27.02.2009 von Rico Czerwinski , 1 Kommentar
Sie könnten noch so viel mehr. Doch schon jetzt sehen alleihre Konkurrenten viel schlechter aus. Will man etwas sagen, schreibt man E-Mails. Will man etwas sagen, nutzt man kaumnoch eine andere Form der Kommunikation. Denn E-Mails sind allen anderen Kommunikationsformen überlegen.Dank ihnen verwickelt einen niemand ungewollt in ein Gespräch. Deshalb werden immer mehr verschickt. Aber nochnie wurden so wenige beantwortet. Die meisten Absender haben offenbar nie über die Regeln von Kommunikation nachgedacht. Mehr als die Hälfte aller E-Mails landen im Papierkorb, im Archivordner – ohne je gelesen worden zu sein. Ohne beantwortet zu werden.
Wollen Sie ein E-Mail schreiben? Denken Sie an Ihr Mobiltelefon. Wie lang würde es auf dessen winziger Tastatur werden? Sehr viele längere E-Mails werden schon in der Sekunde nach dem Öffnen wieder geschlossen. Weil der Empfänger glaubt, es gebe einen entspannteren Moment zum Lesen. In Wirklichkeit hat niemand weniger Zeit als er.
Seien Sie also kurz, sparen Sie sich Hintergründe. Was wollen Sie vom Empfänger? Die meisten durchsuchen das Mail sofort nach einem Anliegen. Erklären Sie also Ihre Absicht. Aber bändigen Sie Ihren Egoismus. Finden Sie den Vorteil für den Empfänger, der sich in fast jedem E-Mail irgendwo verbirgt. Vorsicht: Normale Mails sind überfüllt mit Komplimenten. Natürlich kann und muss man wie in einer normalen Unterhaltung damit eine persönlichere Beziehung herstellen. Doch viel sparsamer. Denn der Detektor für vorgetäuschte Anerkennung funktioniert in E-Mails viel besser. Auch bei Zweideutigkeiten vermutet man schneller verborgene Absichten. Verzichten Sie darauf.
Verzichten Sie auf alle Schriften ausser Courier, Arial, Times New Roman in Grösse 12. Erleichtern Sie das Abscannen durch kurze Absätze. Und schreiben Sie, wie Sie sprechen. Normale E-Mails sind viel zu unpersönlich. Wünschen Sie, falls möglich, ein schönes Wochenende. Am Ende redigieren Sie. Lässt sich auf der Hälfte des Raums dasselbe sagen? Streichen Sie Wörter, Sätze, Absätze – und Fragen. Denn bei E-Mails gelten die gleichen Gesetze wie in jedem Gespräch. Nur viel extremer. Je mehr Sie also fragen, umso weniger Antworten erhalten Sie.
Finde ihr Ansatz sehr gut. Denke, dass es heute durch Twitter für viele ‘normaler’ wird solche kurze Nachrichten zu verfassen, weil man dort z.B. nicht mehr als 140 Zeichen zur Verfügung hat..