehmen. Sie vertuschen ihre wahren Absichten, indem sie ständig von der Krise des Systems oder von der Isolation der Schweiz oder von der Notwendigkeit eines starken Bundespräsidenten oder von der dringenden Notwendigkeit des EU Beitritts sprechen. Dass der Beitritt zur EU nicht kompatibel mit unserer direkten Demokratie ist, das bedeutet für manche dieser “Intellektuellen” nicht ein Nach-, sondern ein sehr wichtiger Vorteil, auch wenn sie dann so nebenbei sagen, sie seien natürlich nicht gegen die direkte Demokratie.

    Im Gegensatz zu vielen Pseudo-Intellektuellen, die ständig in den Medien zitiert werden und bei SF1 auftreten dürfen, ist Herr Frey einer der wenigen Schweizer Intellektuellen, die international bekannt und anerkannt sind. Die meisten unserer Pseudo-Intellektuellen verkehren vor allem unter Gleichgesinnten und erzählen dann alle ungefähr die gleichen Geschichten. Herr Frey betreibt wissenschaftliche Forschung, auf der er dann seine Meinungen basiert.

    Ich gratuliere Herrn Professor Bruno Frey für seine langjährige, systematische und grundlegende Forschung! Und ich gratuliere dem MAGAZIN, dass es neben den üblichen “intellektuellen” Pseudo-Gurus, die meistens das Heft füllen, jetzt auch Bruno Frey das Wort gibt!

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    Kurt Keller

    Vielen Dank Bruno Frey. Allein das Lesen Ihres Artikels macht mich für ein paar Stunden glücklich. Fühlt sich eine überwiegende Mehrheit der Bewohner eines Staates als zugehörig und mitverantwortlich an, so ist das Optimum der Organisationsform erreicht. Kann aber dieses Ziel in einer immer globalisierten Welt weiterhin angestrebt werden? Oder rettet uns nur die Insel? Endlich mal ein Artikel, der zum Denken anregt.

  5. Thomas Laeubli

    1. Herr Frey gleicht einem Esoteriker, der die beste aller möglichsten Welten predigt. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur sollte man ihn nicht allzu ernst nehmen.
    2. Das Jammern und Nörgeln findet man vor allem bei den rechtskonservativen Gutmenschen. Sie sind es, die unser Land pausenlos schlecht machen und überall Missstände wittern. Dass Herr Frey eigentlich dieser Classe Populiste angehört, zeigt sich in seinem Intellektuellen-Bashing. Auch darum kann man ihn nicht ernst nehmen.
    3. Die Eliten haben nicht die Nerven verloren, sondern die Politik und die Medien. Sie stimmen in den Chor der Classe Populiste ein und versuchen alles, was nach Elfenbeinturm riecht, kaputt zu machen. Es ist zynisch, den Eliten etwas vorzuwerfen, wenn gleichzeitig nicht die ökonomischen Eliten einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Manager und Steuerhinterzieher haben offenbar nicht die Nerven verloren. Daher muss Frey zuallerst den Deutschen die Schuld geben.
    4. Eine “politische Klasse” hat sich nicht gebildet – sie wurde von den rechtskonservativen Gutmenschen dazu ernannt, um ein gewisses Feindbild besser bearbeiten zu können. Hingegen sind die Lobby-Gruppen eine Gefahr für die Demokratie. Aber die werden aus politischer Korrektheit vom Ökonomen nicht als solche benannt.
    5. Nach der “Homosexualisierung” und der “Islamisierung” der Gesellschaft folgt jetzt auch noch das nächste Feindbild: die “Akademisierung”. Eine solche hat es nie gegeben – im Gegenteil: die Umstellung auf das Bachelor-/Master-System hat gerade eine Industrialisierung der Hochschulen gebracht. Dass Frey mit dem Hinweis auf den “einfachen Büezer” (Köche & Handwerker) noch einen Seitenhieb auf Akademiker plaziert, offenbart nur seine rechtskonservative Einstellung, die darin besteht, alles nach einem Schweine-Utilitarismus zu beurteilen: durch die Nützlichkeits-Brille der sich einen pseudo- naturwissenschaftlichen Mantel umhängenden Ökonomie. Damit liegt Frey ganz im Zeitgeist der neuen Anti-68er, die verkappte Neo-68er sind, indem sie aus dem Staat Gurkensalat machen wollen.

  6. Polikritiker

    @Thomas Laeubli: Als ich Ihren Kommentar las, kam mir die treffende Bemerkung von Molière in den Sinn: “Un sot savant est sot plus qu’un sot ignorant” (”Ein gebildeter Dummkopf ist dümmer als ein ungebildeter Dummkopf”). Entweder haben Sie das Interview mit Prof. Frey nicht gelesen, oder dann sind Sie von einer Wespe gestochen worden. Wenn Sie Frey als Rechtskonservativen bezeichnen, weil er für die direkte Demokratie plädiert, dann sind 90% der Schweizer Rechtskonservative.

  7. Thomas Laeubli

    Herr Anonymus, ich habe nicht mit der direkten Demokratie argumentiert. Es sind andere Themen, die ich angesprochen habe, wie jeder lesend verifizieren kann. Darum lasse ich das mit dem Dummkopf mal einfach so im Raume stehen…

  8. Doris Bützberger

    Dass Herr Bruno S.Frey viel Anerkennung bekommt kann ich gut verstehen! Seine Ansichten teile ich total er ist für mich jemand
    mit einem gesunden Menschenverstand wie man es heute bei der
    akademischen ” Elite ” selten antrifft.Schade dass nicht allzu viele Politiker so denken wie Herr Frey !

  9. Die auf den Boden zurückgeholte Elite

    [...] spannende Gespräch ist auf dasmagazin.ch zu lesen. Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Europa, Schweiz. Bookmarken: [...]

  10. Thomas Laeubli

    Um das Wort Elite in bezug auf jemanden in Anführungszeichen zu setzen, genügt eine Lektüre des obigen Interviews. Auch die übrigen Metaphern dort und in den Kommentaren sprechen eine klare Sprache. Z.B. der berühmte “gesunde Menschenverstand” will wohl zu bedeuten geben, dass es noch einen “kranken” daneben gibt. Ich bin lieber “krank”, “abgehoben” oder “pseudo-intellektuell” als den ganz normalen Wahnsinn in unserer Gesellschaft abzunicken und zu akzeptieren. An meinen einzelnen Punkten oben will sich lieber keiner die Finger verbrennen. Lieber setzt man auf die Kraft von Schmähworten, um den anderen kleinzukriegen – das alte Sandkastenspieli…

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